RBL-Torjäger im Interview

RBL-Torjäger im Interview: Timo Werner: „Nicht mehr Nein sagen zur Champions League”

Leipzig - Nach dem Erfolg von RB Leipzig im Verfolgerduell gegen die TSG Hoffenheim – 13. Saisonsieg der Leipziger – trat auch Timo Werner vor die Mikrofone. Der 20-Jährige erzielte seinen elften Saisontreffer und ist derzeit der treffsicherste deutsche Spieler der ...

29.01.2017, 14:00
Timo Werner bejubelt seinen Ausgleichstreffer gegen die TSG Hoffenheim
Timo Werner bejubelt seinen Ausgleichstreffer gegen die TSG Hoffenheim imago sportfotodienst

Nach dem Erfolg von RB Leipzig im Verfolgerduell gegen die TSG Hoffenheim – 13. Saisonsieg der Leipziger – trat auch Timo Werner vor die Mikrofone. Der 20-Jährige erzielte seinen elften Saisontreffer und ist derzeit der treffsicherste deutsche Spieler der Bundesliga.

Timo Werner, wie zufrieden sind Sie mit dem 2:1 gegen Hoffenheim?

Timo Werner: Die Rote Karte hat uns natürlich in die Karten gespielt. Wir haben aber auch davor schon wirklich gut gespielt. Wir haben uns sehr viele Torchancen erspielt, hätten auch schon am Anfang der zweiten Hälfte in Führung gehen können. Dann haben wir es souverän ’runtergespielt. Wir haben gezeigt, was wir können, dass Hoffenheim auch schlagbar ist.”

Wer ist denn jetzt der beste deutsche Stürmer?

Werner: Für mich immer noch Thomas Müller.

Im Gegensatz zu ihm haben sie gerade einen richtigen Lauf.

Werner: Ich hab jetzt in den vergangenen Spielen sehr gut getroffen, hab hier in Leipzig meine Spielfreude wiedergefunden, auch den Riecher vor dem Tor. Die Mannschaft hilft mir in allen Belangen. Meine Mitspieler servieren mir die Bälle teilweise super vors Tor, so wie heute Naby Keita. Da musste ich den Ball eigentlich nur noch am Torwart vorbeistupsen.

Das war in der Vergangenheit schwer genug.

Werner: Wenn man so ein Selbstvertrauen hat – nicht nur ich, sondern die gesamte Mannschaft – und da oben steht, wo wir jetzt stehen, dann läuft vieles von alleine. Nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Spielern. Dann kommen solche Leistungen zustande, wie wir sie als Team zeigen.

Können Sie bis zum Saisonende da oben stehenbleiben?

Werner: Das ist eine gute Frage, die wir uns auch stellen. Die Antwort ist ganz einfach: Wenn wir so weiterspielen wie bisher können wir das schaffen.

Haben Sie die Champions League schon im Hinterkopf?

Werner: Noch nicht. In 16 Spielen kann noch sehr viel passieren. Wir müssen erstmal so weiterspielen wie bisher. Wenn wir die nächsten Spiele so bestreiten wie jetzt, können Sie nochmal fragen. Wenn wir die nächsten drei, vier Partien gewinnen, kann man fast gar nicht mehr nein sagen zur Champions League.

Ist das Leipziger Spiel überhaupt noch ausbaubar?

Werner: Schwer zu sagen. In der Defensive sind die Abstände ab und zu noch zu groß, wenn wir vorn pressen. Da stehen wir Stürmer vielleicht mal nicht nah genug beieinander. Das kann man immer verfeinern. Aber im Großen und Ganzen sind wir hochzufrieden. Wir spielen genau den Fußball, den wir uns vorstellen.

Der Bundestrainer war im Stadion. Haben Sie einen Gedanken daran verschwendet?

Werner: Ja einen. In der Halbzeit habe ich ihn auf der großen Leinwand gesehen. Davor wusste ich gar nicht, dass er da ist, und danach habe ich mich wieder auf das Spiel konzentriert.

Ist die Nationalmannschaft ein Thema für Sie?

Werner: Das kann man auf sich zukommen lassen. Ich versuche, meine Leistung hier im Verein zu bringen. Wenn die irgendwann gut genug ist, um A-Nationalspieler zu werden, dann freue ich mich. Aber bis dahin gibt es in dieser Saison und in den kommenden Jahren noch genug Spiele, um zu zeigen, dass man irgendwann einmal da spielen darf.

Das Interview wurde von Ullrich Kroemer aufgezeichnet.

(mz)