Aktive Szene veröffentlicht Erklärung

Warum die HFC-Ultras das Spiel in Osnabrück boykottieren

12.10.2021, 17:01 • Aktualisiert: 12.10.2021, 18:32
Der HFC-Auswärtsblock - hier in Mannheim - wird in Osnabrück wohl weitgehend leer bleiben.
Der HFC-Auswärtsblock - hier in Mannheim - wird in Osnabrück wohl weitgehend leer bleiben. (Foto: imago images/Jan Huebner)

Halle (Saale)/MZ - Die aktive Fanszene des Halleschen FC wird das Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück am 22. Oktober (19 Uhr im Liveticker) boykottieren. Grund dafür ist die in Osnabrück beschlossene „2G-Regel“, die nicht gegen Corona geimpften Zuschauern den Zutritt zum Stadion an der Bremer Brücke verbietet.

Am Dienstag veröffentlichten die Ultras der Saalefront und der HFC-Fankurvenrat ein gemeinsames Statement, in dem sie sich klar gegen die „2G-Regel“ aussprachen. „Der Ausschluss bestimmter Personengruppen vom Stadiongeschehen widerspricht grundlegend unserer Vorstellung von akzeptablen Rahmenbedingungen – ganz egal ob im heimischen Kurt-Wabbel-Stadion oder in der Ferne“, heißt es in der Erklärung.

Man wolle nicht die Position von Impfgegner einnehmen, betonen die aktiven Fans. Stattdessen forder sie, „dass mittels vernünftiger Konzepte der Weg zurück zur Stadionnormalität Stück für Stück geebnet wird.“ Die 2G-Regel sei aber ein Rückschritt und man dürfte eine „Impfpflicht“ nicht „auf den Schultern der Fußballfans“ durchsetzen: „Ein ausverkauftes aber halbleeres Stadion mit gesperrten Stehplätzen oder ähnliche Szenarien dürfen niemals eine 'neue Normalität' werden! Fußball im Stadion muss für alle zugänglich sein!“

2G-Regel im Fußball: Rückschritt oder Schritt nach vorne?

Daher haben sich die Ultras zum Boykott der anstehenden Drittliga-Partie in Osnabrück entschieden. Der VfL hatte Ende vergangener Woche von der Stadt grünes Licht für eine volle Stadionauslastung mit einem 2G-Konzept bekommen, bei dem nur genesene und geimpfte Personen zuschauen dürfen. Der Klub sprach von einem „großartigen Signal“ und einem „weiteren Schritt Richtung Normalität“ - was die HFC-Ultras offenbar grundlegend anders sehen.

Der Hallesche FC setzt bei seinen Heimspielen schon die ganze Saison lang und auch in Zukunft auf die 3G-Regel und bietet dazu auch Corona-Tests vor dem Leuna-Chemie-Stadion an. Diese sind allerdings ab sofort kostenpflichtig: Fans müssen zehn Euro zahlen oder einen anderen gültigen Corona-Test mitbringen.