HFC-Derby als Enochs-EndspielFSV Zwickau tief in der Krise: Trainer-Wut trifft Jan Löhmannsröben

Aktualisiert: 23.01.2023, 15:56
FSV-Trainer Joe Enochs steckt mit seinem Team tief im Abstiegskampf der 3. Liga fest.
FSV-Trainer Joe Enochs steckt mit seinem Team tief im Abstiegskampf der 3. Liga fest. (Foto: IMAGO/Ulrich Wagner)

Zwickau/Halle (Saale)/dpa/MZ - Der FSV Zwickau hat in der 3. Liga ein Kopfproblem. Spätestens nach dem 1:3 beim TSV 1860 München am Samstag ist das Trainer Joe Enochs klar.

„Gegen Oldenburg bekommen wir nach drei Minuten das Gegentor, heute nach 28 Sekunden. Das hat nichts mit Technik oder Taktik zu tun, sondern mit dem Kopf. Und da müssen wir schnellstens die Köpfe freibekommen“, sagte der Trainer im MDR.

FSV Zwickau in der Krise: „Es geht um den Verein“

Bei heftigem Flockenwirbel waren die Zwickauer lange Zeit ebenbürtig, verschliefen aber die Startphase und machten später nichts aus den teils guten wenigen Möglichkeiten. „Wir vergessen halt, was wichtig ist im Fußball. Dass wir gerade bei so einem Platz und bei so einem Wetter einfach spielen und die Zweikämpfe annehmen“, analysierte Enochs bei „MagentaSport“ und kritisierte: „Vorm 2:0 haben wir halt fünf Chancen, den Ball zu retten, tun es aber nicht.“

Wie sauer Enochs war, bekam Jan Löhmannsröben zu spüren. Der Abwehrspieler, der das 0:2 zu verantworten hatte, wurde nach zwölf Minuten ausgewechselt. „Das tut mir auch irgendwie leid. Aber es geht nicht um Personen. Es geht auch nicht um mich. Es geht um Punkte. Es geht um den Verein“, sagte Enochs.

Somit kommt es am Samstag (14 Uhr im Liveticker) zum Start der Drittliga-Rückrunde zu einem wahren Kellerduell im Ost-Derby zwischen dem FSV und dem Halleschen FC. Beide Klubs stehen auf Abstiegsrängen, Halle hat aktuell einen Punkt mehr geholt als die Westsachsen.

Mehr Druck auf dem Kessel geht kaum - und Joe Enochs steht vor einem möglichen Endspiel als Trainer des FSV Zwickau. Wie der Klub am Montag bekannt gab, werde man die Partie trotz der prekären sportlichen Situation ohne Veränderungen in der sportlichen Leitung absolvieren.

HFC wird zum Endspiel für Zwickau-Trainer Joe Enochs

Man erwarte aber „eine klare Leistungssteigerung und Reaktion sowie ein erfolgreiches Abschneiden. Nach der Partie werden wir die Situation neu bewerten“, heißt es in der Mitteilung.

Die Niederlagen gegen den VfB Oldenburg (0:1) und beim TSV 1860 München (1:3) hätten am Sonntag zu einer intensiven Analyse des Ist-Zustandes geführt. „Das Auftreten in den vergangenen beiden Spielen entsprach keinesfalls den Vorstellungen und Erwartungen der Verantwortlichen des FSV Zwickau, sodass wir im sportlichen Bereich alles auf den Prüfstand stellen werden“, heißt es. Man sei bereit, neue Impulse zu setzen, bewahre aber noch Ruhe.

„Es ist uns wichtig das Gefühl zu vermitteln, dass wir keineswegs tatenlos zuschauen werden und alles uns Mögliche für den Erhalt des Profifußballs in Zwickau tun werden. Nachdem wir im Rahmen der Nachlizenzierung die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachgewiesen haben, erwarten wir nun auch von unserer sportlichen Leitung, dem Trainerteam und unserer Drittligamannschaft alles dem sportlichen Erfolg unterzuordnen und den kompletten Fokus auf unser Ziel Klassenerhalt zu legen“ teilten die FSV-Verantwortlichen mit. Hierfür darf nun auch noch personell nachgerüstet werden, nachdem die Nachlizenzierung beim Deutschen Fußball-Bund erfolgt ist.