Länderspielpause bei RB Leipzig

RB Leipzig: Reserve und Nachwuchs testen während der Länderspielpause

Leipzig - Für die zweite Reihe bei RB Leipzig bietet sich aktuell die Chance, sich zu zeigen.

Von Ullrich Kroemer 05.10.2016, 09:04
Bislang noch keine Minute gespielt: Rani Khedira und Marius Müller.
Bislang noch keine Minute gespielt: Rani Khedira und Marius Müller. imago sportfotodienst

Es ist nur ein Testspiel. Aber Marius Müller ist schon voller Vorfreude, erstmals nach der Vorbereitung wieder mit ersten Mannschaft auf dem Platz stehen zu dürfen. Vor der Partie gegen Dukla Prag (Do, 18 Uhr, Cottaweg) sagt RB Leipzigs Ersatztorhüter: „Ich freue mich natürlich, wieder eine Halbzeit mit den Profis zu spielen.”

Der 23-Jährige Müller hat bereits 44 Spiele für den 1. FC Kaiserslautern bestritten und kann Einsätze in der U20 des DFB nachweisen. Doch nach seinem Wechsel nach Leipzig im Sommer musste sich Müller wieder hinten anstellen. Innerhalb des wohl am ausgeglichensten besetzten Torhütertrio der 1. Liga hat sich Trainer Ralph Hasenhüttl zwar für Peter Gulacsi als Nummer eins entschieden; nicht aber für eine klare Nummer zwei. So teilen sich Routinier Fabio Coltorti und Youngster Marius Müller die Position. Müller ist nach eigenem Bekunden „Nummer 1,5 oder 2,5 – je nachdem, wie man das sieht.”

Länderspielpause: Fokus liegt mehr auf jedem einzelnen

Julian Chabot, Paul Grauschopf, Agyemang Diawusie (U19), Sören Reddemann, Patrick Strauß, Alexander Siebeck, Felix Beiersdorf, Federico Palacios, Dominik Martinovic (alle U23).

Der 1,92-Meter-Mann ist nach dem dienstäglichen Training gut drauf, schreibt Autogramme, lobt das „außergewöhnlich kollegiale und freundschaftliche” Verhältnis des Torhütertrios und hat sich fürs Erste mit seiner Rolle abgefunden. „Das ist Selbstdisziplin und Professionalität”, sagt er. „Pete Gulacsi macht das super im Moment, da gibt es aktuell keinen Grund, dran zu rütteln. Es geht darum, Fitness und Spielpraxis aufrecht zu erhalten und da zu sein, wenn ich gebraucht werde.“

Und aktuell wird Müller gebraucht, da Stammtorhüter Gulacsi mit Ungarns Nationalmannschaft gefordert ist. So ist die Länderspielpause für die Reservespieler immer auch eine Chance. Das gilt für Müller ebenso wie beispielsweise auch für Rani Khedira, der in den ersten sechs Spielen nur zwei Mal im Kader war und ebenfalls noch keine einzige Minute gespielt hat. Darüber sprechen will der 22-Jährige „Sechser” aktuell nicht.

Hasenhüttl: „Wollen sehen, wen wir noch im Stall haben”

Anders als Müller: „Grundsätzlich haben wir immer alle Möglichkeiten, uns zu zeigen”, sagt der Keeper. „Aber natürlich haben wir in der Länderspielpause einen kleineren Kader, da liegt der Fokus noch einmal etwas mehr auf jedem einzelnen.” Trainer Ralph Hasenhüttl sagt: „Für Spieler, die nicht so viel zum Einsatz kommen, ist Spielpraxis das Wichtigste. Die Chance dazu bekommen sie.”

Während der Absenz von gleich elf Spielern aus der ersten Mannschaft ist das verbliebene Grüppchen um Kapitän Dominik Kaiser und Routinier Marvin Compper auch gefordert, Verantwortung zu übernehmen und die jungen Spieler heranzuführen. Gleich neun Youngster dürfen sich aktuell im Bundesligateam zeigen. „Am Donnerstag werden wir die alle mal ins kalte Wasser werfen und dann schauen wir mal, wie sie sich freischwimmen”, sagt Hasenhüttl. „Wir wollen schon sehen, wen wir noch im Stall haben.”

Dazu müsse das Team Mittwoch und Donnerstag vor dem Test noch Automatismen im Spiel gegen den Ball schulen. „Es sollte schon etwas synchron aussehen, was wir da machen”, sagt der Chefcoach. „Es soll ein ordentlicher Test sein.”

Und Marius Müller? Rechnet er sich in dieser Saison noch einen Startelfeinsatz in der Bundesliga aus? „Ich habe noch nicht in die Glaskugel geschaut, werde ich dann gleich mal machen”, sagt er lächelnd. „Ich arbeite, gebe im Training Vollgas, schiebe Extra-Schichten, alles andere kommt von allein.” (mz)