Saison-Statistik in der 2. Liga

Saison-Statistik in der 2. Liga: RB Leipzig braucht zu viele Chancen

Leipzig - 22 Schüsse hat RB Leipzig am vergangenen Sonntag in Richtung Tor des 1. FC Kaiserslautern abgegeben – Torausbeute: null. Der 1. FCK hingegen war effektiver, schoss zehn Mal und bejubelte einen 2:0-Auswärtserfolg. Zwar agierte RB in den Spielen zuvor cleverer beim Torabschluss. Doch die Saisonstatistik zeigt, dass Davie Selke, Yussuf Poulsen & Co. zwar die meisten Torabschlüsse produzieren, allerdings auch die schlechteste Erfolgsquote der Topteams haben. Die Statistiken im ...

Von Ullrich Kroemer 11.11.2015, 14:24

22 Schüsse hat RB Leipzig am vergangenen Sonntag in Richtung Tor des 1. FC Kaiserslautern abgegeben – Torausbeute: null. Der 1. FCK hingegen war effektiver, schoss zehn Mal und bejubelte einen 2:0-Auswärtserfolg. Zwar agierte RB in den Spielen zuvor cleverer beim Torabschluss. Doch die Saisonstatistik zeigt, dass Davie Selke, Yussuf Poulsen & Co. zwar die meisten Torabschlüsse produzieren, allerdings auch die schlechteste Erfolgsquote der Topteams haben. Die Statistiken im Überblick:

Tabelle: Mit zwei verlorenen Partien sowie fünf Unentschieden liegt RB Leipzig mit den anderen beiden Spitzenteams SC Freiburg und FC St. Pauli gleich auf. Mit plus sechs Toren hat der Red-Bull-Klub allerdings das schlechteste Torverhältnis der besten sechs Teams.

Torschüsse & Chancenverwertung: Dabei hat Rasenballsport mit insgesamt 243 Schüssen in Richtung gegnerisches Tor (davon 79 direkt auf den Kasten) die meisten Versuche abgegeben beziehungsweise Chancen herausgespielt. Mit der Torausbeute von 20 Treffern allerdings liegen die Leipziger im Ligavergleich nur auf Rang sieben. Sprich: nur jeder zwölfte Schuss führt zum Erfolg – die schlechteste Quote der Topteams.

Schüsse aufs eigene Tor: Im Gegenzug lässt RB auch die wenigsten Chancen zu. Nur 24 Paraden musste Keeper Fabio Coltorti bislang zeigen – mit Abstand die wenigsten der Liga. „Dass wir die wenigsten Schüsse auf unser Tor zugelassen und im Gegenzug die meisten abgegeben haben, zeigt, dass wir mit unserer Spielidee auf einem guten Weg sind”, sagt RB-Trainer und -Sportdirektor Ralf Rangnick.

Ballkontakte und Ballbesitz: Das Spiel der Leipziger Pressing-Gegen-Pressing-Maschine ist nicht unbedingt auf Ballbesitz und viele Ballkontakte ausgelegt. Doch die Statistik zeigt, dass die Rangnick-Elf von vielen defensiv agierenden Gegnern zu häufigem Ballbesitz gezwungen wird. Mit 56 Prozent liegt RBL in dieser Statistik hinter Freiburg und Bochum auf Rang drei. Das entspricht 9665 Ballkontakten in den bisherigen 14 Spielen, im Schnitt also 690 Ballberührungen pro Partie.

Fouls und Karten: Fouls stehen in der RB-Spielphilosophie eigentlich auf dem Index. „Bei uns gilt: Foul bricht Pressing”, sagt Rangnick. Heißt: „Wir versuchen, möglichst wenig Foul zu spielen.” Dennoch ist Rasenballsport in dieser Statistik ganz oben dabei: 267 Fouls bedeuten Rang drei hinter dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Kaiserslautern. „Das hängt mit unserer proaktiven Spielwiese, dass wir vorwärts verteidigen, zusammen”, erklärt Rangnick. „Ich würde mir allerdings wünschen, dass wir in dieser Tabelle irgendwann nicht mehr vorn stehen, weil das bedeuten würde, dass wir giftig gegen den Ball arbeiten, aber trotzdem kein Foul spielen.” Eine Holzer-Truppe sind die Sachsen freilich nicht. Im Gegenteil: Mit 30 Gelben (2,14 pro Spiel) und bisher keiner Roten Karte gehören die „Roten Bullen” zu den fairsten Teams der Liga.

Zweikämpfe und Passsicherheit: Zwar hat RBL mit 1733 die meisten Zweikämpfe der 2. Liga gewonnen, allerdings mit 3575 auch die meisten geführt. Im Verhältnis macht das einen Schnitt von 48,48 Prozent gewonnenen direkten Duellen – nur Eintracht Braunschweig und der FSV Frankfurt haben eine schlechtere Quote. In puncto Passsicherheit verhält es sich ähnlich wie bei den Zweikämpfen: Mit 6424 angekommenen Pässen rangiert RB hinter Freiburg (6947) und Bochum (6647) auf Rang drei. Doch im Verhältnis zu den insgesamt gespielten Pässen macht das nur eine Erfolgsquote von 72 Prozent – lediglich Platz 13 in der Liga.

Sonstiges: Bei RB-Angriffen hoben die Assistenten 34 Mal die Fahne wegen Abseits – Ligaspitze. Doch das riskante Spiel ist gewollt, Stürmer Davie Selke soll möglichst nah an der Abseitslinie operieren, um bei Pässen in die Nahtstellen der Abwehr sofort auf dem Posten zu sein. Auffällig auch: 69 Flanken kamen von Rechts in den Strafraum, nur 27 von Links. Für Marcel Halstenberg und Emil Forsberg gibt es da also noch Steigerungspotenzial.

Die Daten stammen aus den Datencentern von Opta (via Spiegel Online), Sport 1 und bundesliga.de.