Topduell beim VfL Bochum

Topduell beim VfL Bochum: Youngster Klostermann rockt RB Leipzig

Leipzig - Um seinem Hobby, dem Schlagzeugspielen, nachzugehen, fehlt Lukas Klostermann gerade die Zeit. Sieben Jahre hat der Defensivallrounder von RB Leipzig regelmäßig getrommelt. Doch sein Gespür für den richtigen Rhythmus beweist Nachwuchs-Nationalspieler derzeit auch Woche für Woche auf dem Fußballplatz. Überraschend avancierte der Youngster in dieser Saison zu einer Konstante in der Abwehr der „Roten ...

Von Ullrich Kroemer 16.10.2015, 12:06

Um seinem Hobby, dem Schlagzeugspielen, nachzugehen, fehlt Lukas Klostermann gerade die Zeit. Sieben Jahre hat der Defensivallrounder von RB Leipzig regelmäßig getrommelt. Doch sein Gespür für den richtigen Rhythmus beweist Nachwuchs-Nationalspieler derzeit auch Woche für Woche auf dem Fußballplatz. Überraschend avancierte der Youngster in dieser Saison zu einer Konstante in der Abwehr der „Roten Bullen”.

Bis auf eine Partie stand Klostermann als jüngster Stammspieler in bisher allen Ligaspielen auf dem Platz. Hinter Innenverteidiger Willi Orban hatte er von allen RBL-Abwehrspielern bisher die zweitmeisten Einsatzzeiten. Und auch in der U21 läuft es für den athletischen 1,91-Meter-Mann hervorragend. Obwohl er die U20 einfach übersprang ist er auch in der Innenverteidigung der U21-Nationalmannschaft gesetzt, spielte zuletzt gegen Finnland (4:0) und die Färöer Inseln (6:0) komplett durch.

"Ich gebe immer Gas"

Fragt man Klostermann, wie er sich die unerwarteten Einsatzzeiten selbst erklärt, antwortet der Junge aus Herdecke im Ruhrpott herrlich direkt: „Weil die Leistung stimmt, weil ich immer Gas gebe.” Sein Trainer Ralf Rangnick, der ihn im Sommer 2014 vom VfL Bochum nach Leipzig holte, geht etwas mehr ins Detail: „Das, was wir uns von ihm versprochen haben, hat sich bestätigt. Auf der Position gibt es in seinem Alter wenige, die seine Voraussetzungen haben”, sagt der 57-Jährige. Freilich bleiben dabei auch Fehler nicht aus. Beim 2:2 bei 1860 München oder der Entstehung des 2:3 der Nürnberger zuletzt in Leipzig sah auch Klostermann nicht gut aus. Doch beim Großteil seiner Aktionen wirkt Klostermann mittlerweile stabil.

Obwohl Klostermann gelernter Innenverteidiger ist, sieht ihn Rangnick kurzfristig als Rechtsverteidiger – auch, weil Klostermann dort die besten Einsatzchancen habe: „Mit der Geschwindigkeit, die er hat, kann er in jeder Situation wegziehen, so wie er das zuletzt gegen Nürnberg gemacht hat.” Mit ein paar Jahren Erfahrung auf der Position komme Klostermann auch als Innenverteidiger auf höchstem Niveau infrage, glaubt Rangnick und erinnert an die Entwicklung von Nationalspieler Jerome Boateng: „So ähnlich könnte das auch bei Lukas aussehen.”

Speed, Tiefgang und Entschlossenheit

Das Spiel bei seinen Ex-Klub VfL Bochum am Sonntag (13.30 Uhr) geht Lukas Klostermann ganz professionell an. „Natürlich ist es ein besonderes Spiel, weil ich da lange gespielt habe”, sagt er. „Familie, Freunde und Bekannte sind auf allen Stadionseiten vertreten.” Für die 90 Minuten auf dem Platz jedoch stehe es außer Frage, „dass wir das Spiel gewinnen wollen”. Rangnick sieht sein Team gegen den Tabellenführer ausnahmsweise einmal nicht in der Favoritenrolle. „Aber es wird trotzdem unser Ziel sein zu gewinnen, das wäre auch hilfreich für unsere Platzierung in der Tabelle”, sagt Rangnick. Dafür benötige sein Team wieder die richtige Mischung, um Bochum einerseits mit aggressivem Pressing die Spielfreude zu nehmen und andererseits selbst mit „Speed, Tiefgang und Entschlossenheit” nach vorn zu stoßen, so Rangnick. Lukas Klostermann scheint den richtigen Rhythmus dafür bereits gefunden zu haben. (mz/uk)