Nach Terror-Anschlägen in Paris

Nach Terror-Anschlägen in Paris: Diese Konsequenzen ziehen RB Leipzig, SC DHfK und Co.

Leipzig - Karsten Günther, Manager von Handball-Bundesligist SC DHfK Leipzig, hatte für das Spiel gegen Frisch Auf Göppingen am Mittwochabend gemeinsam mit Arena-Betreiber ZSL entschieden, die Sicherheitsmaßnahmen kurzfristig zu ...

Von Ullrich Kroemer 19.11.2015, 18:01

Karsten Günther, Manager von Handball-Bundesligist SC DHfK Leipzig, hatte für das Spiel gegen Frisch Auf Göppingen am Mittwochabend gemeinsam mit Arena-Betreiber ZSL entschieden, die Sicherheitsmaßnahmen kurzfristig zu erhöhen.

Der Sicherheitsdienst kontrollierte die Taschen der Fans und tastete die Besucher nach gefährlichen Gegenständen ab – beim Handball ist das sonst nicht üblich. Obwohl extra mehr Security-Mitarbeiter als üblich im Einsatz waren, standen die Zuschauer noch zehn Minuten vor Anpfiff in langen Schlangen an den Eingangsbereichen.

Doch die 4.125 Fans bewahrten Ruhe und zeigten sich angesichts der Situation verständnisvoll. Die Partie begann zehn Minuten später als geplant – mit einer Schweigeminute für die Opfer der Anschläge von Paris.

Was sagt RB-Chefcoach Rangnick?

Auch RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick war unter den Zuschauern in der Halle und äußerte sich tags darauf „als Fußballtrainer und Familienvater” ausführlich zum Thema. Der 57-Jährige glaubt, dass verschärfte Sicherheitskontrollen „in jedem Stadion” genauso wie bei anderen Sportveranstaltungen, Konzerten oder auf Weihnachtsmärkten eine Folge der Anschläge von Paris sein werden.

Die aktuelle Situation sei schließlich „kein Fußballproblem, aber es wird versucht, uns dort zu verwunden, wo man uns am meisten treffen kann”. Rangnick sagt: „Den Menschen das Gefühl zu geben, dass sie sich sicher fühlen können, ist eine gute Maßnahme.”

Der RB-Chefcoach glaubt aber auch, dass es trotz möglicher Risiken „nach dem Angriff auf unsere westliche Gesellschaft” genau die richtige Reaktion sei, weiterhin Veranstaltungen zu besuchen. „Dass es dem ein oder anderen mulmig dabei wird, kann ich nachvollziehen. Aber sich diesem Gefühl zu beugen, wäre der falsche Schluss.”

Wie RB konkret mit der neuen Sicherheitslage umgeht, entscheidet sich erst nach der Sicherheitsbesprechung vor dem nächsten Heimspiel gegen den MSV Duisburg am 6. Dezember.

Polizei und Vereine arbeiten zusammen

Uwe Voigt, Pressesprecher der Polizei Leipzig, plädiert angesichts der unklaren Gefahrenlage dafür, den „Ball mal schön flach zu halten”. Die Kooperation mit den Leipziger Klubs und deren Sicherheitsfirmen sei eingespielt, man stehe in Kontakt, sagt Voigt. Er empfiehlt: „Die Besucher können zu allen Konzerten und Sportveranstaltungen gehen, aber sie sollten zur eigenen Sicherheit etwas früher kommen.” Voigt wirbt um Geduld der Fans, wenn die Sicherheitsfirmen beim Einlass genauer kontrollieren. Generelle Anweisungen der sächsischen Polizei gebe es keine, sagt Voigt.

Strenge Einlasskontrollen

Kay-Sven Hähner, Manager von Frauen-Handball-Bundesligist HC Leipzig, rechnet für das Europapokal-Rückspiel in der Arena Leipzig am Samstag gegen das slowenische Team RK Zagorje mit einem pünktlichen Anpfiff (15 Uhr).

Doch auch hier wird es wohl ähnlich wie tags darauf beim erneuten Heimspiel der DHfK-Handballer gegen den Bergischen HC (15 Uhr) erneut verschärfte Einlasskontrollen geben. Auch Karsten Günther bittet die Zuschauer, etwas eher zu kommen und Taschen möglichst zuhause zu lassen, um einen raschen Einlass zu gewährleisten.

Negative Auswirkungen auf den Kartenvorverkauf befürchtet er nicht. „Unsere Fans haben die intensiveren Kontrollen jetzt einmal miterlebt und wissen nun Bescheid”, sagt er. „Gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenverbleib brauchen wir die Leute am Sonntag besonders.”