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RB-Trainer Hasenhüttl

RB Leipzig-Trainer Hasenhüttl gegen Playoffs in der Bundesliga

Leipzig - Ralph Hasenhüttl schien nur auf diese Frage gewartet zu haben. Bei der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach hat sich der RB-Trainer klar gegen Playoff-Pläne in der Bundesliga ...

Von Ullrich Kroemer 20.09.2016, 15:37
RB-Trainer Ralph Hasenhüttl
RB-Trainer Ralph Hasenhüttl dpa-Zentralbild

Ralph Hasenhüttl schien nur auf diese Frage gewartet zu haben. Bei der Pressekonferenz vor dem Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach hat sich der RB-Trainer klar gegen Playoff-Pläne in der Bundesliga ausgesprochen.

„Ich bin überhaupt kein Freund davon”, sagte Hasenhüttl. „Es gibt nichts Schlimmeres, als dass nach einer halben Saison auch noch der Tabellenachte Meister werden kann wie in der Eishockeyliga. Das finde ich eine Vollkatastrophe.”

Wolfgang Holzhäuser, einst Liga-Funktionär und Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, hatte die Debatte im Fachblatt Kicker eröffnet. „Die Überlegung, nach Abschluss der Punktrunde die ersten vier Plätze in der Bundesliga auszuspielen, ist aktueller denn je zuvor”, sagte Holzhäuser.

Durch Playoffs zwischen beispielsweise den ersten vier Teams einer möglichen Hauptrunde könnte die Vormachtstellung des FC Bayern, die viele als Langeweile empfinden, eingeschränkt werden. „Auf Dauer ist die Dominanz eines Klubs nicht gut für den Wettbewerb", sagte Holzhäuser.

RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl: „Keinen ehrlicheren Titel als die Meisterschaft”

Hasenhüttl hingegen machte sich in seinem wortgewaltigen Plädoyer stark für den Erhalt der bisherigen Regelung. „Es gibt für mich keinen ehrlicheren Titel als eine Meisterschaft. Ich hänge das sogar höher als einen Champions-League-Sieg”, sagte der 49-Jährige. „Sich über ein ganzes Jahr hinweg, Woche für Woche auch gegen den vermeintlich kleinsten Gegner so einzustellen, dass man drei Punkte holt, ist der am schwersten zu erringende Titel, den man sich vorstellen kann.”

Zwar ist RB Leipzig mittelfristig ein Kandidat für die ersten vier Plätze der Liga und würde somit von einer möglichen Modusänderung profitieren. Doch für Hasenhüttl gibt es in dieser Frage keine zwei Meinungen. „Nicht auszudenken, dass ich das ganze Jahr hinweg einen Topjob mache und dann in zwei, drei schlechten Spielen um die Früchte dieser brutalen Arbeit gebracht werde”, so der Österreicher.

„Wer über ein ganzes Jahr hinweg die konstant beste Leistung gebracht hat, hat es auch verdient, deutscher Meister zu werden. Und wenn das mit 15 Punkten Vorsprung ist, dann ist das zwar vielleicht nicht so spannend, aber für mich gar nicht hoch genug anzurechnen.”

Thomas Tuchel, Trainer des BVB: „Offen für Regeländerungen”

BVB-Trainer Thomas Tuchel hingegen findet die „Idee nicht so abwegig”. Der BVB-Trainer hatte in der Pressekonferenz am Dienstag gesagt: „Wieso nicht? Es würde dem Tabellenzweiten, -dritten, -vierten eine Chance geben, doch noch Meister zu werden.”

Der Dortmunder sei „sehr offen für Reglementänderungen, wenn es nicht allzu verrückt ist". Es scheint ganz so, als verschwömmen in der Playoff-Diskussion die sonst so fest vergebenen Rollen zwischen Traditionsklubs auf der einen und Neulingen auf der anderen Seite ganz gewaltig. (mz)