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RB Leipzigs Trainer im Interview

RB Leipzigs Trainer im Interview: Ralf Rangnick: „Erst bei 60 Prozent“

Leipzig - Für die Fans war der 1:0 (0:0)-Auftaktsieg von RB Leipzig beim FSV Frankfurt kein Leckerbissen. Ralf Rangnick ist ob des Auswärts-Dreiers seines Team dennoch zufrieden mit dem Saisonstart. Ullrich Kroemer sprach am Tag nach dem Sieg mit dem ...

26.07.2015, 18:19

Für die Fans war der 1:0 (0:0)-Auftaktsieg von RB Leipzig beim FSV Frankfurt kein Leckerbissen. Ralf Rangnick ist ob des Auswärts-Dreiers seines Team dennoch zufrieden mit dem Saisonstart. Ullrich Kroemer sprach am Tag nach dem Sieg mit dem RB-Coach.

Herr Rangnick, Sie haben die Heimfahrt aus Frankfurt mit drei Punkten im Gepäck angetreten. Erleichtert?

Rangnick: Wir haben uns natürlich gefreut, so wie sich das gehört. Schließlich hat die Mannschaft dieses Gefühl in der vergangenen Saison nur dreimal erlebt.

Welches Fazit ziehen Sie?

Rangnick: Das war ein hartes Stück Arbeit, kein leichtes Spiel. Der Gegner hat uns alles abverlangt und trotzdem hat meine Mannschaft das über weite Strecken gut gemacht, sehr diszipliniert gespielt und sich durch die Heimspielatmosphäre in diesem kleinen, engen Stadion nicht aus dem Konzept bringen lassen. Dass wir das in vielen Bereichen besser können, ist klar. Aber wir haben mit fünf Neuzugängen in der Startelf gespielt. Dass da noch nicht alle Automatismen unter Wettkampfbedingungen klappen, war uns vorher klar. Unterm Strich zählt, dass wir zu Null gespielt und drei Punkte geholt haben.

Was hat Ihnen gefallen?

Rangnick: Im Detail habe ich mir die Videoausschnitte noch nicht angeschaut. Das mache ich am Montag, um das am Dienstag mit der Mannschaft aufzubereiten. Grundsätzlich finde ich, dass wir mit einem hohen Maß an Bereitschaft, Mentalität und Disziplin gespielt und wenig zugelassen haben. Am Schluss waren das für meinen Geschmack ein paar Standardsituationen für die Frankfurter zu viel. Da müssen wir analysieren, ob die Fouls tatsächlich notwendig waren. Diese Standards haben unsere Führung am Ende etwas wackelig gemacht. Aber aus dem Spiel heraus haben wir kaum Chancen zugelassen.

Trotzdem gab es nur zwei Schüsse auf das Frankfurter Tor.

Rangnick: Wir haben speziell in der ersten Halbzeit zu früh zu viele lange Bälle gespielt – immer auf die Ballseite statt diagonal. Das ist nicht das Spiel, das wir bevorzugen. Wir wollen mit flachen Pässen nach vorn kombinieren. Das haben wir nicht gemacht. Sicher hatte das auch mit dem Druck des Gegners zu tun, auch mit der Nervosität des ersten Pflichtspiels, dass wir uns die Bälle nicht so getraut haben, wie wir uns das vorstellen.

Sie haben vor der Partie das Ziel ausgegeben, möglichst nah an das Potenzial zu gelangen, das die Mannschaft zu leisten imstande ist. Bei wie viel Prozent war ihr Team in Frankfurt?

Rangnick: Da müssen wir unterscheiden zwischen Spiel gegen den Ball und Spiel mit dem Ball. Bei eigenem Ballbesitz war deutlich Luft nach oben. Das waren vielleicht erst 60 Prozent von dem, was wir wirklich können. Gegen den Ball war das schon ganz ordentlich. Wenn wir auswärts immer so auftreten, wird es nicht leicht, gegen uns zu gewinnen.

Ihr Trainerkollege Tomas Oral hat bei Sky gesagt, dass die „klar bessere Mannschaft“ verloren habe.

Rangnick: In der Pressekonferenz hat er das so nicht geäußert. Sollte er das so gesagt haben, würde ich mich an seiner Stelle umso mehr über die Niederlage ärgern.

Was wird jetzt im Training und im Test gegen Ingolstadt am Mittwoch im Mittelpunkt stehen?

Rangnick: Wir haben den Test gegen Ingolstadt bewusst gewählt, damit wir vor dem ersten Heimspiel gegen Fürth noch einmal im eigenen Stadion auflaufen können. Dazu weist die Spielweise von Ingolstadt gewisse Parallelen zu der von Fürth auf. Die Partie ist in erster Linie für jene Spieler gedacht, die in Frankfurt wenig bis gar nicht gespielt haben. Aber natürlich werden auch einige Akteure eine Halbzeit lang auflaufen, die beim Auftakt in Frankfurt dabei waren. (mz)