„Unsägliche Zustände“ in Leipzig

Krawalle und Kriminalität in Leipzig? Ungarns Fechter erheben schwere Vorwürfe

Leipzig - Das ungarische Fechtteam hat nach dem Ende der Fecht-WM schwere Vorwürfe gegen die Ausrichterstadt Leipzig erhoben.

27.07.2017, 15:24

Das ungarische Fechtteam hat nach dem Ende der Fecht-WM schwere Vorwürfe gegen die Ausrichterstadt Leipzig erhoben.

Gábor Boczkó, Generalsekretär des ungarischen Fechtverbands, sprach im staatlichen ungarischen Fernsehen von Lärmbelästigung, Krawalle durch kriminelle und bewaffnete „Migranten“ und massive Sicherheitsrisiken am Seaside Park Hotel.

Die Vorwürfe klingen unglaublich: So soll das ungarische Team aus Angst das Mannschaftshotel am Rande der Leipziger City nur in Gruppen verlassen haben. Wie die LVZ berichtet, sprach Boczkó von Menschen ("wahrscheinlich Migranten"), die vor dem Hotel mit „Macheten oder Heckenscheren“ rumgefuchtelt haben. Ein "farbiger Mann" soll zudem versucht haben, einer "hellhäutigen Frau" einen Säugling wegzunehmen.

Leipzig: Polizei und Stadt bestreiten die Vorwürfe

Insgesamt, so fasst der Ex-Degenfechter Boczkó seine Kritik zusammen, seien die Zustände unsäglich und die Konzentration seines Teams auf die Wettkämpfe fast unmöglich gewesen.

Veranstalter, Polizei und Stadt wissen von alldem allerdings nichts. Wie die LVZ die Polizei zitiert, habe es keine entsprechenden Vorfälle im Bereich des Hotels gegeben.

Stadt Leipzig: Vorwürfe der Ungarn sind „frei erfunden“

Auch beim Hoteldirektor habe es während des Aufenthalts keinerlei Beschwerden gegeben - auch nicht von anderen Teams, die im gleichen Hotel untergebracht waren. Ein Stadtsprecher nannte die Geschichten der Ungarn sogar "frei erfunden". Was hinter den Äußerungen Boczkós steckt, ist unklar.

Für die Ungarn könnten die Äußerungen Konsequenzen haben: Der Fecht-Weltverband will den Vorfall prüfen.

(mz)