Herbstmeister RBL?

Rlaph Hasenhüttl und Ralf Rangnic: RB Leipzig-Führungsduo vor Bayern-Spiel selbstbewusst

Leipzig - Während vom Rekordmeister aus München ungewohnt leise Töne kommen, reist der Aufsteiger voller Selbstbewusstsein nach Bayern.

19.12.2016, 18:01
Das Duo Ralf (l.) und Ralph (r.) haben RB Leipzig zum Kandidaten für die Herbstmeisterschaft gemacht.
Das Duo Ralf (l.) und Ralph (r.) haben RB Leipzig zum Kandidaten für die Herbstmeisterschaft gemacht. imago sportfotodienst

Eines haben die mutigen Vollgas-Fußballer von RB Leipzig schon vor dem Bundesliga-Kracher beim FC Bayern um Platz eins in der Winterpause gewonnen: die ungewohnt große Anerkennung der Münchner.

Während aus dem Lager des 26-maligen deutschen Meisters ungewohnt milde Töne kommen, setzt der kesse Aufsteiger auch in der Heimstätte der ruhmreichen Bayern auf einen weiteren forschen und denkwürdigen Auftritt. Was Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Ralph Hasenhüttl vor dem absoluten Topspiel zum Ende der Hinrunde zu sagen haben.

RB Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick über...

...die Hinrunde von RB Leipzig:

Jeder in Deutschland und auch wir in Leipzig sind natürlich von dieser fantastischen Hinrunde überrascht worden. Es war ein grandioses Jahr für den gesamten Verein, das unvergessen bleiben wird. Unsere Aufgabe ist es, den Weg genauso konsequent weiterzubeschreiten. Ab und an muss man sich auch mal zwicken, ob das alles wirklich so geschehen ist.

...das anstehende Top-Spiel gegen Bayern München: 

Solange wir mutig auftreten, über 90 Minuten mit den Tugenden aufwarten, die uns ausmachen, können wir mit jedem Ausgang des Spiels leben. Wir brauchen eine Leistung am absoluten Limit. Gegen Hertha waren wir nah dran. Um in München was zu holen, müssen wir wohl sogar noch eine Schippe drauflegen. Ich traue uns das zu. Je mehr wir es zu einem Spiel machen, in dem die Bayern das Gefühl haben, sie spielen gegen alle elf von uns gleichzeitig, desto größer ist die Chance, tatsächlich etwas mitzunehmen.

...über die Chancen von RB Leipzig gegen Bayern München:

Wenn wir gewinnen würden, wäre das eine ziemlich große Überraschung. Alles andere als ein Bayern-Sieg wäre aus Münchner Sicht eher eine Enttäuschung.

RB Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl über...

... die Vorbereitung auf das Topspiel Bayern München gegen RB Leipzig:

Es macht sehr viel Spaß, sich da reinzuknien und Lösungen zu finden, weil es die Mannschaft schlechthin in Deutschland ist. Eine der besten Mannschaften der Welt. Wir selber sind auch gespannt, wie wir uns da schlagen. Wir spielen nicht elfmal eins gegen eins. Da wäre uns Bayern qualitativ überlegen. Wir spielen einmal elf gegen elf. Da geht es darum, wie wir als Mannschaft auftreten. Mutig, mit einem klaren Plan und Selbstvertrauen. 

... den vermeintlichen Vorteil, einen Tag mehr Pause als die Bayern zu haben:

Der eine Tag mehr führt dazu, dass wir besser regenerieren können, mehr Luft haben, uns besser auf den Gegner einzustellen.

... die Rolle seines Teams vor dem Topspiel Bayern München gegen RB Leipzig:

Man hat der Mannschaft noch nie angemerkt, ob sie als Außenseiter oder Favorit ins Spiel gegangen ist. Das war im Spiel gegen Dortmund nicht anders als in Freiburg. So wird man uns auch am Mittwoch sehen. Ich hätte nur dann ein Problem, wenn wir mutlos agieren würden und uns verstecken und irgendetwas anderes spielen wollten als das, was uns auszeichnet. Aber die Gefahr sehe ich nicht.

... die Chancen von RB Leipzig, diese Saison bereits Deutscher Meister zu werden?

Theoretisch ist alles möglich. Aber in Deutschland ist es noch eine Spur schwerer. Wir haben eine sensationelle Saison gespielt und sind punktgleich mit dem FC Bayern. Wir machen es richtig gut, haben ein Riesenjahr gespielt. Um vor dem FC Bayern zu stehen, musst du eine perfekte Saison spielen und darauf hoffen, dass Bayern keine perfekte spielt.  

... die Chance von RB Leipzig, beim FC Bayern München drei Punkte zu holen?

Bayern hat heute auch schon Spiele verloren und ist kein unschlagbarer Gegner. Wir wollen schon, dass der FC Bayern gegen uns etwas tun muss. Ich möchte schon, dass dieser Gegner auch mal über die 110 Kilometer unterwegs sein muss. Sodass er am nächsten Tag spürt, dass er gegen RB Leipzig gespielt hat. Meine Jungs sollen sie schon ein bisschen beschäftigen. Wir wollen es ihnen nicht leicht machen. Der Gegner würde alles andere als einen Sieg als Majestätsbeleidigung werten. (mz)