Hallescher FC

Hallescher FC: HFC eröffnet Drittliga-Saison gegen RB Leipzig

Halle/MZ - Maik Wagefeld wollte gerade mit seiner Familie zum Schuhe einkaufen, als die Nachricht per SMS kam. Anton Müller saß zu Hause in Potsdam in seinem Wohnzimmer und hatte seinen lädierten linken Knöchel hochgelegt, da wurde es Gewissheit. Und Trainer Sven Köhler lief beim Verlassen des Erdgas Sportparks geradewegs den ersten Fernseh-Journalisten in die Arme, die ihm verkünden wollten, was er bereits seit einigen Minuten ...

Von Karl Ebert
Das Personal hat sich verändert, die Rivalität ist geblieben: Am ersten Drittliga-Spieltag kommt RB Leipzig nach Halle, wie zuletzt beim letzten Regionalliga-Spiel der Saison 2011/12. Damals stieg Halle auf.

Maik Wagefeld wollte gerade mit seiner Familie zum Schuhe einkaufen, als die Nachricht per SMS kam. Anton Müller saß zu Hause in Potsdam in seinem Wohnzimmer und hatte seinen lädierten linken Knöchel hochgelegt, da wurde es Gewissheit. Und Trainer Sven Köhler lief beim Verlassen des Erdgas Sportparks geradewegs den ersten Fernseh-Journalisten in die Arme, die ihm verkünden wollten, was er bereits seit einigen Minuten wusste.

Es war ein Kracher, den der Deutsche Fußball-Bund am Mittwochnachmittag kurz nach halb drei verkündete. Die Fußballer des Halleschen FC steigen am 19. Juli mit dem mitteldeutschen Derby gegen Aufsteiger RB Leipzig in ihre zweite Drittliga-Saison ein.

„Freitagabend, tolle Kulisse, ausverkauftes Haus und Flutlicht: Das wird Fußball mit Gänsehaut“, meinte Mannschaftskapitän Wagefeld. „Mittlerweile hat es sich bis in die DFB-Zentrale nach Frankfurt am Main herumgesprochen, dass wir ein wunderschönes Stadion haben, das solche Spiele verdient hat. Ich freue mich schon jetzt riesig auf das Duell.“

Wagefeld verbrachte den Mittwochnachmittag ebenso unverhofft im Kreise seiner Familie wie Anton Müller. Trainer Sven Köhler hatte das Nachmittags-Training kurzerhand abgesetzt, weil sich zu viele Spieler mit leichten Blessuren herumplagten und er mit nur zwölf Profis hätte trainieren müssen.

Schädlich hofft auf Fußball-Fest

Zu denen, die zwei, drei Tage etwas kürzertreten sollen, gehört auch Anton Müller. Er hatte sich am Dienstag einen dicken Knöchel eingefangen, den er auf Anraten von Mannschaftsarzt Thomas Bartels „mal zwei Tage hochlegen“ soll. „Als ich am Mittag aus Halle abgefahren bin, verdichteten sich die Gerüchte, dass wir das Eröffnungsspiel bestreiten. Aber es war noch nicht sicher. Und als Fußballer hat man ja auch oft schon erlebt, dass eigentlich der Aufsteiger zunächst ein Heimspiel bekommt“, erzählte Müller. Doch als aus dem Gerücht Wahrheit wurde, leuchteten auch seine Augen. „Das ist für uns ein Weltklasse-Auftakt. Etwas Besseres gibt es doch gar nicht“, sagte der Mittelfeldspieler. „Bei so einem Auftaktspiel will doch jeder Fußballer auf dem Rasen stehen. Da gibt jeder im Training Vollgas. Wenn die Schmerzen erträglich sind, stehe auch ich am Donnerstag wieder auf dem Platz. In der Vorbereitung zählt jeder Tag.“

Nicht nur bei Maik Wagefeld und Anton Müller kamen am Mittwoch die Erinnerungen an jenen 12. Mai 2012 zurück, an dem Halle ein Fußball-Märchen erlebte: Vor 14 003 Zuschauern machte der HFC damals mit einem 0:0 gegen den eigentlichen Meisterschaftsfavoriten RB Leipzig den Aufstieg in den bezahlten Fußball perfekt. Auch Präsident Michael Schädlich erinnert sich daran. „Das war schon ein Fußball-Fest. Und auf ein ähnliches hoffe ich auch dieses Mal“, sagte er. „Dass wir das Auftaktspiel einer Saison für den gesamten deutschen Profifußball bestreiten dürfen, sehe ich als Auszeichnung. Wir stehen deutschlandweit im Schaufenster und können uns überregionalen Sponsoren präsentieren, die wir brauchen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen“, so Schädlich. Noch steht aber nicht fest, wann der Kartenverkauf startet, doch Schädlich versprach: „Wir gehen das zeitnah an.“

In Leipzig hielt sich die Freude verständlicherweise in Grenzen: „Es wäre klasse gewesen, wenn wir zum Auftakt ein Heimspiel gegen Halle gehabt hätten“, sagte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick im Trainingslager am Walchsee in Österreich. „Dann wären wieder 30 000 Zuschauer gekommen. Jetzt nehmen wir es, wie es ist.“

Mouaya bleibt HFC erhalten

In der ganzen Freude um das Saison-Auftaktspiel ging am Mittwoch fast unter, dass Innenverteidiger Patrick Mouaya seinen Vertrag beim Halleschen FC um ein Jahr verlängert hat. Der Nationalspieler, der den Großteil der letzten Serie wegen eines Beinbruchs ausgefallen war, geht in seine fünfte Saison bei den Rot-Weißen. „Auf Patrick war bis zu seiner Verletzung immer Verlass. Er ist wichtig für die Stimmung im Team und wird uns bald wieder helfen können“, sagte HFC-Manager Ralph Kühne.