Streit um Willi Orban

Streit um Willi Orban: Stefan Kuntz erklärt „Dolchstoߔ-Zoff mit RB Leipzig

Leipzig - Kaiserslauterns Vorstandschef Stefan Kuntz stand nach dem 2:0-Erfolg bei RB Leipzig bestens gelaunt und erleichtert in den Stadionkatakomben der Leipziger Arena. Der Europameister von 1996 sagte gelöst: „Das ist heute ein richtig toller Tag für uns, ein Dreier im richtigen ...

Von Ullrich Kroemer 09.11.2015, 10:55

Kaiserslauterns Vorstandschef Stefan Kuntz stand nach dem 2:0-Erfolg bei RB Leipzig bestens gelaunt und erleichtert in den Stadionkatakomben der Leipziger Arena. Der Europameister von 1996 sagte gelöst: „Das ist heute ein richtig toller Tag für uns, ein Dreier im richtigen Moment.” 

So nahm sich Kuntz auch Zeit, den Zwist mit seinem Leipziger Kollegen Oliver Mintzlaff zu erklären. Im Vorfeld der Partie hatte es Ärger wegen der unterschiedlichen Bewertungen des Transfers des einstigen Lauterer Kapitäns und Publikumslieblings Willi Orban zu RB Leipzig gegeben. Kuntz hatte von einem „Dolchstoß in den Stolz eines FCK-Fans” gesprochen. Doch der Konflikt sei ausgeräumt. „Wir haben vor dem Spiel alles besprochen, die Standpunkte sind ausgetauscht, es ist alles gut, es gibt kein Problem mehr”, sagte Stefan Kuntz. 

Lob für den Konkurrenten

Kuntz lobte die Arbeit des Konkurrenten sogar. „Wenn man nicht über so einen Wahnsinnsetat verfügt, guckt man natürlich ein wenig neidisch. Aber ein hoher Etat heißt ja nicht, dass man automatisch erfolgreich ist, wie man in der Bundesliga sieht. RB macht hier einen überragenden Job”, sagte der starke Mann des 1. FCK. Der 53-Jährige hatte sich vor dem Spiel unter anderem mit Frank Aehlig ausgetauscht, Sportkoordinator von RB und Ex-Manager des 1. FC Kaiserslautern. Oliver Mintzlaff war am Sonntag ausnahmsweise einmal nicht im Leipziger Stadion, weil er bei Schwester-Klub New York Red Bulls weilte. 

„Ich habe versucht, die Fanszene des FCK zu erklären”, sagte Kuntz zu den Meinungsverschiedenheiten. „Ich habe gemeint, dass es einem FCK-Fan am meisten weh tut, wenn ein Spieler da hin geht, wo die FCK-Fans ihre Werte im Moment vermeintlich am wenigsten vertreten sieht. Das war vor drei Jahren ein anderer Verein und ist vielleicht in drei Jahren wieder ein anderer Verein. Das hatte mit Leipzig nichts zu tun. Das Ziel war nicht Red Bull.” 

Willi Orban, Stein des Anstoßes, musste sich die Pleite gegen seinen Ex-Klub wegen seiner Gelb-Sperre auf der Tribüne anschauen. Kuntz berichtete von einem kurzen Treffen mit seinem Ex-Spieler. Mehr Worte als „Hallo, wie geht’s?” seien jedoch nicht gefallen. (mz)