Future League

Future League: Hallescher FC wird in der kommenden Saison nicht antreten

Halle (Saale) - Ein Sieg, ein Unentschieden, sechs Niederlagen, die letzte am Mittwoch mit 0:2 in Merseburg gegen Liberec. Tabellenletzter – es läuft nicht beim Halleschen FC. Aber, sagt HFC-Manager Ralph Kühne mit einem Lächeln „absteigen können wir ...

Von Andreas Mann

Ein Sieg, ein Unentschieden, sechs Niederlagen, die letzte am Mittwoch mit 0:2 in Merseburg gegen Liberec. Tabellenletzter – es läuft nicht beim Halleschen FC. Aber, sagt HFC-Manager Ralph Kühne mit einem Lächeln „absteigen können wir nicht“.

Es geht um die sogenannte Future League, übersetzt: Zukunftsliga. Und es stimmt: In der gibt es keine Absteiger. Dennoch deutet vieles darauf hin, dass diese Liga in Halle alles andere als Zukunft hat. Das Pilotprojekt, das von Dynamo Dresden im Sommer vergangenen Jahres ins Leben gerufen wurde und dem sich Halle nach der Abmeldung seiner zweiten Mannschaft gemeinsam mit dem Chemnitzer FC und drei Teams aus Tschechien anschloss, droht zu scheitern.

„Es hat sich nicht ganz so bewährt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Future League spielt eine zunehmend untergeordnete Rolle“, gibt Ralph Kühne zu. Dabei sei „die Idee top, aber die Praxis hat das schon ein Stück weit schwierig gestalten lassen“.

Sprungbrett zwischen Junioren- und Männerbereich

Der Grundgedanke der Future League ist in der Tat kein schlechter. Für den Nachwuchs soll sie ein Sprungbrett zwischen Junioren- und Männerbereich sein. Für die Profis, die nur selten in der dritten Liga zum Einsatz kommen oder nach Verletzungen zurückkehren, ist es die Chance, Spielpraxis zu sammeln.

Toni Lindenhahn beispielsweise profitierte nach seiner Knieverletzung zu Saisonbeginn von den Spielen. „Gerade, als ich mich wieder herantasten wollte, waren das schon gute Tests“, meint der Hallenser, der fünf Mal im Future-Team zum Einsatz kam.

Dass sich der HFC trotz positiver Aspekte nach nur einer Spielzeit aus dem Projekt ausklinkt, scheint dennoch so gut wie sicher. Denn das Negative überwiegt. Für den Verein ist der Aufwand schlichtweg größer als der Nutzen.

Keine Lust auf zweite Spielzeit

„Vor allem die Terminierung der Duelle ist das Problem“, berichtet Ralph Kühne. Und das, obwohl es über die Saison verteilt nur zehn Spieltage sind. Da die Partien in der Regel am Dienstag- oder Mittwochnachmittag stattfinden, wird der Trainingsbetrieb sowohl bei den Profis als auch bei der A-Jugend gestört. „Und wenn man dann eben nach Liberec fahren muss, sind das 400 Kilometer - und das ist dann schon grenzwertig“, sagt der Manager.

Man hört heraus: Halles Lust auf eine zwei Spielzeit in der Future League hält sich in Grenzen. Gerade in der finalen Saisonphase entpuppt sich der Wettbewerb für die Saalestädter als Störfaktor - noch dazu mit Verletzungsrisiko.

Während die Drittligaprofis am Mittwoch in Sandersdorf im Landespokal-Halbfinale gefordert waren, fand in Merseburg das Rückspiel des Future-Teams gegen Slovan Liberec statt. Beim bedeutungslosen 0:2 gegen die Tschechen musste Trainer Daniel Meyer fast ausschließlich auf Spieler seiner A-Jugend setzen, mit denen er in der Liga im Saisonendspurt um den Bundesliga-Aufstieg kämpft.

Future League passt nicht in die Plaung

Kommende Woche wollen sich Ralph Kühne, Trainer Rico Schmitt und Sportdirektor Stefan Böger zusammensetzen und entscheiden, ob die Future League für den HFC weiter Sinn macht oder nicht. Vieles spricht aber dafür, dass das Pilotprojekt in der neuen Saison ohne hallesche Beteiligung stattfindet. Sollte die A-Jugend in die Bundesliga aufsteigen, wäre das ohnehin „das K.o.-Kriterium“, meint Kühne.

Doch unabhängig davon, wird das Thema bald der Vergangenheit angehören. In die Planungen von Cheftrainer Rico Schmitt passt dieser Zusatzwettbewerb nämlich gar nicht: „Wir haben auch in der neuen Saison einen knapp bemessenen Kader mit 20 Spielern plus drei Torhütern. Davon kannst du im Schnitt zwei Spieler wegnehmen, die angeschlagen oder verletzt sind. Und dazu kommen auch noch drei bis vier englische Wochen.“ Heißt im Klartext: Schmitt braucht jeden Mann für die dritte Liga.

Zwei Partien noch, dann ist das Kapitel für den HFC nach einem dreiviertel Jahr also beendet. Zuhause geht es gegen den FK Teplice aus Tschechien und zum Abschluss noch zum Chemnitzer FC. „Vielleicht gewinnen wir ja noch ein Spiel“, meint Ralph Kühne. Aber eigentlich ist es ihm egal. (mz)