RB Leipzig vs. SC Paderborn

RB Leipzig vs. SC Paderborn: „Mehr Tiefgang”: Rangnick fordert Heimsieg

Leipzig - In der Schifffahrt bezeichnet „Tiefgang” die Distanz von der Wasserlinie bis zur tiefsten Stelle eines Schiffes. Nun ist nicht viel über die nautische Vorbildung von Ralf Rangnick bekannt. Doch vor dem sechsten Spieltag der 2. Liga und der Partie von RB Leipzig gegen den SC Paderborn (Freitag, 18.30 Uhr) benutzte der Universalgelehrte von RB Leipzig den Begriff, um seine Vorstellungen zu ...

Von Ullrich Kroemer

In der Schifffahrt bezeichnet „Tiefgang” die Distanz von der Wasserlinie bis zur tiefsten Stelle eines Schiffes. Nun ist nicht viel über die nautische Vorbildung von Ralf Rangnick bekannt. Doch vor dem sechsten Spieltag der 2. Liga und der Partie von RB Leipzig gegen den SC Paderborn (Freitag, 18.30 Uhr) benutzte der Universalgelehrte von RB Leipzig den Begriff, um seine Vorstellungen zu veranschaulichen. 

Damit dem Ligafavoriten im dritten Anlauf endlich der erste Saisonsieg gelingt, forderte Rangnick also: „Wir brauchen mehr Tiefgang”, und erklärte: „Wir brauchen mehr Zug zum Tor, müssen in der Box aggressiver bis zur Grundlinie vordringen.” Damit seine Spieler häufiger zu Torabschlüssen kommen als bisher setzt Rangnick auf gescheite Laufwege und hohes Tempo, um in den Rücken der gegnerischen Abwehr zu kommen. Auf dem Fußballplatz ist schließlich die gegnerische Grundlinie die tiefste Stelle – genau dahin sollen die Außen der Leipziger vordringen, anstatt nur am Sechzehnmeter-Raum an der Oberfläche herum zu plätschern. 

Halstenberg: "Das Trainingsniveau ist sehr hoch"

Helfen könnte bei diesem Unterfangen Neuzugang Marcel Halstenberg vom FC St. Pauli – nach zweijährigem Aufenthalt in der Hafenstadt Hamburg quasi ein Experte beim Thema Tiefgang. So sagte der pfeilschnelle und athletische Linksverteidiger denn auch: „Das Offensivverteidigen liegt mir. Ich weiß, wie’s geht.” Dabei pflegte sein Ex-Klub durchaus einen anderen Stil. „Bei St. Pauli haben wir uns hinten reingestellt und auf Konter gewartet”, sagte Halstenberg. Bei RB wird sich der 23-Jährige aktiver in die Vorwärtsbewegung einschalten müssen. Und noch einen Unterschied machte Halstenberg aus: „Das Trainingsniveau ist sehr hoch, die Qualität im Training höher als in Hamburg. Das ist schon anders als bei St. Pauli.” 

Rangnick gab preis, dass der neue Mann auf jeden Fall im Kader stehen werde, nicht unwahrscheinlich, dass er bei seiner Premiere im RB-Trikot sogar in der Startelf ran darf. Angesichts der Tatsache, dass sieben RB-Spieler mit ihren Nationalmannschaften im Einsatz waren und teils erst am Mittwoch zurückgekommen sind, konnte Rangnick nur einmal mit dem kompletten Team trainieren. Dabei gehe es „vor allem darum zu schauen, wer so frisch und gut drauf ist, dass er von Beginn an spielen kann und wen wir vielleicht erst später bringen.” 

Problematisch: Mit Davie Selke, Yussuf Poulsen, Marcel Sabitzer, Emil Forsberg war fast die gesamte Stammoffensive im Einsatz. Auch deswegen erwartet Rangnick mehr Initiative und Verantwortung von seinem „Zehner” Massimo Bruno, „Aktionen, in denen man spürt, dass er das Spiel an sich reißen will”. Trotz der „nicht idealen Bedingungen” forderte Rangnick unmissverständlich: „Wir müssen das Spiel gewinnen. Wir brauchen jetzt einen Heimsieg.” Möglichst mit mehr Tiefgang als in den bisherigen Partien. (mz)