Rekordspieler Keita

RBL-Rekordspieler Naby Keita spricht über Pierre-Emerick Aubameyang

Grassau - RBL-Rekordspieler Keita nimmt sich Pierre-Emerick Aubameyang und Andres Iniesta zum Vorbild. Naby Keita weiß auch, dass er nach der Ausbildung in Guinea sowie den Stationen Frankreich und Österreich nun bei RB Leipzig in der Bundesliga angekommen ist.

Von Ullrich Kroemer

Noch etwas schüchtern posiert Naby Keita an diesem Mittwoch im Park und am Pool. Für die Fotografen macht er seinen linken Oberarm frei und zeigt seine Muskeln. Auf den Bizeps hat er sich seinen Namen und das Wort „Foot” tätowieren lassen. „Das soll meine Liebe zum Fußball ausdrücken”, sagt er.  

Zwar sind die großen Gesten dem eher leisen Profi etwas unangenehm. Doch Naby Keita weiß auch, dass er nach der Ausbildung in Guinea sowie den Stationen Frankreich und Österreich nun bei RB Leipzig in der Bundesliga angekommen ist. Mit 15 Millionen Euro Ablöse ist er der teuerste Spieler der Vereinsgeschichte und Hoffnungsträger für das zentrale Mittelfeld. Da gehört auch das Posieren zum Geschäft.  

„Bundesliga gibt mir neuen Schwung”

Im Trainingslager von RB Leipzig im bayerischen Grassau spricht der Afrikaner zum ersten Mal ausführlich über seine Ziele mit RBL und über Privates. Keita beherrscht nur ein paar Brocken Deutsch, weshalb RB-Dolmetscherin Raquel Rosa die Fragen der Reporter und seine Antworten übersetzt. Doch nach zwei Jahren bei Red Bull Salzburg hört er den Fragestellern aufmerksam zu und versteht bereits vieles.

Für die Arbeit mit dem Team und seinem neuen Trainer Ralph Hasenhüttl, der alle Trainingseinheiten auf Deutsch abhält, ganz entscheidend. In vier, fünf Monaten wolle er dann die ersten Interviews in der neuen Sprache geben, sagt er lächelnd. Doch auch mithilfe der Übersetzerin drückt sich Keita bereits klar aus. 

„Ich freue mich, dass ich in der Bundesliga spielen darf”, sagt der 21-Jährige. „Das gibt mir neuen Schwung, weiter Vollgas zu geben, noch härter weiterzuarbeiten und mich zu entwickeln.”

Vor allem freue er sich auf die großen Spiele gegen Bayern München und Borussia Dortmund. Und insbesondere fiebert er dem Aufeinandertreffen mit Afrikas Fußballer des Jahres am zweiten Spieltag entgegen. Dann ist Pierre-Emerick Aubameyang mit Borussia Dortmund zu Gast in Leipzig. „Natürlich freue ich mich, gegen ihn zu spielen”, sagt Keita. „Aber ich freue mich auch darauf, in der Bundesliga eine solche Entwicklung zu nehmen wie Pierre-Emerick.” 

„Weniger Zeit, mehr Druck in der Bundesliga”

Die österreichische Liga, in der er 2016 zum besten Spieler gewählt worden war, war Keita nach zwei Jahren zu klein geworden. Viele Experten vermuteten, dass es ihn eher nach England, Frankreich oder Spanien ziehen würde. Doch laut Keita habe sich RB Leipzig zuerst um ihn bemüht. Erst danach seien Angebote anderer Klubs gekommen.

„Für mich war es recht einfach, eine Entscheidung zu treffen, weil ich die Philosophie in Leipzig aus Salzburg kenne”, sagt er. „Es geht für mich jetzt erst einmal darum, mich weiterentwickeln und dem Verein zu helfen. Was später einmal kommt, wird man sehen.”   

Dass sich Keita in der Bundesliga wird steigern müssen, ist ihm durchaus bewusst. „Die Bundesliga ist sehr stark”, sagt der 17-malige Nationalspieler. „Ich habe nicht mehr so viel Zeit und mehr Druck als in der österreichischen Liga. Es liegt in meinen Händen, wie intensiv ich daran arbeite, mich durchzusetzen, um eine gute Saison zu spielen.” Keita will „fit und bereit sein, wenn der Trainer mich einsetzt”. Dass er die Bürde des Rekordtransfers trägt, versucht er auszublenden: „Daran denke ich nicht, das behindert mich nur.”  

Vorbild Andrés Iniesta

Auf dem Spielfeld sieht sich der explosive Techniker auf der Achter oder Zehner-Position im zentralen Mittelfeld. Bescheiden sagt er: „Meine größte Stärke ist es, im Kollektiv zu arbeiten, das System umzusetzen, gemeinsam mit der Mannschaft zu spielen.” In dieser Hinsicht ist Andrés Iniesta vom FC Barcelona sein Vorbild. „Ich mag seinen Spielstil, aber auch wie er lebt: ruhig, ausgeglichen, man hört nichts Negatives über sein Leben.” 

Ein wenig extrovertierter und dominanter als bislang wird Naby Keita aber sicherlich auftreten müssen, um sich in der Bundesliga und bei RB Leipzig als neuer Mittelfeldstar zu behaupten. Siehe Pierre-Emerick Aubameyang. (mz)