Champions-League-Auslosung

Champions League: RB Leipzig reist selbstbewusst zur Auslosung nach Monaco

Leipzig - Eigentlich beschäftigt sich Ralf Rangnick – insbesondere in der Schlussphase der Transferperiode – lieber mit möglichen Zu- und Abgängen, anstatt sich auf Empfängen zu tummeln.

Von Ullrich Kroemer 24.08.2017, 08:00
„Willkommen Europa“ hieß es im Mai auf der Videoleinwand in der Red Bull Arena.
„Willkommen Europa“ hieß es im Mai auf der Videoleinwand in der Red Bull Arena. imago sportfotodienst

Eigentlich beschäftigt sich Ralf Rangnick – insbesondere in der Schlussphase der Transferperiode – lieber mit möglichen Zu- und Abgängen, anstatt sich auf Empfängen zu tummeln.

Doch einen Termin hat sich der Sportdirektor von RB Leipzig schon seit Monaten ganz dick im Terminkalender angestrichen: 24. August, 18 Uhr, Grimaldi-Forum Monaco, Champions-League-Auslosung!

Dass erstmals auch eine Kugel mit dem Logo von RB Leipzig in den Lostöpfen liegt, ist ein Meilenstein in der kurzen Klubgeschichte, den sich auch Rangnick keinesfalls entgehen lassen will.

RB Leipzig: Ralph Hasenhüttl bleibt bei der Champions-League-Auslosung in Leipzig

Sein wichtigster Angestellter, Ralph Hasenhüttl, muss zwar daheim bleiben, um das Team im Training wieder mindestens auf das Niveau der Vorsaison zu bringen. Doch auch der Cheftrainer fiebert der Auslosung entgegen. Denn dass er es nun als Trainer zurück in jenem Wettbewerb geschafft hat, in dem er einst als Stürmer mit Austria Wien, Austria Salzburg und dem belgischen Klub KV Mechelen bereits 17 Mal hineinschnuppern durfte, bedeutet ihm ungeheuer viel.

„Es ist schon ein besonderer Moment, erstmals im Konzert der ganz Großen dabei zu sein”, sagte er. Für ihn ebenso wie für die Kicker, die Qualifikation im vergangenen Jahr geschafft haben. So werde das Team diesen Augenblick gemeinsam auskosten, die Auslosung „gemütlich” zusammen anschauen.

Champions League: Was sich Ralf Rangnick bei der Auslosung für RB Leipzig wünscht

Dabei sind auch aufgrund der seit 2015/16 bestehenden Regelung, dass sich die Meister der punktbesten sieben Uefa-Nationen und der CL-Sieger in Lostopf 1 befinden, und Zweitplatzierte wie der FC Barcelona in Topf 2, machbare Klassements ebenso möglich wie sogenannte „Hammer-Gruppen”.

Während Rangnick sich wünscht, im Herbst und Winter nicht nach Russland oder in die Ukraine reisen zu müssen, mochte sich Hasenhüttl nicht zu Wunschgegnern äußern. „Ganz egal, wie groß oder stark die Gegner sind, wir können in der Champions League so oder so überraschen”, sagte Hasenhüttl. „Wir gehen da so rein, wie wir es im vergangenen Jahr in der Bundesliga getan haben.”

RB Leipzig in der Champions League: Vorbild Leicester City?

Konkretere Ziele für die Premiere im Premium-Wettbewerb äußerte nur Rangnick. Gleich mehrfach sagte der ehrgeizige „Macher” zuletzt, dass er es sofort unterschrieben würde, wenn RB am Saisonende nur Rang zehn in der Bundesliga belegen würde, aber gleichzeitig ins CL-Viertelfinale käme.

Zumindest was die Königsklasse angeht, ein durchaus ambitioniertes Ziel. Als Vorbild für Leipzig soll Leicester City dienen, das es im vergangenen Jahr unter die letzten Acht in Europa schaffte, in der Premier League aber nur Zwölfter wurde. Zwar hat RB natürlich Ambitionen, auch im kommenden Jahr wieder europäisch dabei zu sein. Aber Rangnicks Vorgabe zeigt doch, wie die Prioritäten in dieser Saison intern verteilt sind.

Ein gutes Abschneiden in der Champions League brächte Rasenballsport nicht nur internationales Renommee, sondern auch hierzulande jede Menge neue Sympathien, zumindest Respekt – starke, vielleicht auch überraschende, internationale Auftritte vorausgesetzt. Und es sprechen durchaus ein paar Indizien dafür, dass RBL in dieser Saison vor allem in Europa überraschen könnte.

RB Leipzig geht selbstbewusst in die Gruppenphase

Schließlich waren auch Trainer und Spieler diverser Bundesligisten nach den ersten Aufeinandertreffen von der Art und Weise des RB-Pressingspiels beeindruckt. Das könnte auch oder gerade in Europa gegen Teams funktionieren, die es selbst gewohnt sind, das Spiel zu machen und RB Räume bieten.

Bereits zum Ende der vergangenen Spielzeit hatte Hasenhüttl – damals noch Champions-League-Zuschauer – selbstbewusst betont: „Wir sitzen nicht vor dem Fernsehen und denken uns: Boah, heftig, wie sollen wir da bloß bestehen? Wenn es soweit ist, werden wir Deutschland ganz gut vertreten.” (mz)

Champions League 2017/18: So könnte die Auslosung laufen

Leichteste Gruppe:

Spartak Moskau
FC Porto
Olympiakos Piräus
RB Leipzig

Machbare Gruppe:

Benfica Lissabon
FC Sevilla
FC Basel
RB Leipzig

Attraktive Gruppe:

Juventus Turin
FC Barcelona
FC Liverpool
RB Leipzig

Hammer-Gruppe:

Real Madrid
Paris St. Germain
SSC Neapel
RB Leipzig

Die Zusammensetzung der Lostöpfe finden Sie hier.

(mz)