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Länderspielpause

Länderspielpause: Aufatmen für Ralph Hasenhüttl. Werner, Selke, Burke und Poulsen kehren nach Leipzig zurück

Leipzig - RB Leipzig : Werner, Selke, Burke und Poulsen kehren vorzeitig von Länderspielreisen zurück

Von Martin Henkel 11.11.2016, 17:26
Werner, Selke und Co. kehren früher zurück als erst angenommen. RB-Coach Ralph Hasenhüttl wird's freuen.
Werner, Selke und Co. kehren früher zurück als erst angenommen. RB-Coach Ralph Hasenhüttl wird's freuen. dpa-Zentralbild

 Die deutschen Nachwuchsnationalspieler Davie Selke ( und Timo Werner reisen vorzeitig ab. Die beiden Angestellten von RB Leipzig testeten mit der U-21 Freitagabend die Türkei und gewannen (1:0). Das einzige Tor des Abends in der Alten Försterei in Berlin erzielte in der 38. Minute Jeremy Toljan von der TSG Hoffenheim. Die Türken spielten nach einer Roten Karte Irvan Kahveci wegen Tätlichkeit gegen Maximilian Arnold ab der 20. Minute in Überzahl.

Selke und Werner standen in der Startelf – was zuletzt selten vorgekommen ist – und hatten zahlreiche Chancen. Beide hätten vor Toljan zum 1:0 treffen können, Werner hatte nach dem Wiederanpfiff noch zwei weitere hochkarätige Gelegenheiten, um auf 2:0 zu erhöhen. Er wurde in der 80. Minute ausgewechselt, Selke spielte durch.

Hasenhüttl beklagt kurze Vorbereitungszeit

Anschließend reisten beide ab. Für RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl ist das eine hervorragende Nachricht. Denn der Aufsteiger spielt bereits kommenden Freitag (gegen Bayer Leverkusen) schon wieder in der Liga.

Und hat damit den Nachteil gegenüber anderen Mannschaften, die einen Tag länger mit ihren Nationalspielern arbeiten können, um sich wieder auf den Bundesliga-Alltag einzustellen.

Die Länderspielpause geht nämlich noch bis Dienstagabend, wenn die zweiten Partien der von der Fifa festgelegten Nationalmannschaftsperiode ausgetragen werden.

Hasenhüttl hatte bereits am Tag nach dem 3:1 gegen Mainz 05, mit dem der Neuling punktgleich zum Tabellenführer FC Bayern München auf den zweiten Tabellenrang kletterte, dezent beklagt, dass die Vorbereitungszeit auf das schwere Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen sehr kurz sei.

„So richtig mit dem Kader zu arbeiten, wird bis Freitagabend schwierig. Viele meiner Spieler kommen ja erst spät zurück.“

Bereits am Donnerstag fliegt der Tross der Sachsen nach Köln, um von dort weiter nach Leverkusen zu reisen. Hieße für Hasenhüttl, nur zwei, drei Trainingseinheiten zur Verfügung zu haben.

Normalerweise. Mittlerweile aber zeichnet sich ab, dass doch mehr seiner Spieler früher als gedacht, heimkehren.

Keita und Poulsen mit nur einem Spiel

Neben Selke und Werner verlässt etwa auch Stürmerkollege Yussuf Poulsen Dänemarks Nationalmannschaft früher als gedacht. Poulsen und die Dänen treffen heute Abend daheim auf die in ihrer Qualifikationsgruppe punktgleichen Kasachen (20.45 Uhr).

Und das nicht ohne Druck: Nach drei Spielen und zwei Niederlagen sind die Dänen unter Siegzwang. Anschließend soll Poulsen abreisen, das bestätigte ein Sprecher des Vereins der MZ.

Das gleiche gilt wohl auch für Naby Keita. Dass der Mittelfeldspieler überhaupt zur Nationalmannschaft Guineas würde reisen können, war Anfang der Woche noch offen gewesen.

