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Stimmen zum Spiel

RB Leipzig verliert bei Dynamo Dresden - die Stimmen zum Spiel: Das sagten Verlierer und Gewinner

Dresden - RB Leipzig hat den Pflichtspiel-Auftakt in die Saison verpatzt. Im Sachsen-Derby bei Dynamo Dresden unterlag das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl im Elfmeterschießen mit 4:5. Das sagten die Protagonisten zum Spiel

Von Ullrich Kroemer 20.08.2016, 17:19
Zum Haareraufen: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl nach der Niederlage in Dresden
Zum Haareraufen: RB-Trainer Ralph Hasenhüttl nach der Niederlage in Dresden dpa-Zentralbild

Bittere Pokal-Pleite für Bundesligist RB Leipzig beim Rivalen Dynamo Dresden nach Elfmeterschießen. Die Stimmen zur Pokalschlacht:

 

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig):

„Dass nach dem Anschlusstreffer die Menge tobt und das Stadion kommt, ist klar. Nicht klar ist hingegen, warum wir uns haben so von unserem Spiel abbringen lassen. Coaching ist da nicht mehr möglich, das muss die Mannschaft auf dem Platz regeln. Es gab keinen Grund, so aus dem Tritt zu kommen. Aber unsere junge Mannschaft ist noch nicht so weit, dass wir das ohne weiteres wegstecken können.

Wir hatten noch nicht über 90 Minuten die Kraft, unser Spiel so durchzuziehen wie in den ersten 45 Minuten. Daran müssen wir arbeiten, denn eines ist klar: In der Bundesliga wird es nicht leichter.”

Uwe Neuhaus (Trainer Dynamo Dresden):

„Dass ich sehr zufrieden bin, kann sich jeder denken. Ich bin auch mit der ersten Hälfte nicht unzufrieden. Dass RB aus einer Chance zwei Tore macht, ist schon eine bittere Bestrafung. Aber was uns zu Beginn gefehlt hat, waren der richtige Glaube und die Laufwege, die nach der Umstellung noch nicht so eingespielt waren.

In der zweiten Hälfte haben wir gesehen, dass Dynamo lebt. Das war Dynamo, wie es schöner nicht sein könnte. Aufgrund der zweiten Hälfte ist der Sieg nicht unverdient.”

Dominik Kaiser (Kapitän RB Leipzig):

„Das war ein Spiel mit zwei komplett gegensätzlichen Hälften. In der ersten Halbzeit haben wir extrem dominiert, unser Spiel voll und ganz auf den Platz bekommen, Dresden eigentlich überhaupt keine Chance gelassen. Wir sind in der Offensive immer wieder gefährlich vor das Tor gekommen. Wir waren uns zur Halbzeit bewusst, dass das trotz der Zwei-Tore-Führung noch nicht durch ist und noch ganz schwierig werden kann. Durch eine Aktion, die dann zum Elfmeter führte, haben wir uns das Ding aus der Hand nehmen und Dresden richtig ins Spiel kommen lassen. Das darf uns einfach nicht passieren. Wir müssen in den einzelnen Aktionen viel, viel cleverer sein und das Spiel wieder kontrollieren.

Mit so einer ersten Hälfte darfst du normalerweise nicht als Verlierer vom Platz gehen. Aber auch wenn es brutal schwierig ist, das heute zu akzeptieren: Aus solchen Situationen müssen wir lernen. Dresden war dann in einigen Situationen giftiger, hat uns teilweise in den Zweikämpfen eine Zeitlang dominiert. Das müssen wir in den nächsten Wochen abstellen, sonst wird es in der Bundesliga auch schwer.”

Aios Aosman (Stürmer Dynamo Dresden):

„Es kam nicht darauf an, dass ich der letzte Torschütze beim Elfmeterschießen war. Alle haben gesehen, dass die ganze Mannschaft Moral bewiesen hat – von der ersten bis zur letzten Minute. In der ersten Halbzeit haben wir zwei sehr unglückliche Tore bekommen, eigentlich haben wir so gut wie nichts zugelassen. Dann gegen einen Erstligisten so zurückzukommen, zeigt unsere Moral.”

 Zu seinem Siegtor beim Elfmeterschießen:

„Wir haben alle gesagt, dass wir nichts mehr zu verlieren haben. Wir hatten schließlich vorher alles abgerufen. Ich habe mir einfach gedacht: Wenn ich den jetzt reinhaue, mache ich 30.000 Leute glücklich und alle anderen Dynamo-Fans auch. Dann habe ich gewusst, dass ich treffe. Ich habe von Anfang an gewusst, wo ich hinschieße. Wenn ich den Ball präzise treffe, hat der Keeper keine Chance.”

Marco Hartmann (Kapitän Dynamo Dresden):

„Ich habe so etwas noch nie erlebt. Alle Spieler hatten in allen Körperteilen Krämpfe. Immer wenn ich aufstehen wollte, kam der nächste. Aber was sollten wir machen? Wir hatten ja schon dreimal gewechselt. Also haben wir dort gestanden, wo wir stehen müssen und haben versucht, nochmal was zu machen, einen umzutreten oder so.

Wir hatten heute auch zu Beginn eine Taktik, die gar nicht so verkehrt war. Aber mit dem Rückstand hat uns der Glaube gefehlt. Da haben wir uns gefragt: Wie wollen wir das jetzt umbiegen? Also: back to the roots, das machen, was wir das gesamte vergangene Jahr gemacht haben. Feuer frei nach vorn, mutig, Eier haben! Man braucht ein, zwei Aktionen und man zündet die gesamte Bude hier wieder an. Es ist einfach schön, solche Geschichten zu schreiben.” (mz)