Stimmen zum DFB-Pokal-Erfolg

RB Leipzig siegt im DFB-Pokal: Orban: „Einfache Ballverluste und zu ungeduldig gespielt”

Aalen - Letztlich war das Ergebnis und auch die Leistung von RB Leipzig beim 5:0 (1:0) gegen Amateurklub Dorfmerkingen souverän.

RBL-Kapitän Willi Orban fand kritische Worte für den Auftritt seiner Mannschaft.
RBL-Kapitän Willi Orban fand kritische Worte für den Auftritt seiner Mannschaft. imago sportfotodienst

Letztlich war das Ergebnis und auch die Leistung von RB Leipzig beim 5:0 (1:0) gegen Amateurklub Dorfmerkingen souverän. Doch mit der ersten Hälfte können die Leipziger nicht zufrieden sein.

Trainer Ralph Hasenhüttl kritisierte das Auftreten in den ersten 45 Minuten ebenso wie Matchwinner Yussuf Poulsen, Dominik Kaiser und Kapitän Willi Orban. Die Stimmen zum Spiel:

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): „Es war eine super Stimmung im Stadion. Wir haben in der ersten Hälfte dafür gesorgt, dass sie noch länger gut blieb, weil wir das zweite und dritte Tor nicht gemacht haben. So hat der Gegner noch gehofft, dass noch was geht. Es sind dann ein paar Dinge passiert, die mir nicht gefallen haben. In der zweiten Hälfte war es dann das Spiel, das wir uns wünschen. Mit unserer Qualität haben wir den Gegner dann irgendwann überfordert. Dennoch Kompliment an Dorfmerkingen: Das war eine sehr leidenschaftliche Vorstellung ohne übertriebene Härte, sie haben versucht mitzuhalten, solange die Kräfte reichen.”

Yussuf Poulsen (Stürmer RB Leipzig): „Erstens hat es Dorfmerkingen gut gemacht, und zweitens sind uns anfangs zu viele einfache Fehler unterlaufen. Wir mussten immer ein bisschen hinterherrennen beim Umschalten, haben das Tempo nicht hoch- und den Ball in der gegnerischen Hälfte halten können. Wir hatten dennoch die Chancen, um fünf Tore in der ersten Halbzeit zu machen – machen wir aber nicht. Und dann gehen wir in die Pause, und das Spiel lebt immer noch und sie sind immer noch heiß. Dann haben wir das Tempo ein bisschen hoch geschraubt, hatten eine gute Viertelstunde, und dann war die Sache durch.“

„Jeder im Team hat auf diesen Tag gewartet, dass wir endlich wieder um etwas spielen. Vorbereitungsspiel sind eben keine Wettbewerbsspiele, und auf die freuen wir uns. Aus der zweiten Hälfte nehmen wir natürlich Selbstvertrauen mit, da haben wir es gut gemacht. Und die Erkenntnis, dass wir immer das Tempo hoch halten müssen. Dann wird es für jeden Gegner schwer.”

Dominik Kaiser (Mittelfeldspieler RB Leipzig): „Bei uns hat die Konzentration gefehlt, im Passspiel von hinten heraus, oft auch im letzten Pass vor dem Abschluss im Sechzehner. Eine überragende Aktion hat uns das 1:0 beschert, aber sonst hat Dorfmerkingen super dagegengehalten, gut verteidigt und immer wieder mit ihren zwei, drei Stürmern vorn blitzschnell umgeschaltet. Das hat uns ordentlich beschäftigt, wir mussten teilweise die Konter unterbrechen, haben früh Gelbe Karten bekommen. Sicher haben wir ein paar klare Chancen liegenlassen, aber das war eine sehr enge Kiste. Nach dem frühen 2:0 war es dann sehr souverän. Danach war es dann einfacher, weil die Kräfte des Gegners nachgelassen haben und unsere Räume größer wurden.”

„Schalke wird natürlich ein anderes Kaliber, aber ich bin überzeugt, dass wir dort ein richtig gutes Spiel abliefern – auch wenn heute noch nicht alles rund lief.”

Willi Orban (Kapitän RB Leipzig): „Man muss Dorfmerkingen Respekt zollen. Man hat gemerkt, dass es für sie ein sehr besonderes Spiel ist. Sie haben alles reingeworfen, solange die Kraft noch da war. Wir haben nicht gut gespielt in der ersten Hälfte, hatten viele einfache Ballverluste, haben zu ungeduldig gespielt. Das hat der Trainer in der Pause angesprochen, und dann haben wir es immer besser gemacht.”

„Wir nehmen das Gefühl mit, die erste Pokalhürde gemeistert zu haben. Dennoch wird das in der Bundesliga eine andere Gangart. Aber ich bin optimistisch, weil wir viel in der Vorbereitung gearbeitet haben, detailliert den Spielaufbau verbessert haben, und das werden wir in den ersten Spielen direkt zeigen.”

Helmut Dietterle (Trainer SF Dorfmerkingen): „Wir haben eine Passquote von 59 Prozent. Das zeigt dann schon, dass wir ein bisschen Fußball gespielt haben und nicht nur hinten drin gestanden haben. Wir haben versucht, sehr oft schnell zu kontern und gleich mit dem ersten Kontakt die Spitze zu suchen. Da haben wir die Leipziger manchmal etwas in Schwierigkeiten gebracht. Unterm Strich ist das aufgegangen, was wir wollten. Wir wollten uns als leidenschaftlich kämpfende Mannschaft präsentieren, die auch ein Team ist, die mutig ist und mit Tempo spielen kann und will.”

(mz)