RB Leipzig

RB Leipzig: „Mentalitätsspieler“ Sabitzer wieder auf dem Platz

Leipzig - Marcel Sabitzer spricht nicht so gern. Da können man wenig ausrichten, hieß es Samstag vom Verein, nachdem RB Leipzig den tschechischen Erstligisten Dukla Prag getestet und durch Tore von Federico Palacios (13.) und Bruma (70.) 2:0 besiegt hatte. Ein unscheinbares Ergebnis, kaum Rede und Analyse wert. Aber Sabitzer war dabei gewesen, und Sabitzer - das klingt nach besseren ...

Von Martin Henkel 08.01.2018, 12:18
Marcel Sabitzer am Ball
Marcel Sabitzer am Ball dpa-Zentralbild

Marcel Sabitzer spricht nicht so gern. Da können man wenig ausrichten, hieß es Samstag vom Verein, nachdem RB Leipzig den tschechischen Erstligisten Dukla Prag getestet und durch Tore von Federico Palacios (13.) und Bruma (70.) 2:0 besiegt hatte. Ein unscheinbares Ergebnis, kaum Rede und Analyse wert. Aber Sabitzer war dabei gewesen, und Sabitzer - das klingt nach besseren Zeiten.

Aber reden ist nicht so sein Ding, also musste man sich seinen Teil denken, was sein Comeback für die Sachsen bedeutet. Ende November hatte sich der Österreicher im Spiel gegen Monaco an der Schulter verletzt und war bis Ende des Jahres ausgefallen.

Spiel gegen Dukla Prag: Sabitzer hielt sich von Zweikämpfen weitgehend fern

RB gewann in dieser Zeit von sechs Partien keine. Rang fünf ist das Ergebnis dieser Siegloskrise, die zu verstehen neben Standardschwäche, Jahresendmüdigkeit, verlorener Selbstgewissheit und verlorenem Matchglück zu Sabitzer führt. Der 23-Jährige ist neben seinen technischen Qualitäten einer für die hemdsärmeligen Spiele, von denen es zuletzt so einige gab. Wenn Biss, Verve und Wille gefragt sind. Hasenhüttl nennt ihn „Mentalitätsspieler“.

Gegen die Tschechen war davon nicht sonderlich viel zu sehen. Sabitzer hielt sich von Zweikämpfen weitgehend fern, lief auch nicht jeden Gegner an und hatte immer mal wieder Spaziergangphasen. Aber Hauptsache dabei. Samstag kommt der Tabellenzweite FC Schalke 04 zu Besuch (18.30 Uhr), es ist Rückrundenstart.

Hasenhüttl sagte später: „Wenn Sabi gegen Schalke eine Option sein soll, dann war klar, dass er eine Halbzeit bekommen muss. Er hat es ordentlich gemacht, auch wenn er noch nicht in jeden Zweikampf gegangen ist.“

Warum auch was riskieren in einem Spiel, bei dem es ohnehin darum ging, die Defensive zu testen. Zu null spielen, war eines der Matchziele. „Geschafft!“, meinte später Kapitän Willi Orban, „das war mal wieder wichtig.“ Standards verhindern bzw. verteidigen, auch das soll „Thema der Partie“ gewesen sein. „Wir waren sehr konzentriert“, meinte Hasenhüttl. Und schließlich, wichtiger als alles andere: Ja keinen verletzten Schlüsselspieler mehr.

Forsberg fehlt gegen Schalke - Halstenberg wohl auch

Davon hat RB nämlich dann doch ein paar zu viele, wie sich zuletzt bemerkbar machte durch Sabitzers Ausfall und dem von Spielmacher Emil Forsberg, der an einer Bauchmuskelzerrung leidet, die der Schwede partout nicht kuriert bekommt. Seit fast sieben Wochen fällt er mit dieser Verletzung nun schon aus, Hasenhüttl sagte: „Wir müssen ihn weiter draußen lassen.“

Forsberg wird gegen Schalke also fehlen, er hat ja noch keine Minute trainiert. Marcel Halstenberg wohl auch, obwohl der Nationalspieler schon wieder mit seinen Kollegen zugange ist. Der Bruch sei noch „zu jung“, meinte Hasenhüttl, da wolle man nichts riskieren. 

Doch neben dem wieder gesunden Timo Werner auch Sabitzer verwenden zu können, ist im Angesicht der jüngsten Wochen und des kommenden Gegners mehr als eine gute Nachricht. Es ist ein Versprechen auf die Rückkehr zu dem, was RB im vergangenen Jahr gewesen ist: ein Kandidat für Europa. Orban sagte: „Sabi ist ein wichtiger Mentalitätsspieler, das ist bekannt. Er hat uns in den letzten Spielen als Typ sehr gefehlt. Ich bin froh, dass er langsam wieder fit wird. Auch Yussuf Poulsen zeigte sich froh, dass der Mittelfeldspieler, der zuletzt zum Jahresbesten seiner Heimat gewählt wurde, wieder zur Verfügung steht. Gerade jetzt, wo es darauf ankommt, sofort zu punkten: „Sabi“, so der Däne, „ist ein Topspieler, wir haben gegen Dukla gesehen, dass uns seine Pässe in die Tiefe, seine Aggressivität und seine Torgefährlichkeit sehr guttun.“ (mz)