Heimniederlage gegen Göppingen

Heimniederlage gegen Göppingen: DHfK Leipzig nur 20 Minuten auf Siegkurs

Leipzig - Die Spieler von DHfK Leipzig standen nach Abpfiff rätselnd und unzufrieden auf dem Spielfeld. Der Aufsteiger in die Handball-Bundesliga hatte gerade 22:27 (11:14) gegen Frisch Auf Göppingen verloren. Gegen einen Europapokal-Teilnehmer ist das für einen Bundesliga-Frischling wie die Leipziger kein ...

Von Ullrich Kroemer 18.11.2015, 20:29

Die Spieler von DHfK Leipzig standen nach Abpfiff rätselnd und unzufrieden auf dem Spielfeld. Der Aufsteiger in die Handball-Bundesliga hatte gerade 22:27 (11:14) gegen Frisch Auf Göppingen verloren. Gegen einen Europapokal-Teilnehmer ist das für einen Bundesliga-Frischling wie die Leipziger kein Beinbruch.

Mit 12:12 Zählern stehen die Sachsen auf Tabellenrang elf schließlich noch immer hervorragend da. Doch die ersten 20 Minuten an diesem Mittwochabend hatten mehr versprochen. Vor 4125 Zuschauern führte Leipzig bereits mit 10:6; Trainer Christian Prokop sah eine „sehr bewegliche 6:0-Abwehr und aggressives Tempospiel”.

Nach dem ersten Drittel der Partie riss der Faden bei den Grün-Weißen allerdings unerklärlicherweise – ein Bruch im Spiel, den sich auch die Akteure nicht so recht erklären konnten. „Uns fehlten die taktischen Mittel, wir haben es nicht mehr geschafft, das Spiel breit zu gestalten”, sagte Rückraumspieler Philipp Pöter. Kapitän Lukas Binder kritisierte: „Es geht nicht, dass wir in dieser Phase hinten fast jeden Zweikampf verlieren und vorn fast keinen gewinnen.”

DHfK rannte sich an der kompakten Göppinger Abwehr fest, erzielte elf (!) Minuten lang keinen Treffer – im Handball eine Ewigkeit – und fingen sich in dieser Phase acht Tore. Erst Sekunden vor dem Pausenpfiff zappelte der Ball wieder im Tor der Gäste. „Wir haben es Göppingen durch viele technische Fehler hintereinander zu leicht gemacht und bekommen einfache Tempo-Tore”, sagte Prokop.

Mehr aber ärgerte sich der Chefcoach über die Phase nach der Pause, als das Team die berechtigte Hoffnung hatte, das Spiel offen zu gestalten. Doch auch eine doppelte Unterzahl gleich zu Beginn der zweiten 30 Minuten konnte Prokops Team nicht nutzen. „Stattdessen werfen wir einen leichten Ball ins Seitenaus”, schimpfte Prokop. „Das waren grobe Schnitzer, die uns nicht passieren dürfen. Da haben wir einfach keine Verantwortung für den Ball.”

So bauten die Göppinger, die Stars wie Weltmeister „Mimi” Kraus in ihren Reihen haben, den Vorsprung weiter aus. DHfK gelang es nicht, über den Rückraum oder die Außenpositionen Druck auszuüben. Nur sechs Tore erzielte das Team aus dem Spiel heraus über den Rückraum – deutlich zu wenig. Bei Göppingen lief indes Shooter Daniel Fontaine zu Hochform auf, versenkte allein neun Würfe im Tor von Milos Putera und Felix Storbeck. „Wir hatten heute einfach zu viele Ausfälle auf allen Positionen”, sagte Prokop.

So lieferte Kreisläufer Alen Milosevic das Fazit des Spiels. „Gute 20 Minuten reichen in der Bundesliga nicht, um ein Spiel zu gewinnen”, sagte der bullige Schweizer. Am Sonntag beim erneuten Heimspiel gegen den Tabellen-Vorletzten Bergischer HC (15 Uhr) steht DHfK in der Pflicht, es besser zu machen. „Das Spiel müssen wir gewinnen”, sagte Milosevic.