Timo Werner

Timo Werner: RB Leipzigs 10-Millionen-Euro-Mann überzeugt

Leipzig - Timo Werner musste nach dem ersten Bundesligaspiel von RB Leipzig eine Weile warten, ehe er seine Eindrücke schildern konnte. Dominik Kaiser, der Premieren-Torschütze des Vereins, war zunächst gefragt. Und Werner nahm die Pause dankbar an, setzte sich lächelnd vor eine Sponsorenwand und pustete nach dem furiosen 2:2 der Leipziger bei der TSG Hoffenheim ...

Von Ullrich Kroemer 30.08.2016, 12:02
Timo Werner im Duell mit Hoffenheims Pirmin Schwegler 
Timo Werner im Duell mit Hoffenheims Pirmin Schwegler  X00960

Timo Werner musste nach dem ersten Bundesligaspiel von RB Leipzig eine Weile warten, ehe er seine Eindrücke schildern konnte. Dominik Kaiser, der Premieren-Torschütze des Vereins, war zunächst gefragt. Und Werner nahm die Pause dankbar an, setzte sich lächelnd vor eine Sponsorenwand und pustete nach dem furiosen 2:2 der Leipziger bei der TSG Hoffenheim durch.

„Hätten 3:0 gewinnen können“

Wenig später gab Timo Werner anschauliche Einblicke, wie er das Bundesliga-Debüt für RBL empfunden hatte. „Wie die Mannschaft zusammenhält, vor dem Spiel und in der Halbzeit ist wirklich Wahnsinn“, staunte er. „Wie sich alle gegenseitig pushen und jeder den anderen mitreißen will, das habe ich so bisher noch nicht erlebt.“

In der Tat agierte Werner durch die ungewohnte Extra-Motivation wie aufgedreht, ließ seine Gegenspieler auf der rechten Seite ein ums andere Mal mit starken Ballmitnahmen und unwiderstehlichen Sprints stehen. Er gehörte vor allem in der ersten Hälfte zu den prägenden Akteuren seines Teams.

Und so taugte der blonde Stürmer sogar sinnbildlich für den packenden Einstand von RBL: pfeilschnell, stürmisch, überraschend - hinsichtlich Chancenverwertung, Cleverness und der Abstimmung in der Defensive aber noch mit Luft nach oben.

„Wir hätten das Spiel auch gewinnen können“, sagte Werner selbstbewusst. „Als wir einmal im Spiel drin waren, hat Hoffenheim in der ersten Hälfte gar keine Möglichkeiten mehr gehabt. Wenn wir mit einem 1:0 in die Pause gegangen wären, hätten wir das Spiel 2:0 oder 3:0 gewonnen.“

Dass der Zehn-Millionen-Euro-Neuzugang überhaupt in der Startelf ran durfte, war durchaus eine Überraschung. Trainer Ralph Hasenhüttl ließ den zuletzt formschwachen EM-Starter Emil Forsberg zunächst auf der Bank und schenkte dem Ex-Stuttgarter Werner, einer der wenigen Leipziger mit Bundesliga-Erfahrung, das Vertrauen. Eine Entscheidung, von der auch die Hoffenheimer überrascht zu sein schienen. Zuvor war Werner bei allen wichtigen Testspielen und dem Pokal-Aus in Dresden noch keine Option für die Startelf gewesen. Werner fehlte noch Spielverständnis für das aufwendige Gegenpressing-System.

Dortmund überraschen

Gegen Hoffenheim sah es ganz so aus, als habe er die RB-Philosophie inzwischen verinnerlicht. „Ich habe unter der Woche probiert, mich aufzudrängen und mein Spiel heute durchzuziehen. Beides hat ganz gut geklappt“, sagte Werner.

Dass es wegen der Länderspiel-Pause nun ein ganze Weile bis zum nächsten Ligaspiel dauert, kommt Werner ganz recht. „Wir können froh sein, dass wir nach einem solch intensiven Spiel zwei Wochen Pause bis zur nächsten Partie haben“, sagte er. „Es ging in der zweiten Halbzeit doch sehr ruppig zur Sache, gerade ich habe in der zweiten Hälfte viel einstecken müssen. Aber das ist Bundesliga, daran müssen wir uns gewöhnen, und das haben wir auch angenommen.“

Trotzdem: Der Blick des 20-Jährigen geht bereits auf den nächsten Gegner: Borussia Dortmund. „Das wird ein anderes Spiel, da wird es nicht so offen zugehen, Dortmund wird das Spiel machen“, prophezeite Werner. Doch der Ex-Stuttgarter hatte nach dem mitreißenden 2:2 im Kraichgau genug Selbstvertrauen getankt, um die Vorschau mit einer Kampfansage zu verbinden. „Wenn wir so auftreten wie in Hoffenheim und hinten noch stabiler agieren, können wir auch gegen Dortmund was reißen. Vielleicht können wir sie überraschen.“