RB Leipzig: Remis in Heidenheim

RB Leipzig: Remis in Heidenheim: Elfmeter! Nein, doch nicht! Rangnick kritisiert Referee

LEIPZIG/HEIDENHEIM - Ralf Rangnick war nach dem 1:1 von RB Leipzig beim 1. FC Heidenheim „zutiefst enttäuscht”, angesichts der Überlegenheit seines Teams fühlte sich der Punktgewinn wie eine Niederlage für die Leipziger an. Dass Rangnick seinen Ärger so deutlich wie noch nie nach einem Spiel in dieser Saison artikulierte, hatte aber noch einen anderen Grund: die Aufreger-Szene in der 89. ...

Von Ullrich Kroemer 19.09.2015, 07:58

Ralf Rangnick war nach dem 1:1 von RB Leipzig beim 1. FC Heidenheim „zutiefst enttäuscht”, angesichts der Überlegenheit seines Teams fühlte sich der Punktgewinn wie eine Niederlage für die Leipziger an. Dass Rangnick seinen Ärger so deutlich wie noch nie nach einem Spiel in dieser Saison artikulierte, hatte aber noch einen anderen Grund: die Aufreger-Szene in der 89. Minute.

Yussuf Poulsen war kur vor Abpfiff an der Strafraumgrenze freigespielt worden. Doch sein Ex-Kollege Sebastian Heidinger kam herangerauscht und spitzelte dem RB-Stürmer den Ball vom Fuß. Da dabei auch Poulsen zu Fall kam, pfiff Referee Guido Winkmann zunächst. Danach herrschte Konfusion, weil der Schiedsrichterassistent seinem Boss per Funk-Headset mitteilte, dass er die Szene weder als Foul, noch als Strafstoß bewerte. Winkmann ließ sich überstimmen und gab Schiedsrichterball an der Sechzehner-Linie. Der Leipziger Protest war zwecklos.

Ralf Rangnick wettert gegen Schiedsrichter

„Dass der Schiedsrichter in der 89. Minute auf Elfmeter pfeift und die Entscheidung auf Zuruf des Linienrichters wieder zurücknimmt, habe ich auch noch nicht oft erlebt”, sagte Rangnick angefressen. „Wenn es jemanden in der Szene gab, der überhaupt nichts sehen konnte, war das der Linienrichter. Vor ihm standen zwei Spieler. Für uns ist das extrem ärgerlich, aber es nützt ja nix.”

Doch rein regeltechnisch betrachtet war das Verhalten des erfahrenen Referees Winkmann, Polizeibeamter aus Nordrhein-Westfalen, regelkonform. In den Fußball-Regeln des DFB heißt es unter Punkt 5: „Der Schiedsrichter darf eine Entscheidung nur ändern, wenn er feststellt, dass sie falsch war, oder falls er es für nötig hält, auch auf einen Hinweis eines Schiedsrichter-Assistenten oder des Vierten Offiziellen. Voraussetzung hierfür ist, dass er die Partie weder fortgesetzt noch abgepfiffen hat.” Besonders souverän kam Winkmann in der Szene freilich nicht rüber, doch seine Entscheidung stellte sich als richtig heraus. In der Zeitlupe war zu erkennen, dass Heidingers Einsteigen eher kein Foul war; ob sich die Aktion überhaupt im Strafraum abgespielt hat ist zudem strittig.

Heidenheims Chefcoach Frank Schmidt war freilich zufrieden mit der Einsichtigkeit des Schiedsrichters. „Ich denke, es ist klar kein Elfmeter. Egal, wer es sieht, wenn die Entscheidung so fällt, muss man klar sagen, es ist richtig entschieden. Für uns wäre es extrem bitter gewesen, wenn der Schiedsrichter bei seiner Entscheidung geblieben wäre, weil es einfach kein Elfmeter war.”