Erstes Testspiel

RB Leipzig gegen FC Turin: Erstes Testspiel im Trainingslager endet mit 0:0-Unentschieden

Kufstein - Rasenballsport Leipzig traf am Donnerstagabend in Kufstein, Österreich, auf einen Gegner, der grundsätzlich und Minimum auf Augenhöhe Fußball spielt – und der, als die 90 Minuten vorüber waren, bewiesen hatte, dass die Leipziger in ihrem Vorbereitungslager auf die Bundesligasaison das Niveau des italienischen Erstligisten FC Turin noch nicht ganz erreicht haben. Auch wenn es am Ende 0:0 stand.

Von Martin Henkel
Sonniges Wetter in der Kufstein-Arena beim Kick zwischen RB Leipzig und dem FC Turin

Die Testgegner werden besser. So ist es geplant gewesen. Und so traf Rasenballsport Leipzig am Donnerstagabend in Kufstein, Österreich, auf einen Gegner, der grundsätzlich und Minimum auf Augenhöhe Fußball spielt – und der, als die 90 Minuten vorüber waren, bewiesen hatte, dass die Leipziger in ihrem Vorbereitungslager auf die Bundesligasaison das Niveau des italienischen Erstligisten FC Turin noch nicht ganz erreicht haben. Auch wenn es am Ende 0:0 stand.

Es liegen die großen Zeiten der Turiner lange zurück, der letzte Titel: Pokalsieg 1993. Und große Spieler, Namen die klingen, die gibt es auch nicht mehr. Aber der Trainer ist eine Legende, Sinisa Mihajlovic, Pokalsieger der Landesmeister mit Roter Stern Belgrad und drei Mal Meister, zwei Mal Pokalsieger mit Lazio Rom und Inter Mailand.

Hasenhüttl hatte vom Serben gehört, wusste vom zwölften Platz seiner Mannschaft aus der Vorsaison der Serie A, und änderte deshalb für dieses Spiel den Umgang mit seinem Kader: kein zweiter Anzug mehr in den ersten 45 Minuten wie noch die Spiele zuvor, sondern erste Garde, das beste, was er in Grassau zur Verfügung hat.

Offensivdrang der Roten Bullen zu Beginn

Er schickte Coltori ins Tor, stellte davor eine Viererkette mit Schmitz, Compper, Orban und Halstenberg, positionierte Kaiser, Ilsanker und Keita ins defensive Mittelfeld und ließ im Sturm Forsberg, Poulsen, Sabitzer auf die Turiner los.

Sah bestens aus zu Beginn der Partie unterhalb der Kufsteiner Gipfel, die Temperaturen beim Anpfiff noch immer hoch, die 1.000 Zuschauer südlich gestimmt, gut ein Drittel davon aus Leipzig, Urlauber, Testspielreisende, bester Laune, als sie sahen, wie RB das Turiner Tor sofort bestürmte.

Erste Minute: Halstenberg auf Poulsen, knapp vorbei. Fünfte Minute: Ilsanker auf Poulsen, Außennetz. Achte Minute: Freistoß Kaiser auf den Kopf von Ilsanker, Zentimeter nur über die Querlatte.

FC Turin setzt RB Leipzig unter Druck

Doch damit hatte es sich, die Turin waren jetzt positioniert, hatten verstanden, wie der Gegner funktioniert – und was Italiener können, das ist, das Spiel zu kontrollieren.

Das richtete sich fortan in der Nähe des Mittelkreises ein. Die Italiener führten es unscheinbar nach ihrem Gusto. Standen hinten solide, im Mittelfeld auch, und setzten bei sich öffnenden Räumen wie Möglichkeiten zwei, drei gefährliche Konter.

Der erste mündete in einen Freistoß, der frühere Hoffenheimer Acquah schob den Segelball knapp vorbei (22.). Die zweite drosch Peres auf Coltoris rechten Arm (35.), die dritte lupfte Martinez an den Pfosten (44.).

Hasenhüttl wechselt kräftig zur Pause durch

Die Italiener hätten mehr draus machen können, aber auch sie stecken in der Vorbereitung wie die Leipziger, die müde wirkten, ausgelaugt vom Training am Vormittag.

Kamen oft zu spät, waren nicht an allen Gegnern mehr nah dran und so wechselte Hasenhüttl in der zweiten Halbzeit muskel- und sehnenschonend durch: Müller ersetzte Coltori (46.), Gipson Schmitz (62.), Nukan Orban (62.), Demme Compper (46.), Khedira Kaiser (62.) Kalmar Keita (62.), Bruno Sabitzer (62.), Boyd Poulsen (62.) und Werner Forsberg (46.).

Keine Torchancen mehr für Rasenballsport Leipzig in Halbzeit zwei

Danach war die Linie dahin, auch bei den Italienern, die vier Mal wechselten. Es flogen die Bälle jetzt oft und hoch über den Platz, während die Sonne sich hinter die Berge senkte. Die Grätschen nahmen zu, die Fouls auch. Einmal kam es zur berüchtigten Traube, die aber löste sich schnell wieder auf

RB brachte außerdem keine Chance vor dem Turiner Tor mehr zustande, auch wenn sie es immer mal wieder bis zum Strafraum schafften. Die Italiener bis auf einen Zentimeter-Vorbei-Kopfball von Obi allerdings auch nicht.

Und als der Schiedsrichter das Spiel beendete, da klang der Pfiff wie ein Fanal durch die Arena: Ab nach Hause, denn hier gab es nichts mehr zu gewinnen. Aber, immerhin, auch nichts zu verlieren. (mz)