RBL bei Bayer Leverkusen

RBL bei Bayer Leverkusen: Fünf Faktoren, die für ein Spitzenspiel sprechen

Leipzig/Leverkusen - Die Partie zwischen Bayer Leverkusen und RB Leipzig an diesem Samstagnachmittag (15.30 Uhr) verfolgt Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl natürlich von Amtswegen von der Seitenlinie aus.

Von Ullrich Kroemer
Szene aus der Vorsaison: Emil Forsberg im Spiel in Leverkusen. dpa

Die Partie zwischen Bayer Leverkusen und RB Leipzig an diesem Samstagnachmittag (15.30 Uhr) verfolgt Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl natürlich von Amtswegen von der Seitenlinie aus.

Doch auch als Fan wäre der Österreicher im Stadion in Leverkusen dabei: „Wenn ich Zuschauer wäre, ich würd’ da hingehen. Da treffen zwei richtig gute Mannschaften aufeinander”, warb Hasenhüttl vor dem Duell mit der Werkself.

Diese Faktoren machen die Partie für den 50-Jährigen so interessant:

Ähnliche Spielanlage

Das hat zu allererst mit der ähnlichen Spielphilosophie beider Teams zu tun, die bei Bayer unter dem neuen Trainer Heiko Herrlich wieder geschärft wurde. „Es gibt sehr viele Gemeinsamkeiten, beide Mannschaften ähneln sich sehr”, sagte Hasenhüttl. „Leverkusen hat viele fußballerische Lösungen, agiert von der Positionierung ähnlich wie wir es tun.”

Und der RB-Chef-Fußballlehrer erklärte auch, was den Unterschied bei diesem Duell zweier gleicher Systeme machen wird: „Es wird darauf ankommen, wer es besser schafft, Ballgewinne nach vorne aufzulösen und den Gegner unter Druck zu setzen.”

Konkurrenzsituation

Zwar belegt Bayer Leverkusen derzeit nur Rang neun in der Bundesliga. Doch das ist nicht mehr als eine Tarnung. „Das ist eine Mannschaft, die die Qualität hat, Champions League zu spielen und deswegen für uns ein direkter Konkurrent”, schätzte Hasenhüttl ein.

Und in der Tat: Betrachtet man sich die Statistik, liegen RBL und Bayer 04 in vielen Werten gleichauf (B04:RBL). Etwa bei Torschüssen (165:168), Ballbesitz (55,91:54,51) oder Pressingindex PPDA (8,47:7,54)* belegen Bayer und Leipzig stets Spitzenplätze in der Bundesliga.

Dass Bayer sechs Punkte weniger als RBL hat, liegt an der Auswärtsschwäche, weil das Team aus dem Rheinland auf fremden Plätzen zu Saisonbeginn defensiv zu anfällig war. Daheim ist Bayer genau wie RB als einziges von vier Teams der Liga noch ungeschlagen und schoss dabei bei gleicher Gegentor-Anzahl zwei Tore mehr als Rasenballsport.  

Toptalent aus Jamaika

Hasenhüttl pries bei seiner Vorschau auf die Partie Leverkusens Qualität in der Offensive. Vor allem Youngster Leon Bailey hat es ihm angetan. Der Jamaikaner, auf den auch RB einst ein Auge geworfen haben soll, sei ein „Topspieler mit einem fantastischen Innendribbling mit dem linken Fuß und guter Schusstechnik. Da muss man hellwach sein, gemeinsam verteidigen”, forderte der Chefcoach.

Luxusproblem statt Personalsorgen

Doch auch der Blick auf den eigenen Kader macht Hasenhüttl dieser Tage Spaß. Jean-Kévin Augustin ist nach Muskelverletzung im Oberschenkel ebenfalls wieder einsatzfähig wie Dayot Upamecano. Zwar sei „Jika” noch nicht „bei 100 Prozent, aber er hat gezeigt, dass er die Belastung ganz gut verkraftet hat. Er ist eine Option, ob ich ihn von Anfang an bringe, weiß ich noch nicht”, sagte der Trainer.

Upamecano ist nach leichten Halsschmerzen am Donnerstag an diesem Freitag wieder ins Training eingestiegen und wohl gegen Bayer gesetzt. Einzig der Zehenbruch von Stefan Ilsanker bereitet RB Sorgen. „Ilse ist auf dem Weg der Besserung, der Zeh ist nicht mehr geschwollen”, sagte Hasenhüttl.

Um langsam wieder einzusteigen und den Zeh nicht überzubelasten, läuft der Defensivallrounder mit zu großen Fußballschuhen auf. „Es wird noch ein bisschen dauern”, sagte Hasenhüttl. Aber es sei Licht am Ende des Tunnels. Hasenhüttl hofft, dass sein Landmann „nächste Woche mit der Mannschaft trainieren” kann.

Weil fast alle Spieler fit sind, kann sich RBL laut Trainer sogar ein „Luxusproblem” leisten: auf den Positionen im defensiven Mittelfeld, wo wohl Diego Demme das Nachsehen hinter Naby Keita und Kevin Kampl haben wird. „Es kann durchaus sein, dass der ein oder andere in Gras beißen muss und nicht dabei ist”, formulierte Hasenhüttl und meinte dabei hoffentlich den sprichwörtlich sauren Apfel.

Persönliche Beziehungen

Nicht zuletzt freut sich der Steirer auch wegen eines Wiedersehens auf das Spiel bei Bayer. Mit Trainer Herrlich drückte der RB-Coach 2005 die Schulbank beim Fußballlehrer-Lehrgang des DFB. „Wir haben nebeneinander gesessen, hatten viel Spaß”, sagte Hasenhüttl. Zu den Noten wollte er nichts verraten. „Das Schöne ist, dass das auch keine Aussagekraft dafür hat, was danach passiert.” Stimmt: Jahrgangsbester war damals unter anderem Robin Dutt, der in Leverkusen und Bremen krachend scheiterte. (mz)

 *Wert laut 11freunde.de nach dem 7. Spieltag