Millionen-Neuzugang bei RB Leipzig

Millionen-Neuzugang bei RB Leipzig: Willi Orban zeigt sich selbstbewusst

BAD SAAROW - Der Fußballer Willi Orban hat in den vergangenen Wochen eine Menge wegweisende Fragen beantworten müssen. Der hochveranlagte Innenverteidiger musste Ende Mai zwischen acht oder neun Angeboten interessierter Klubs wählen. Zuvor galt es, die Teilnahme an der U21-Europameisterschaft zu- oder abzusagen. „Das waren eine Menge Entscheidungen in kurzer Zeit”, sagt Orban an seinem dritten Arbeitstag für RB Leipzig. „Aber erfolgreiche Menschen brauchen nicht viel Zeit, um zu überlegen, denn die wissen genau, was sie wollen”, sagt der ...

Von Ullrich Kroemer 19.06.2015, 16:05

Der Fußballer Willi Orban hat in den vergangenen Wochen eine Menge wegweisende Fragen beantworten müssen. Der hochveranlagte Innenverteidiger musste Ende Mai zwischen acht oder neun Angeboten interessierter Klubs wählen. Zuvor galt es, die Teilnahme an der U21-Europameisterschaft zu- oder abzusagen. „Das waren eine Menge Entscheidungen in kurzer Zeit”, sagt Orban an seinem dritten Arbeitstag für RB Leipzig. „Aber erfolgreiche Menschen brauchen nicht viel Zeit, um zu überlegen, denn die wissen genau, was sie wollen”, sagt der Ex-Kaiserslauterer.

Es sind Sätze wie dieser, die hängen bleiben von Orbans erstem öffentlichen Auftritt für seinen neuen Arbeitgeber RB Leipzig. Vor der malerischen Kulisse des Scharmützelsees im Lauf-Trainingslager von RBL im brandenburgischen Bad Saarow präsentierte sich der Abwehrmann überaus klar und selbstbewusst. So habe Orban zunächst die Teilnahme an der Europameisterschaft abgesagt. „Ich habe für mich entschieden, dass es für mich wichtiger ist, im neuen Verein vom ersten Trainingstag an dabei zu sein, Vollgas zu geben”, sagt der 22-Jährige. „Das geht nur, wenn man mal ein, zwei Wochen durchgeschnauft hat.”

Erst danach, das ist ihm wichtig, führte er das Gespräch mit dem mächtigen RB-Macher Ralf Rangnick und sagte nach nur wenigen Stunden Bedenkzeit zu. „Natürlich war meine Intention zunächst die 1. Liga”, sagt der Zwei-Millionen-Euro-Mann. „Doch durch die Gespräche mit Ralf Rangnick habe ich umgedacht. Unter so einem Trainer mache ich die Erfahrung gerne mit.” Rangnick habe schließlich schon mehrfach bewiesen, dass er „junge Spieler noch ein Stück besser machen kann. Auch deswegen bin ich von RB voll überzeugt”, sagt Orban. „Meine Verantwortung ist, das Beste aus mir herauszuholen, mein komplettes Potenzial auszuschöpfen.”

Dass die Fans seines Ex-Klubs 1. FC Kaiserslautern über Orban genau wie die Bremer Anhänger über seinen neuen Mitspieler Davie Selke jede Menge Hass in den sozialen Netzwerken ausschütteten, hat Orban cool weggesteckt. Er erholte sich eine Woche im Urlaub auf Rhodos mit seiner Mutter von dem Wirbel und durfte danach an diesem Dienstag die Reise nach Leipzig antreten, um seinen neuen Job zu beginnen.

Dass Orban bei RB Leipzig eine Führungsrolle einnehmen wird, steht außer Frage. „Ich bin hierher gekommen, um Leistung zu bringen, um voran zu marschieren – jede Minute, an jedem Tag”, stellt der Halb-Ungar klar. „Ich hoffe, dass wir den Weg in die 1. Liga gehen können.” Dabei könnte der Nachwuchsnationalspieler die „Roten Bullen” sogar als Kapitän in die neue Saison führen. Nach dem Abgang von Daniel Frahn ist die Spielführerbinde noch vakant. Orban würde sich, wie bereits in Kaiserslautern, nicht gegen den Job wehren. Selbstbewusst genug dafür ist der neue Abwehrmann in jedem Fall. (mz