Konstanz und Ambitionen

Mit Igor Jovovic übernimmt ein alter Bekannter das Traineramt beim Syntainics MBC

Ein Detail verrät, was sich mit ihm in Weißenfels ändern soll.

Von Daniel George
Igor Jovovic kehrt an seine alte Wirkungsstätte zum Syntainics MBC zurück.
Igor Jovovic kehrt an seine alte Wirkungsstätte zum Syntainics MBC zurück. Foto: Imago/Eibner

Weissenfels - Es war nur ein kurzer Satz, aber einer mit großer Bedeutung: „Beim Syntainics MBC unterschrieb Igor Jovovic einen Zweijahresvertrag ohne Ausstiegs-Option“, so stand es am Montag in der Pressemitteilung des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) geschrieben. Damit hatte der Bundesligist seinen neuen Cheftrainer vorgestellt – und sogleich klar gemacht, was sich mit ihm ändern soll.

Die Weißenfelser wollen Konstanz! Endlich wieder nach zwei Spielzeiten, die zwar jeweils mit dem Klassenerhalt endeten, aber von personellen Wechseln und Unruhen geprägt waren. Jetzt kommt mit Jovovic ein Coach zum Syntainics MBC, der für die Zukunft steht: 38 Jahre alt, mit einer modernen Spielphilosophie ausgestattet, ambitioniert. „Mit harter Arbeit und Begeisterung“, sagt Igor Jovovic im Blick nach vorn, „streben wir eine bessere Platzierung als in der vergangenen Saison an.“

Jovovic, der Aufstiegstrainer

In den vergangenen Monaten wirkte beim Syntainics MBC vieles festgefahren. Cheftrainer und MBC-Trainer-Ikone Silvano Poropat fehlte nach kräftezehrenden Wochen oft spürbar die Energie. Er verließ Weißenfels am Saisonende. Auch Co-Trainer Aleksandar Scepanovic musste nach vier Jahren bei den Wölfen gehen. Der Klub wollte den kompletten Umbruch an der Seitenlinie.

Mit Igor Jovovic übernimmt nun ein Mann das Amt des Cheftrainers, der den Syntainics MBC bestens kennt: In der Saison 2016/2017 führte der Montenegriner den Klub zum Aufstieg in die erste Liga. In der Folgespielzeit gelang souverän der Klassenerhalt. Dann verabschiedete sich Jovovic in die höchste polnische Liga, arbeitete anschließend als Co-Trainer beim FC Bayern München und zuletzt als Chefcoach in Bonn. Vom Bundesliga-Konkurrenten des Syntainics MBC wurde Jovovic im Januar dieses Jahres entlassen.

Coach Jovovic hat beim Syntainics MBC unheimlich viel Gestaltungsspielraum

Nach diesem Rückschlag will Jovovic in Weißenfels neu angreifen. Doch wieder nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach oben, das will der Klub diesmal nicht sein. Deshalb auch der Zweijahresvertrag ohne Option, vorzeitig auszusteigen. „Wir haben zuletzt viele Trainerwechsel gehabt und wollen wieder Ruhe auf dieser Position“, sagt Martin Geissler, der Geschäftsführer des Syntainics MBC.

Und: „Es war klar, dass es bei seinem Engagement bei uns nicht darum gehen kann, dass er sich nach einem Jahr direkt wieder verabschiedet, falls ein anderes Angebot kommt.“ Fakt ist: Coach Jovovic hat beim Syntainics MBC unheimlich viel Gestaltungsspielraum, was den künftigen Kader betrifft. Mit Sergio Kerusch, Vincent Friederici und Robin Danes stehen aktuell lediglich drei Akteure im Kader.

MBC-Ikone als Co-Trainer

In den kommenden Tagen will Weißenfels den ersten Zugang bekanntgeben. Nach MZ-Informationen handelt es sich um einen deutschen Spieler. In den kommenden Wochen wird Jovovic seine Mannschaft dann mit Geschäftsführer Martin Geissler nach und nach zusammenstellen.

„Igor hat ausgeprägte Kontakte, ein großes Netzwerk und einen guten Namen, wenn es darum geht, Spieler davon zu überzeugen, nach Weißenfels zu kommen“, sagt Martin Geissler. „Er will, dass sich der Verein verbessert und bringt eine neue Energie.“ Genau die soll auch der zweite neue Mann an der Seitenlinie bringen: Djordje Pantelic.

„Ich kann es kaum erwarten, dass dieses neue Kapitel in meinem Basketball-Leben beginnt“

In der vergangenen Spielzeit stand der serbische Routinier im Endspurt noch als Center für den Syntainics MBC auf dem Parkett und hatte maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt. Doch dann beendete der 36 Jahre alte Serbe seine Spielerkarriere endgültig. Jetzt folgt seine erste Anstellung als Assistenztrainer an der Seite von Igor Jovovic, unter dem er sogar selbst noch gespielt hat: „Ich bin überzeugt, dass wir uns gut ergänzen“, sagt Djordje Pantelic.

„Ich kann es kaum erwarten, dass dieses neue Kapitel in meinem Basketball-Leben beginnt“, fügt er hinzu. Auch für den Mitteldeutschen Basketball Club beginnt mit dem Totalumbruch ein neues Kapitel. Geschäftsführer Martin Geissler sagt: „Von dem neuen Trainergespann erhoffen wir uns frischen Wind in der Mannschaft, im Verein und im Umfeld.“ Und zwar nachhaltig. (mz)