Aufsteiger vermisst Respekt

Mitteldeutscher BC fühlt sich unfair behandelt: Kein Respekt vor dem MBC?

Weißenfels - Igor Jovovic musste sich vergewissern. Nach dem 78:86 am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen Würzburg hatte der Trainer des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) die Unparteiischen kritisiert. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison fühlte sich der Bundesliga-Aufsteiger aus Weißenfels ...

Von Daniel George 24.01.2018, 11:02

Igor Jovovic musste sich vergewissern. Nach dem 78:86 am vergangenen Sonntag im Heimspiel gegen Würzburg hatte der Trainer des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) die Unparteiischen kritisiert. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison fühlte sich der Bundesliga-Aufsteiger aus Weißenfels benachteiligt.

Also fragte Jovovic, der seine erste Saison in Deutschlands höchster Spielklasse (BBL) durchläuft, Anfang der Woche noch einmal beim erfahrenen MBC-Manager Martin Geissler nach: „Sag mal, war das in den letzten Bundesligaspielzeiten auch schon so?“

Der MBC und die Schiedsrichter - es ist ein Thema, das sich zum wiederholten Mal auftut. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte es nach den Partien gegen Tübingen und Frankfurt heftige Diskussionen gegeben. Zuletzt fühlte sich Weißenfels wieder des Öfteren unfair behandelt. Geissler meint: „Von Benachteiligung würde ich nicht sprechen, aber fest steht: Die größte Anerkennung genießen wir nicht. Gerade wenn es um Entscheidungen geht, die auf der Kippe stehen, fallen diese meist zu unseren Ungunsten aus.“ Doch: „Leider“, sagt der Manager, „ist das relativ normal.“

MBC ist im Austausch mit der BBL

Und so beantwortete Geissler dann auch die Nachfrage seines Cheftrainers: „In unseren ersten Jahren in der BBL war immer wieder zu beobachten, dass der Respekt nicht der allergrößte war“, sagt Geissler, seit 2002 für den Verein tätig, seit 2008 in führender Position. Am Ende der vierjährigen Ligazugehörigkeit zwischen 2012 und 2016 sei das schon anders gewesen, meint der Manager: „Da hatten wir uns den Respekt erarbeitet.“ Nun, nach einem Jahr in der zweitklassigen Pro A, gehe diese Arbeit für den BBL-Neuling wieder von vorn los.

Im Vordergrund stehen zwei Maßnahmen: Zum einen befindet sich der MBC in regem Kontakt mit den Schiedsrichterverantwortlichen der Bundesliga. Bereits in der vergangenen Woche schickten die MBC-Bosse einige strittige Szenen aus den Partien gegen Science City Jena (94:100 nach Verlängerung) und den FC Bayern München (77:95) ins BBL-Büro. Der Klub wartet nun auf eine Antwort.

„Wir kommunizieren da offen“, erklärt Geissler. „Es ist ja auch für die Liga wichtig, dass sich die Schiedsrichter weiterentwickeln. Und für uns ist es wichtig, dass unsere Fragen zu den Szenen beantwortet werden.“ Denn für Geissler steht fest: „Natürlich sind Schiedsrichterentscheidungen nicht der alleinige Grund für unsere letzten Niederlagen, aber sie haben ihren Teil dazu beigetragen.“

MBC ist auf der Suche nach Verstärkung

Der MBC sucht keine Ausreden. Nur er will sich ins Gedächtnis rufen. Er will sich den Respekt erarbeiten. Vor allem auf dem Parkett. Am liebsten bereits am kommenden Sonnabend im Auswärtsspiel bei Alba Berlin (Beginn: 18 Uhr). Nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie eine außerordentlich anspruchsvolle Aufgabe beim Tabellenzweiten aus der Bundeshauptstadt.

„Alba spielt bislang eine tolle Saison, wir haben großen Respekt“, erklärt Geissler, „aber wir werden da nicht schon mit heruntergelassenen Hosen hinfahren. Es geht auch darum, uns Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben zu holen.“ Nach dem Gastauftritt in Berlin warten zwei Heimspiele gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf auf den MBC: Tübingen und Bremerhaven.

Gut möglich, dass dann neue Gesichter im Kader stehen. Der Klub ist weiterhin auf der Suche nach Verstärkung – und das inzwischen auch nicht mehr nur auf der Centerposition. Noch in dieser Woche könnte ein Zugang präsentiert werden, erklärte Geissler.

(mz)