Spezialprogramm für verletzten Halstenberg

Spezialprogramm für verletzten Halstenberg: So macht Trainer Rangnick seine Spieler stabiler

Leipzig - RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick kann zum Rückrundenstart am Sonntag gegen Eintracht Braunschweig (13.30 Uhr) aus dem Vollen schöpfen. Auch, weil bis auf den Dauerpatienten Terrence Boyd in der Vorbereitung alle Spieler einsatzfähig waren. Nun hat sich ausgerechnet kurz vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres 2016 Linksverteidiger Marcel Halstenberg eine Muskelverletzung am linken Hüftbeuger zugezogen. Acht bis zehn Tage muss er deswegen aussetzen. Für Halstenberg darf am Sonntag Anthony Jung von Beginn an spielen, der bereits seit Wochen ungeduldig mit den Hufen scharrt und für seinen Formanstieg mehrfach von Rangnick gelobt wurde. Kein Problem also, könnte man ...

Von Ullrich Kroemer

RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick kann zum Rückrundenstart am Sonntag gegen Eintracht Braunschweig (13.30 Uhr) aus dem Vollen schöpfen. Auch, weil bis auf den Dauerpatienten Terrence Boyd in der Vorbereitung alle Spieler einsatzfähig waren. Nun hat sich ausgerechnet kurz vor dem ersten Pflichtspiel des Jahres 2016 Linksverteidiger Marcel Halstenberg eine Muskelverletzung am linken Hüftbeuger zugezogen. Acht bis zehn Tage muss er deswegen aussetzen. Für Halstenberg darf am Sonntag Anthony Jung von Beginn an spielen, der bereits seit Wochen ungeduldig mit den Hufen scharrt und für seinen Formanstieg mehrfach von Rangnick gelobt wurde. Kein Problem also, könnte man meinen.

Ausfall ärgert Rangnick "maßlos"

Doch Rangnick wäre nicht der Perfektionist, als der er bekannt ist, wenn er Halstenbergs Verletzung einfach überginge. Stattdessen, bekannte der 57-Jährige, ärgere ihn der Ausfall des athletischen Außenspielers „maßlos”. Am Freitagmittag tagte der Cheftrainer daher bei einem eigens eingerichteten „Jour fixe” mit Trainerteam, Medizinern und Physiotherapeuten, um Halstenbergs Physis eingehend zu besprechen. „Halste ist noch zu fragil”, erklärte Rangnick; der 24-Jährige ziehe bisweilen kleinere Blessuren oder Erkrankungen an. „Wir wollen Halste noch stabiler und widerstandsfähiger machen”, so Rangnick. „Er spielt vielleicht irgendwann einmal nicht nur in einem Wettbewerb, sondern auch international. Darauf wollen wir ihn mit entsprechenden Maßnahmen vorbereiten.”

Der gläserne RB-Spieler

Das eigens für Halstenberg entwickelte Spezialprogramm ist ein schönes Beispiel dafür, wie intensiv RB sich um jeden einzelnen Spieler kümmert. So wird etwa täglich bei jedem Sportler der Creatin-Kinase-Wert (CK-Wert) analysiert, um möglichen Entzündungen oder Muskelverletzungen vorzubeugen. Umfassende Informationen über jeden Spieler – unter anderem statistischen Daten aus Spielen und Training, Messwerte aus der Leistungsdiagnostik und Verletzungsverläufe – werden in einer Datenbank gespeichert und sind jederzeit für das Trainerteam greifbar. Bei den Nachwuchskickern sind in diesem System sogar die Schulnoten hinterlegt, um die schulischen Leistungen stets im Blick zu behalten. Seit dem Bezug der neuen Akademie am Cottaweg ist der gläserne Profi bei RBL Realität.

Der Klub verfolge laut Rangnick einen „ganzheitlichen Ansatz”, intensiver und umfassender als das viele andere Erstligisten tun. Neben einem ausgeklügeltem Ernährungsprogramm für die Kicker reizt der 57-Jährige eben auch medizinisch und psychologisch alle Möglichkeiten aus, um seine Spieler zu verbessern. Wirklich alle. Um die Spieler leistungsfähiger zu machen, hat Rangnick sogar Musik – unter anderem Mozart – für sein Team zusammenstellen lassen.