Management-Studie

RB Leipzig bei Management-Studie zur Bundesliga nur auf Platz 16

Leipzig - RB Leipzig gilt als einer der am stringentesten und mit dem größten Know-How geführten Klubs in der Fußball-Bundesliga. Doch Leipziger Wissenschaftler stellen dem deutschen Vize-Meister in einer an diesem Freitag veröffentlichten Studie bezüglich der Management-Qualitäten noch erhebliche Mängel ...

Von Ullrich Kroemer 04.08.2017, 14:52
Bei einer Studie zum Management der Bundesligisten schneidet RB Leipzig überraschend schlecht ab.
Bei einer Studie zum Management der Bundesligisten schneidet RB Leipzig überraschend schlecht ab. imago sportfotodienst

RB Leipzig gilt als einer der am stringentesten und mit dem größten Know-How geführten Klubs in der Fußball-Bundesliga. Doch Leipziger Wissenschaftler stellen dem deutschen Vize-Meister in einer an diesem Freitag veröffentlichten Studie bezüglich der Management-Qualitäten noch erhebliche Mängel aus.

Professor Henning Zülch und seine Kollegen von der HHL Leipzig Graduate School of Management haben den Grad der Professionalisierung der Bundesligisten erstmals in einem Management-Qualitätsscore abgebildet, dem sogenannten FoMa-Q-Score.

Management-Studie: RB Leipzig auf einem Abstiegsplatz

In diesem Ranking der Erstligisten der Saison 2016/17 belegt Rasenballsport nur den 16. Rang. Tauscht man die Absteiger der vergangenen Saison gegen die aktuellen Aufsteiger VfB Stuttgart (FoMa-Q-Score 0,384) und Hannover 96 (0,291), ist RBL mit einem Wert von 0,373 sogar nur Vorletzter.

Rasenballsport zeige „in nahezu allen Bereichen Nachholbedarf”, heißt es in der Studie. Der sportliche Erfolg könne vor dem Hintergrund der äußerst erfolgreichen ersten Saison im Bundesliga-Oberhaus zwar „erwartungsgemäß als solide” bezeichnet werden. „In den übrigen Bereichen muss RB Leipzig sukzessive aufholen, um den etablierten Clubs der Bundesliga langfristig Paroli zu bieten”, schreiben die Wissenschaftler.

RB Leipzig: Das sind die Defizite

Hinsichtlich der finanziellen Leistungsfähigkeit seien die Kategorien Wachstum/Profitabilität und Markenpflege noch ausbaufähig. In den beiden anderen Bereichen existierten Defizite in den Kategorien Soziale Verantwortung, Governance und Transparenz. „Nicht die potenten Einzelinvestoren machen den langfristigen Erfolg einer Liga aus, vielmehr ist es das Geschäftsmodell Profifußball, welches nachhaltig zu entwickeln ist“, sagt Zülch.

Um langfristig Erfolg zu generieren, haben die Wirtschaftswissenschaftler vier Säulen ausgemacht, die es zu optimieren gilt. Der Sportliche Erfolg mit Subkategorien wie Team Performance oder Player Development hat mit 40 Prozent den größten Einfluss; Finanzielle Leistungsfähigkeit macht 25 Prozent des Gesamtwertes aus.

Die Erfolgsfaktoren Fanwohlmaximierung sowie Führung und Governance fließen mit je 17,5 Prozent ein. Grundlage für die Bewertung sind unter anderem Expertengespräche – etwa mit zwei den Direktoren Ulrich Wolter (Operation) und Florian Scholz (Kommunikation&Marketing) von RB Leipzig.

Management-Studie: Diese Klubs liegen vorne

Die beiden besten Werte der Management-Studie erreichen wenig überraschend FC Bayern München (0,789) und Borussia Dortmund, das nur 0,001 Punkt dahinter liegt. Dass nur diese beiden Clubs „wirklich internationale Klasse” besäßen, sei „definitiv zu wenig für einen vitalen Wettbewerb“, bewertet Zülch.

So lautet das Fazit der Wirtschaftsexperten: „Die Managementqualität in der deutschen Bundesliga hat bei weitem noch nicht das Niveau erreicht, welches erforderlich ist, um international eine führende Rolle einzunehmen. Hier gibt es noch zahlreiche Entwicklungspotenziale, die es zu heben gilt, um in Zeiten des Neymar-Transfers nicht den Anschluss zu verlieren.”

(mz)