Naby beendete die Partie gegen Mainz leicht angeschlagen. Auch RBs Bälleverteiler  und seine Kollegen müssen ihre Qualifikationspartie gewinnen, wollen sie weiter im Rennen um die Tickets für die WM in Russland 2018 bleiben.

Nach dem 0:2 zum Auftakt der zweiten Qualifikationsrunde gegen Tunesien, trifft Guinea zu Hause auf Kongo, die ihr erstes Spiel gegen Libyen 4:0 gewannen.

Das Spiel findet Sonntag 13 Uhr statt, Keita soll tags darauf wieder an den Cottaweg reisen. So jedenfalls ist es geplant. Die Rückreise könnte sich aber bis Dienstag hinziehen, da Keita über Paris fliegen muss.

Auch für Sommer-Zugang Oliver Burke ist eine frühzeitige Rückkehr geplant. Schottland spielt heute Abend in London gegen den Insel-Rivalen England (20.45 Uhr).

Die Schotten sind ebenfalls nicht frei von Pflichten, was den Ausgang der Partie anbetrifft. Sie sind Vierter der Gruppe und haben auf den Tabellenführer England drei Punkte Rückstand.

Das ist nicht viel, bei einer Niederlage aber würde sich der Abstand auf sechs Punkte erhöhen. Und es stehen mit Slowenien und Litauen (jeweils fünf Punkte) ja noch zwei Teams vor den Schotten.

Für die WM automatisch qualifiziert sind nur die neun Gruppensieger. Die acht besten Zweiten spielen dann unter einander die verbleibenden vier Tickets aus.

Forsberg trifft auf Gulacsi

Bei Torwart Peter Gulacsi und vor allem bei Emil Forsberg muss Ralph Hasenhüttl freilich in Kauf nehmen, dass er die beiden Stammspieler erst spät kommende Woche zu Gesicht bekommen wird. Das gleiche gilt für die Österreicher Stefan Ilsanker und Marcel Sabitzer.

Gulacsis Abwesenheit wird RBs Chefcoach verkraften können. Der Schlussmann ist in überragender Form und muss auf das Spiel gegen Bayer ja nicht besonders eingestellt werden.

Forsbergs, Ilankers und Sabitzers späte Heimkehr allerdings ist schon misslich. Alle drei sind aktuell im Hasenhüttl-Kader gesetzt. Vor allem Ilsankers Abwehsenheit fällt ins Gewicht.

Der gelernte zentrale Defensivmann wird nach dem Ausfall von Bernardo und Lukas Klostermann gerade zum Rechtsverteidiger umgeschult, braucht dafür aber noch Trainingseinheiten.

Forsberg spielt heute Abend in Frankreich um die Tabellenführung. Beide Mannschaften sind punkt- und tordifferenzgleich Tabellenführer.

Dass Forsberg danach nicht weg kann, liegt daran, dass Trainer Janne Andersson erst seit Juli im Amt ist und jede Partie nutzen will, um seine Mannschaft mit seinen Ideen vertraut zu machen.

Also muss Leipzigs Spielmacher auch im Testspiel am Dienstag ran. Dass das aber ausgerechnet gegen Ungarn sein wird, dürfte wenigstens für Forsberg und Gulacsi die späte Heimkehr zum Arbeitgeber erleichtern.

Ilsanker und Sabitzer kehren erst Mittwoch zurück

Auch Sabitzer und Ilsanker sind Dienstagabend im Einsatz. Sie testen gegen Slowenien. Zuvor stehen sie am Samstag (18.00 Uhr) Irland gegenüber.

Und sind ebenfalls unter Zugzwang. Die Mannschaft von Trainer Marcel Koller hat zuletzt 2:3 gegen Serbien verloren und muss gegen Irland eigentlich gewinnen, will sie Anschluss nicht verlieren.

Das bedeutet für Ralph Hasenhüttl aber, dass er seine Landsleute ebenfalls erst am Mittwoch wieder sehen wird. Und das sicherlich nicht in Hochbelastungstrainingseinheiten. Bleibt noch der Donnerstag fürs Finetuning – aber da geht es ja schon zu Bayer Leverkusen.