Start in die Rückrunde

Start in die Rückrunde: Für RB Leipzig geht es um Platz sechs - mindestens

Leipzig - Ralph Hasenhüttl, der Trainer von Rasenballsport Leipzig, hat in der Winterpause viel über die sensationelle Hinrunde nachgedacht; ebenso darüber, wie man die Form konserviert und welche Nuancen im RB-Spiel verbessert werden müssen.

Von Ullrich Kroemer 19.01.2017, 06:00
Leipzigs Spieler Naby Deco Keita (l-r), Dominik Kaiser, Timo Werner, Emil Forsberg und Yussuf Poulsen jubeln nach einem Tor.
Leipzigs Spieler Naby Deco Keita (l-r), Dominik Kaiser, Timo Werner, Emil Forsberg und Yussuf Poulsen jubeln nach einem Tor. dpa-Zentralbild

Ralph Hasenhüttl, der Trainer von Rasenballsport Leipzig, hat in der Winterpause viel über die sensationelle Hinrunde nachgedacht; ebenso darüber, wie man die Form konserviert und welche Nuancen im RB-Spiel verbessert werden müssen. Denn natürlich schwebt nach der Rekord-Hinserie die Erwartungshaltung über dem Trainingsgelände am Cottaweg, die Sensation in den verbleibenden 18 Spielen zu bestätigen.

Messlatte bie RB Leipzig liegt hoch

Alles andere als mindestens Platz sechs und ein Startplatz für die europäischen Wettbewerbe – derzeit hat RB elf Punkte Vorsprung auf Rang sieben – würde in der Außenwahrnehmung bereits als Misserfolg gedeutet werden. Selbst Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hatte bereits vor Weihnachten einen der ersten sechs Plätze „als Minimalziel“ ausgegeben.

Bei RB selbst würde das freilich keiner so aussprechen. Hasenhüttl bremste nach dem 4:0 gegen die Glasgow Rangers: „Toppen werden wir die Hinrunde wahrscheinlich nur schwerlich, weil wir uns die Messlatte selbst sehr hoch gelegt haben.“ Und: „Ich überfrachte diese junge Mannschaft nicht mit überzogenen Erwartungshaltungen.“

Nach den deutlichen Pleiten gegen Bayern München und im Test gegen Ajax Amsterdam steht für den Coach fest: „Es ist wichtig, die Sache wieder genauso bescheiden und demütig anzugehen wie in der Hinrunde, zuerst einmal im Spiel gegen den Ball gut auszusehen.“ So lagen auch die Schwerpunkte im Trainingslager auf den Grundlagen: aggressives Anlaufen, Balleroberung und kombinationsreiches Umschaltspiel. Wenn das Team das umsetzt, sagte der Cheftrainer, traue er seiner Mannschaft „alles zu, dann sind wir wieder in der Lage, jedem Gegner weh zu tun.“

Doch noch fehlen ein paar Prozent zur Hinrundenform. Nach der Generalprobe gegen die Rangers gab Ralf Rangnick den Mahner. Im Interview mit dem Red Bull eigenen Sender Servus TV sagte der 58-Jährige streng: „Wir haben noch ein bisschen was zu tun, haben nur teilweise gut gespielt. In der ersten Hälfte hatten wir nicht genug Tiefgang und Spielwitz.“ Noch liege das Team hinter den eigenen Ansprüchen zurück: „Wir vergleichen uns immer mit unserem Topniveau“, sagte Rangnick. „Da haben wir noch etwas vor der Brust.“

Und auch bei Hasenhüttl mochte sich noch keine Euphorie einstellen. Vor dem Match gegen die Frankfurter Eintracht am Samstag sagte der Österreicher: „Wir müssen noch an der Frische arbeiten und uns komplett auf den neuen Gegner einstellen.“ Frankfurt sei ein „anderes Kaliber“.

Stürmer Yussuf Poulsen: „Können da weitermachen“

Die Spieler äußerten sich etwas offensiver als Trainer und Sportdirektor: „Alle glauben, dass wir da weitermachen können, wo wir aufgehört haben“, hatte Stürmer Yussuf Poulsen zum Abschluss des Trainingslagers in Lagos gesagt. „Es spricht nichts dagegen, wenn wir alle bereit sind, genau die gleiche Bereitschaft wie in der Hinrunde auf den Platz zu bringen“, sagte der Däne. „Warum soll es dann nicht genau so weitergehen?“ (mz)