Stimmen zu Karlsruher SC vs. RB Leipzig

Stimmen zu Karlsruher SC vs. RB Leipzig: Sabitzer: „Auch mal dreckig gewinnen”

Karlsruhe/Leipzig - So richtig ausgelassen konnten sich Spieler und Trainer von RB Leipzig über das 1:0 beim Karlsruher SC nicht freuen. Zu dürftig war die Leistung beim Gegenpressing und in der Offensive.

Von Ullrich Kroemer
Die Fäuste zum Himmel: Marcel Halstenberg, Yussuf Poulsen, Marcel Sabitzer, Stefan Ilsanker und Davie Selke bejubeln das 1:0 für RB Leipzig.

So richtig ausgelassen konnten sich Spieler und Trainer von RB Leipzig über das 1:0 beim Karlsruher SC nicht freuen. Zu dürftig war die Leistung beim Gegenpressing und in der Offensive.

Ralf Rangnick (RB Leipzig): „Das war kein gutes Spiel von uns. Die Mannschaft hat gefightet, sich im Verlauf der zweiten Hälfte in das Spiel reingebissen. Insgesamt war das ein glücklicher Sieg. Der KSC hat hervorragend gespielt, wir haben ganz selten Zugriff bekommen. Besser wurde es dann nach der Umstellung auf 4-3-3. Wir haben zwar schon bessere Spiele gemacht, aber über die drei Punkte freuen wir uns trotzdem.”

„Das Spiel müssen wir heute unter der Rubrik glücklicher Arbeitssieg einordnen. Vor allem die erste Halbzeit hat mir von unserer Mannschaft nicht gefallen. Wir haben in Ballnähe viel zu selten Zugriff gekriegt und auch bei eigenem Ballbesitz nicht die richtigen Entscheidungen getroffen, nicht die richtigen Spieler mitgenommen. In der zweiten Hälfte wurde es besser nach der Umstellung auf drei Sechser, wobei wir zuvor beim gehaltenen Elfmeter natürlich Glück hatten. Dass dann gerade ,Sabi’ das Tor macht, ist kein Zufall. Er ist in einer richtig guten Verfassung. Aber wir müssen uns in den letzten drei ausstehenden Spielen steigern, wenn wir weiter Punkte holen wollen.”

Zu Schmähgesängen und Plakaten gegen Ralf Rangnick: „Ich habe das nur am Rande mitbekommen. In Hoffenheim richtete sich das damals gegen Dietmar Hopp, jetzt offenbar vor allem gegen mich. Aber alles okay, wir freuen uns über die drei Punkte.”

Markus Kauczinski (Trainer Karlsruher SC): „Wir haben alles in der eigenen Hand, machen ein sehr, sehr gutes Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit viele gute Angriffe, die letzte Konsequenz, der Zug zum Tor hat etwas gefehlt. Da ist es absolut bitter, dass man ohne Punkt dasteht.”

Marvin Compper (Verteidiger RB Leipzig): „Wir haben es in den letzten Wochen besser hinbekommen als heute, den Gegner von unserem Tor wegzuhalten. Die Karlsruher sind heute zu oft durchgekommen, sodass wir in Eins-gegen-Eins-Situationen alles oder nichts spielen mussten.”

Zum nicht gegebenen Elfmeter (9. Minute): „Ich hätte mich nicht beschweren können, wenn der Schiedsrichter gepfiffen hätte.”

Zum Elfmeter bzw. Foul an Diamantakos (56. Minute): „Ich habe zwar meine Hand auf seiner Schulter gehabt, ziehe aber nicht. Aus meiner Sicht ist das kein Strafstoß. Aber ich habe heute Glück gehabt, dass Fabio Coltorti den richtigen Riecher hatte. Wenn jemand bei uns im Team Erfahrung hat, sind das Fabio und ich. Meine Mitspieler und mein Trainer erwarten von mir, dass ich auch in brenzligen Situationen kühlen Kopf bewahre.”

Marcel Sabitzer (Torschütze RB Leipzig): „Das war ein wichtiger Sieg, dass wir bisschen Polster haben. Aber das Spiel war net guad. Wir sind heute schwer reingekommen, das müssen wir gründlich analysieren. Doch am Ende müssen wir auch mal dreckig gewinnen. Wenn wir weiter so arbeiten wie in den letzten Wochen kann das auch mit dem Aufstieg ’was werden.”

„Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wahrscheinlich ein dreckiges 1:0 reichen wird, wenn wir uns reinhängen. Freiburg hat ja am Freitag auch nicht berauschend gewonnen, von daher kann man schon mal so nachziehen.”

Diego Demme (Mittelfeldspieler RB Leipzig): „Das war heute ein Arbeitssieg. Die Karlsruher hätten ein, zwei Tore machen können oder vielleicht sogar müssen. Wie wir gewonnen haben, wissen wir selber nicht. Wir haben gearbeitet, alles gegeben. Aber das war kein gutes Spiel von uns, aber drei Punkte nehmen wir mit. Wenn man so ein Spiel trotz der nicht so guten Leistung gewinnt, ist das ein Big Point.”

Stefan Ilsanker (Mittelfeldspieler RB Leipzig): „Jeder Sieg ist irgendwie verdient. Aber er war genauso glücklich. Sie haben uns lange dominiert, haben die besseren Kombinationen gehabt. Aber so richtig gefährlich waren sie bis auf wenige Chancen vor dem Tor nicht, aber die hatten wir auch. Letztlich sind wir mit dem Sieg davongekommen. Das war ein brutal hart erarbeiteter Erfolg. Jetzt haben wir uns einen guten Abstand vor den restlichen Mannschaften erarbeitet. Das war vor dem Spiel unser großes Ziel.”

Fabio Coltorti (Torhüter RB Leipzig): „Wir haben offensiv nie ins Spiel gefunden. Aus dem Nichts ein Tor zu schießen, ist auch eine Qualität. Wille und Mannschaftsleistungen haben gestimmt, haben uns dagegen aufgebäumt.

Zum Elfmeter: Wir haben mit Frederik Gößling einen guten Torwarttrainer, der uns mit Videostudium gut einstellt. Das gehört auch dazu. Dass er dann da hinschießt, ist auch Glückssache. Als ich dann in der richtigen Ecke war, war es nicht mehr so schwierig, den Ball zu halten.” (mz)