RBL in der Europa League

RB Leipzig in der Europa League: Olympique Marseille? „Kenn’ ich nicht“

Leipzig - Der Gast bei RB Leipzig an diesem Donnerstag im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League ist Olympique Marseille? „Kenn’ ich nicht“, sagte Yussuf Poulsen. Also schon, dem Namen nach. Sind Franzosen, die Stadt liegt am Mittelmeer, die Mannschaft spielt im Stade Velodrome, sie ist die einzige der Ligue 1, die die Champions League gewonnen ...

Von Martin Henkel 05.04.2018, 10:26

Der Gast bei RB Leipzig an diesem Donnerstag im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League ist Olympique Marseille? „Kenn’ ich nicht“, sagte Yussuf Poulsen. Also schon, dem Namen nach. Sind Franzosen, die Stadt liegt am Mittelmeer, die Mannschaft spielt im Stade Velodrome, sie ist die einzige der Ligue 1, die die Champions League gewonnen hat.

Sie sind aber lange vorbei, die glorreichen Jahre, als der Unternehmer, Politiker, Schauspieler, Sänger und Bakschisch-König Bernard Tapi Präsident war, Franz Beckenbauer mal ein Jahr lang Trainer und Sportdirektor gewesen ist, Klaus Allofs und Rudi Völler für OM spielten, genauso wie der spätere Bayern-Stürmer Jean-Pierre Papin oder der heutige französische Nationalcoach Didier Deschamps.

Ralf Rangnick freut sich auf Wiedersehen mit Luiz Gustavo

RB Leipzigs Stürmer Poulsen muss man deshalb nach alledem nicht fragen. Als Olympique 1993 die Champions League gewann, war der Däne noch nicht geboren. Emil Forsberg immerhin ist schon zwei Jahre alt gewesen. Aber die Frage nach Marseille ergab dieselbe Antwort: „Die kenn’ ich nicht.“ Das gleiche bei Konrad Laimer, Jahrgang 1997: „Kenn’ ich nicht.“ Und selbst Ralf Rangnick, 1958 geboren, sagte vor der Partie: „Ich habe noch nie gegen OM gespielt.“

Mit Luiz Gustavo immerhin kann der Sportdirektor der Sachsen etwas anfangen. Der 30-Jährige ist Spieler bei Olympique, Rangnick hat ihn vor elf Jahren aus der zweiten brasilianischen Liga nach Hoffenheim geholt, bevor der defensive Mittelfeldmann zu den Bayern, Wolfsburg und vorigen Sommer nach Marseille gewechselt ist. „Ich freue mich, ihn wiederzusehen“, sagte Rangnick.

„OM ist kein leichter Gegner, leider“

Mehr gab es im Vorfeld der Partie zum Gegner nicht zu sagen. Als Ralph Hasenhüttl sich äußerte, hatte der Trainer der Leipziger die Franzosen immerhin schon mal am TV studiert. Er steuerte kenntnisreich bei: „OM ist kein leichter Gegner, leider. Aber das ist Viertelfinale, wer da spielt, kann was. Und Marseille kann noch ein bisschen mehr.“

Die Leipziger gehen also keineswegs ohne Vorwarnung in diese Partie. Aber es ist vielleicht ein Vorteil, wenn der Name Olympique keinen Schrecken mehr erzeugt, sondern nach einem Gegner klingt, „gegen den wir uns zutrauen, eine Runde weiterzukommen“, wie Rangnick meinte.

Der bekannteste Spieler ist der eigenwillige französische Nationalspieler Dimitri Payet. Und: Marseille ist Tabellendritter, vier Punkte hinter dem AS Monaco, den - ein Anhaltspunkt - RB in der Champions-League-Gruppenphase zum Gegner hatte. Die erste Partie endete 1:1, die zweite 4:1. Mit diesen Vordaten lässt sich deshalb etwas anfangen.

Gute Vorzeichen vor dem Spiel gegen Marseille

Und wie steht es um Leipzig, wo es erstmals seit Wochen keine Debatten, Diskussionen oder überhaupt irgendein Reizthema gibt. Verletzte? Nur Stefan Ilsanker fehlt, Abwehrchef Willi Orban ist gesperrt. Der Trainer auf dem Absprung? Hat sich wohl erledigt. Maue Kulisse? Nicht dieses Mal, 30.000 Karten sind bereits verkauft. Die Mannschaft hat zuletzt mit dem Sieg gegen die Bayern (2:1) und dem gegen Hannover (3:2) das Gerede über gefährdete Saisonziele, Überforderung und Wankelmütigkeit erstmal abgewürgt.

Sollten die Sachsen gegen Marseille ausscheiden - es wäre kein Untergang. Und falls nicht, umso besser. Zumal die Spieler unbedingt ins Halbfinale wollen. Forsberg sagte: „Jetzt kommen die großen Spiele in der Liga und im Europapokal. Wenn du Fußballer bist, musst du das einfach genießen!“

(mz)