Freude und Frust bei RBL

Freude und Frust bei RBL: Leipzigs Hinrunde in elf Hasenhüttl-Gesichtern

Leipzig - RB Leipzig hat eine Hinserie mit Höhen und Tiefen erlebt. Unsere Autoren erinnern an jene elf der 25 Pflichtspiele, die besondere Marksteine waren.

Von Ullrich Kroemer und Martin Henkel 22.12.2017, 09:00

RB Leipzig hat eine Hinserie mit Höhen und Tiefen erlebt. Unsere Autoren erinnern an jene elf der 25 Pflichtspiele, die besondere Marksteine waren. Für das Team, aber auch für das Gefühlsleben von Trainer Ralph Hasenhüttl.

1. Spieltag, 0:2 (0:1) auf Schalke: „Viel versucht, aber nicht belohnt”, sagt Ralph Hasenhüttl. Der bedient dreinblickende RBL-Trainer und sein Team bekommen einen Vorgeschmack darauf, wie zermürbend Ballbesitz-Fußball in dieser Hinrunde bisweilen werden wird.

2. Spieltag, 4:1 (0:1) gegen den SC Freiburg: „Der erste Sieg der Saison ist immer der schwerste, das war wichtig für den Kopf.” Nachdem die erste Hälfte dem Coach noch die Sorgenfalten auf die Stirn zeichnet, zeigen „Hasis” Mundwinkel zwar auch nach Leipzigs höchstem Saisonerfolg in der Liga nach unten: Doch das bedeutet in diesem Fall: Stolz und Anerkennung.

CL, 1. Spieltag, 1:1 (1:1) gegen AS Monaco: „Wir haben heute gezeigt, dass wir mithalten können. Und wir haben gesehen, was uns fehlt.” Gemischte Gefühle bei der Champions-League-Premiere, bei der einige Spieler weiche Knie haben und RB zu verhalten agiert. Hasenhüttl – erstmals im Anzug – nimmt es gleichmütig hin.

CL, 2. Spieltag, 0:2 (0:2) bei Besiktas Istanbul: „Wir haben die Partie vor allem gegen die Atmosphäre verloren. Das war für den einen oder anderen Spieler zu viel.” Dass der Trainer mit zornig geschürzter Oberlippe so entschlossen schaut wie Sylvester Stallone in „Rocky” nützt leider nicht viel.

8. Spieltag, 3:2 bei Borussia Dortmund: „Wir sind All-in gegangen, haben viel Risiko genommen. Mut wird belohnt!“ Die neue offensive Doppel-Sechs mit Kevin Kampl und Naby Keita überrumpelt den BVB und lässt den Trainer mit dem Charakterprofil eines römischen Feldherrn explodieren.

CL, 3. Spieltag, 3:2 gegen den FC Porto: „Historischer Sieg für den Verein.” Bussi für die Fans: Der Österreicher feiert Leipzigs ersten „Königsklassen”-Erfolg mit Schmäh. Wie bereits in Dortmund spielt RB endlich auch echten RB-Fußball. Der Maßstab für diese Saison – wenn da die zwei unnötigen Standard-Gegentreffer nicht gewesen wären.

DFB-Pokal, 2 Runde, 5:6 n.E. gegen die Bayern: „Ich verstehe die hängenden Köpfe meiner Spieler“, presst Ralph Hasenhüttl durch seine eigentlich verschlossenen Lippen hervor, weil RB die Bayern im Pokal zwar am Rand einer Niederlage hat, früh aber durch Rot für Keita (55.) dezimiert wird und im Elferschießen keine Fortune ha. Zwei Tage später bricht sein Kader nach noch früherem Rot für Willi Orban (13.) in sich zusammen - Endstand: 0:2.

CL, 4. Spieltag, 1:3 in Porto: Es sei „Wahnsinn, dass wir mit leeren Händen dastehen“, sagt Hasenhüttl nach dem 1:3 in Porto, aber das ist nur die kontrollierte Variante seiner Wutausbrüche, die auf – Vorsicht! -  zwei Standardtore zum 0:1 und 1:2 folgen. Bitter, mit der Niederlage bringt sich RB um seine Achtelfinalchancen in der Champions League.

CL, 5. Spieltag, 4:1 in Monaco: „Ich habe schon beim Aufwärmen gemerkt, dass die Jungs scharf auf den Sieg sind“, sagt der Trainer, der tags zuvor bereits ein Ohr-zu-Ohr-Lächeln vor die Kameras schneidet, wie das nur Gesichter vermögen, die die Zukunft gesehen haben. RB entzaubert Monaco, die beste Hinrundenleistung.

14. Spieltag, 0:4 in Hoffenheim: Shit happens! „Solche Tage gibt’s“, meint Hasenhüttl nach vier Gegentoren in Sinsheim, eines davon schießt Serge Gnabry aus 45 Metern. Soll entspannt klingen, ist es aber nicht, wie sein Gesichtsausdruck verrät. Das 0:4 ist die höchste Hasenhüttl-Pleite bei RB und damit auch die höchste für die Sachsen in der Bundesliga.

17. Spieltag, 2:3 gegen Hertha: Saisonausklang, letztes Heimspiel – und dann eine Pleite gegen die Hertha und Ex-RB-Profi Davie Selke, der seinen alten Kollegen zwei Tore einschenkt. Zu Recht, wie RB-Coach-Hasenhüttl findet, dessen Zähne kein Korn mehr finden, die man zur Leistungssteigerung zerkauen könnte: „Uns ist die Luft ausgegangen.“

(mz)