Stürmer ohne Treffer bei RB Leipzig

Stürmer ohne Treffer bei RB Leipzig: Yussuf Poulsen: „Die Tore kommen bald”

Leipzig - Immer wieder schießt Yussuf Poulsen den Ball an diesem Trainingsvormittag ins Tor. RB Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick hat für die gesamte Mannschaft Torschussübungen angesetzt, um möglichst viele Abschlüsse zu trainieren und Selbstvertrauen vor dem Kasten zu tanken. Die Chancenverwertung ist noch eine der Schwachstellen des Aufstiegsfavoriten. Poulsen ist wie das gesamte Team mit Spaß und Engagement bei der Sache. „Es ist wichtig, dass man die Automatismen reinkriegt, dass man immer weiß, wo das Tor steht und jederzeit das Gefühlt hat, treffen zu können”, sagt der Däne im Anschluss an die ...

Von Ullrich Kroemer

Immer wieder schießt Yussuf Poulsen den Ball an diesem Trainingsvormittag ins Tor. RB Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick hat für die gesamte Mannschaft Torschussübungen angesetzt, um möglichst viele Abschlüsse zu trainieren und Selbstvertrauen vor dem Kasten zu tanken. Die Chancenverwertung ist noch eine der Schwachstellen des Aufstiegsfavoriten. Poulsen ist wie das gesamte Team mit Spaß und Engagement bei der Sache. „Es ist wichtig, dass man die Automatismen reinkriegt, dass man immer weiß, wo das Tor steht und jederzeit das Gefühlt hat, treffen zu können”, sagt der Däne im Anschluss an die Einheit.

Noch kein einziger Treffer

Dieses Selbstverständnis vor dem gegnerischen Tor ist dem Stürmer Yussuf Yurary Poulsen derzeit abhanden gekommen. In seinen 16 Einsätzen in dieser Spielzeit für RB Leipzig in Liga und Pokal hat der 21-Jährige noch kein einziges Mal getroffen. Zwar hatte er auch in der vergangenen Saison mal längere Phasen ohne Treffer. Doch so lange war der Angreifer in seiner Karriere noch nie torlos geblieben. Poulsen entgegnet: „Ich habe auch noch nie so wenig gespielt. Wenn ich nur 20 Minuten auf dem Feld stehe, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass ich treffe.” Doch beides – Einsatzzeiten und Torquote – bedingen sich natürlich.

Nach seiner Teilnahme an der U21-Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer hatte der 1,93-Meter-Mann das Training bei RB später aufgenommen und anfangs seinen Rhythmus gesucht. Aktuell, sagt Poulsen, sei er „gut drauf” und habe das auch zuletzt bei seinen Kurzeinsätzen gezeigt. „Ich habe eine Vorlage gegeben und gute Szenen gehabt. Ich glaube, dass auch die Tore bald kommen.”

Doch dazu benötigt er auch wieder mehr Einsatzzeit. „Ich habe im vergangenen Jahr alle Spiele von Beginn an gespielt. Da will ich wieder hin”, sagt Poulsen entspannt, aber selbstbewusst. „Ich akzeptiere, dass ich derzeit nur eingewechselt werde. Aber zufrieden bin ich mit der Situation nicht.” Seinen Sturmpartner Davie Selke betrachtet der Nationalspieler dabei mehr als Kumpel, denn als Rivalen. „Es ist gut, dass wir uns so gut verstehen”, sagt Poulsen. „Ich freue mich, wenn er ein Tor schießt und er der Mannschaft hilft.”

Das war am vergangenen Samstag beim 1:0-Auswärtssieg gegen Arminia Bielefeld zu sehen, als Poulsen dem Torschützen Selke als Erster euphorisch gratulierte. Beide liegen bei Auswärtstouren zusammen auf dem Zimmer, verstehen sich abseits des Spielfeldes blendend. „Klar, sind wir Konkurrenten”, sagt Poulsen, „aber wir können auch beide gleichzeitig auf dem Feld stehen. Es ist das Ziel, dass wir irgendwann beide im Sturm spielen.”

"Habe Verbesserungsbedarf"

Das wäre im 4-2-2-2-System möglich, das Trainer Ralf Rangnick zu Beginn der Saison einstudieren ließ. In der offensiven Dreier-Reihe im 4-2-3-1, auf das der Chefcoach in den vergangenen Partien verstärkt setzte, ist Poulsen nicht optimal aufgehoben. Doch Rangnick schätzt Poulsen auch deswegen und verlängerte dessen Vertrag vorzeitig bis 2019, weil „Yussi” nicht hadert, sondern an seinen Schwächen arbeitet, um wieder in zwingendere Abschlusssituationen zu kommen. „Wenn ich auf dem Flügel oder als hängende Spitze spiele, muss ich besser in die kleinen Räumen zwischen Mittelfeld und gegnerischer Abwehr stoßen”, sagt Poulsen selbstkritisch. „Ich weiß, dass ich da Verbesserungsbedarf habe.”

Geholfen haben ihm bei der schwersten Hinrunde seiner Karriere die Einsätze im Nationalteam. Zwar scheiterte er mit der dänischen Auswahl in den EM-Play-offs an Schweden. Doch Poulsen bereitete einen Treffer vor und traf im Rückspiel selbst eindrucksvoll per Kopf. „Dass wir ausgeschieden sind, war zunächst richtig enttäuschend”, sagt Poulsen. „Aber inzwischen kann ich mich auch ein wenig darüber freuen, dass ich zwei richtig gute Spiele gemacht habe.”