RB Leipzigs 1:1 gegen Dukla Prag

RB Leipzigs 1:1 gegen Dukla Prag: Ralf Rangnick: „Das war pomadig”

MARKRANSTÄDT - RB Leipzigs Chefcoach Ralf Rangnick hat beim 1:1-Testspiel gegen Dukla Prag in der Pause deutliche Worte gefunden, um seine Kicker wachzurütteln. „Ich habe gefragt: Was wollen wir eigentlich, was soll das sein?”, sagte Rangnick nach der Testpartie in Markranstädt. „Die erste halbe Stunde war total pomadig von uns. Wir haben so gespielt, als seien wir fünf Stunden mit dem Bus angereist. Dabei waren es nur 25 ...

Von Ullrich Kroemer 05.09.2015, 06:51

RB Leipzigs Chefcoach Ralf Rangnick hat beim 1:1-Testspiel gegen Dukla Prag in der Pause deutliche Worte gefunden, um seine Kicker wachzurütteln. „Ich habe gefragt: Was wollen wir eigentlich, was soll das sein?”, sagte Rangnick nach der Testpartie in Markranstädt. „Die erste halbe Stunde war total pomadig von uns. Wir haben so gespielt, als seien wir fünf Stunden mit dem Bus angereist. Dabei waren es nur 25 Minuten.”

Falsche Grundeinstellung

Die „Roten Bullen” wirkten verkrampft und unsicher, kamen nicht in die Zweikämpfe und fanden beim Gegenpressing nicht den richtigen Rhythmus und die richtige Balance. Der 0:1-Rückstand zur Pause war die logische Folge. „Heute sind viele einfach mit der falschen Grundeinstellung ins Spiel gegangen. Die erste Viertelstunde war nix, von allem ein bisschen - so kann man gegen diesen Gegner keinen Blumentopf gewinnen.” Der eingewechselte Compper sagte: „Prag hat uns in der ersten Halbzeit auf dem falschen Fuß erwischt. Einige haben nicht damit gerechnet, dass die so physisch und zügig nach vorn spielen.”

Gegner Dukla Prag war laut Rangnick „griffig, unbequem, ballorientiert, aggressiv, hat früh gestört”. Der Gegner habe das Spiel nicht als „Kaffeefahrt gesehen, die sind hier her gefahren, weil sie was von dem Spiel haben wollten”, sagte Rangnick. „Bei uns war das erst ab der zweiten Hälfte der Fall.”

Ein Rückschritt

Nach der Pause bekam RBL endlich Zugriff auf die Partie. „So wie wir da gespielt haben, müssen wir auftreten – aber immer”, forderte Rangnick. Noch hat das Team zu selten die Konstanz, über ein gesamtes Spiel hinweg die geforderte Leistung zu bringen. Gegen Union Berlin am vergangenen Freitag war das zum ersten Mal in dieser Saison gelungen. Die Partie gegen Prag an diesem Freitag ohne sieben Nationalspieler war da wieder ein Rückschritt.

Gute Leistungen boten die nach langer Verletzung zurückgekehrten Marvin Compper und Ken Gipson, der das Tor zum 1:1 vorbereitete. „Wenn ich mir überlege, dass Ken das erste Spiel nach zweimonatiger Verletzung gemacht hat – er hat bolzgerad da wieder angeknüpft, wo er aufgehört hat”, lobte Rangnick. Mit Torschütze Massimo Bruno war der 57-Jährige nur zum Teil zufrieden. „Wenn er mal Lust kriegt zu kicken, kann er sich auch auf engem Raum durchsetzen. Aber er muss auch die nötige Aggressivität an den Tag legen. Da bin ich nach wie vor nicht 100 Prozent zufrieden.”

Im Spiel gegen Paderborn (18.30 Uhr) in einer Woche muss RB deutlich zulegen. „Vielleicht”, so Rangnick, „müssen wir den ein oder anderen vor dem Spiel noch mehr kitzeln.” Dann könnte der noch geschonte Neuzugang Marcel Halstenberg zum ersten Mal auflaufen. „Wenn er gesund bleibt, ist er für Freitag ein Thema”, sagte Rangnick. (mz)