Seitenlange Erklärung

RB Leipzig: Warum der Playboy ein Rangnick-Interview nicht druckte

Leipzig - Der Playboy verzichtete darauf, ein zuvor geführte Gespräch mit Ralf Rangnick abzudrucken. Der Unmut der Redaktion richtet sich gegen die Autorisierung.

13.01.2018, 22:08
Ralf Rangnick, Sportdirektor von RB Leipzig.
Ralf Rangnick, Sportdirektor von RB Leipzig. imago sportfotodienst

Den Playboy kaufen viele Männer bekanntlich vor allem wegen der Interviews. Auf eines mit Ralf Rangnick müssen die Leser in der aktuellen Ausgabe des Magazins aber verzichten. Der Playboy weigerte sich, das zuvor geführte Gespräch abzudrucken. Was aber nicht an Rangnick selber lag – der Unmut der Redaktion richtet sich gegen die Autorisierung.

Auf einer ganzen Seite des Hefts informiert die Redaktion ihre Leser über den Sachverhalt. So habe Autor Thilo Komma-Pöllath dem RB-Sportdirektor im Gespräch „offene Worte“ entlockt. Rangnick habe berichtet, den „geilsten Job“ der Bundesliga zu haben und verriet ehrlich, was er von Bayern Münchens Trainersuche hält.

„Alles in allem bemerkenswerte Sätze eines selbstbewussten, intelligenten, wortgewandten und meinungsstarken Fußballfachmanns“, heißt es im Text.

Rangnick-Interview im Playboy: Ärger über die Autorisierung

Allerdings sei das Interview dann bei der Autorisierung derart verändert worden, dass sich anschließend keines der genannten Themen mehr wiederfand.

„Wenn durch eine Autorisierung, die hier wohl nicht mal von Rangnick selbst durchgeführt wurde, ein ursprünglich knackiges, pointiertes und authentisches Interview bis zur Unkenntlichkeit verändert, weichgespült und damit um konkrete Aussagen bereinigt wird, dann wird unabhängiger Journalismus von PR-Beratern bewusst verhindert“, heißt es in der Stellungnahme des Playboy. Und weiter: „Der PR-Agent […] ließ uns wissen, dass RB Leipzig es untersage, die Originalfassung des Playboy-Interviews zu drucken.“

RB Leipzig betonte am Abend gegenüber der MZ, dass die Autorisierung des Interviews nicht über den Verein, sondern Rangnicks private Agentur vorgenommen wurde. Der Playboy habe diesen Zusammenhang in dem Text falsch dargestellt.

Das Magazin verzichtete jedenfalls auf einen Abdruck der autorisierten Version, um nicht „als verlängerter Arm übereifriger PR-Manager zu dienen.“ Und machte diesen Schritt zugleich transparent für alle Leser. In der langen Playboy-Historie sei dies ein Novum gewesen, heißt es im letzten Satz der Erklärung.

(mz/bbi)