RB-Trainer kritisiert Paderborn

RB-Trainer kritisiert Paderborn: Effenberg-Streit ein "Rauschen im Blätterwald"

Leipzig - Die Diskussion zwischen Konzepttrainer-Vater Ralf Rangnick und Ex-Platzhirsch-Trainer Stefan Effenberg hallte auch gestern Nachmittag noch nach. In der Pressekonferenz vor dem morgigen Spiel zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Heidenheim ging RBL-Chefcoach Rangnick etwas kritischer mit seinem Team ins Gericht als noch direkt nach dem wackeligen 1:0 in ...

Von Ulrich Kroemer

Die Diskussion zwischen Konzepttrainer-Vater Ralf Rangnick und Ex-Platzhirsch-Trainer Stefan Effenberg hallte auch gestern Nachmittag noch nach. In der Pressekonferenz vor dem morgigen Spiel zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Heidenheim ging RBL-Chefcoach Rangnick etwas kritischer mit seinem Team ins Gericht als noch direkt nach dem wackeligen 1:0 in Paderborn.

Team tat sich schwer

„Wir haben uns schwer getan, haben in dem Spiel nicht die richtigen Antworten gefunden“, sagte Rangnick. Das habe erstens an den „widrigen Platzverhältnissen“ gelegen. Zweitens habe sein Team erst spät gemerkt, wie man gegen die Paderborner Manndeckung „Spieler herausziehen und in Räume hineinstoßen“ könne. Auch das Spiel gegen den Ball war nicht nach Rangnicks Vorstellungen, dabei ist es laut Coach eigentlich die wirkungsvollste Variante gegen mannorientiertes Spiel, weil der Gegner „ungeordnet ist, die Gegenspieler ihre mannzudeckenden Spieler nach schnellem Ballverlust erst suchen und finden müssen“.

Nach der Videoanalyse tat Rangnick, der sein altes Image vom „Fußball-Professor“ wieder einmal bestätigte, Effenbergs Taktik jedenfalls nicht mehr als unmodern („zuletzt vor 30 Jahren gesehen“) ab, sondern nutzte die Adjektive „ungewöhnlich“ und „überraschend“. Dass Emil Forsbergs Gegenspieler nach dessen Auswechslung zur Trainerbank gegangen sein und gefragt haben soll, wen er jetzt decken solle, zeige, dass die Taktik selbst „für die Paderborner Spieler ungewöhnlich“ gewesen sei. Rangnick sagte aber auch: „Wir haben gesehen, welche Optionen dennoch dagewesen wären, wie wir daraus mehr Kapital hätten schlagen können.“

Konter von "Effe"

Ob das Beispiel Schule macht und die kommenden Gegner ähnlich wie Effenbergs Team agieren, mochte Rangnick nicht prognostizieren. Auf Heidenheim bereite sich sein Team wie gehabt auf Grundlage der vergangenen drei, vier Spiele des Gegners vor.
Stefan Effenberg hatte bei der Bild-Zeitung zuvor bereits überaus souverän Rangnicks Befremden ob seiner angeblich antiquierten Taktik gekontert: „Die vier hochkarätigen Chancen, ein regulärer Tor, das aberkannt wurde, das Torschussverhältnis von 9:9, sowie die mehr gewonnenen Zweikämpfe sprechen deutlich eine andere Sprache. Ich wünsche Herrn Rangnick trotzdem alles Gute“, sagte „Effe“. SCP-Präsident Wilfried Finke hatte zuvor gepoltert: „Das strotzt vor Überheblichkeit. Rangnick soll sich um seine Mannschaft kümmern, nicht um die Spielweise des Gegners. Wir waren taktisch besser eingestellt und das bessere Team.“

Über die Wellen, die das Thema schlug, lächelte Rangnick gestern nur milde. „Es gibt keine persönlichen Ressentiments zwischen Stefan Effenberg und mir“, sagte er. Der RBL-Vordenker zuckte mit den Schultern und ergänzte: „Ein bisschen Rascheln im Blätterwald. Das ist halt so.“ Ironisch fügte er hinzu: „Das kennen wir ja sonst nicht so hier.“