RB Leipzig

RB Leipzig: Ralf Rangnick: "Spieler wurden bespuckt und beworfen"

Leipzig - Die Ereignisse am Montagabend sind noch im Gedächtnis: Beim DFB-Pokalspiel des Drittligisten VfL Osnabrück gegen Zweitligist RB Leipzig kam es nach einem Feuerzeug-Wurf zum Spielabbruch. Bitter für Osnabrück, das mit 1:0 in Führung lag. RB Leipzig bot am Dienstag ein Wiederholungsspiel an, am Rande des Trainings äußerte sich dann auch Trainer Ralf Rangnick ausführlich. Ralf Rangnick ...

Von Ullrich Kroemer 11.08.2015, 12:16

Die Ereignisse am Montagabend sind noch im Gedächtnis: Beim DFB-Pokalspiel des Drittligisten VfL Osnabrück gegen Zweitligist RB Leipzig kam es nach einem Feuerzeug-Wurf zum Spielabbruch. Bitter für Osnabrück, das mit 1:0 in Führung lag. RB Leipzig bot am Dienstag ein Wiederholungsspiel an, am Rande des Trainings äußerte sich dann auch Trainer Ralf Rangnick ausführlich. Ralf Rangnick über...

...den Feuerzeug-Wurf: „Der Angriff gestern galt dem Schiedsrichter. Es wäre auch mehrfach möglich gewesen, dass Spieler von uns getroffen werden. Das war keine Tat eines Einzelnen. Wurfgeschosse waren gestern an der Tagesordnung, unsere Spieler wurden mit Bierbechern und Feuerzeugen beworfen und bespuckt. Unser Athletiktrainer wurde beim Aufwärmen mehrfach bespuckt.”

...das Angebot eines Wiederholungspiels: "Wir bieten ein Wiederholungsspiel an, weil wir sportlich in die nächste Runde einziehen wollen. Es entspricht unseren Wertvorstellungen, nicht über den grünen Tisch in die nächste Runde zu kommen. Einen Termin für ein mögliches Wiederholungsspiel zu finden, ist wahrscheinlich das kleinste Problem. So viele englische Wochen stehen in den nächsten Wochen nicht an, und die nächste Pokalrunde ist auch erst im Oktober. Wir sind gern bereit, das Wiederholungsspiel zu machen und wollen uns sportlich qualifizieren.”

...über die Sicherheit im Stadion: „Wenn ich mit Frau und Kindern im Stadion gewesen wäre, hätte ich nicht gewusst, wo ich hätte sitzen wollen. Es wird sicher nicht extrem freundschaftlich bei den Auswärtsspielen in der 2. Liga zugehen. Das erwarten wir auch nicht, aber es muss gewährleistet sein, dass wir als Mannschaft, als Verein und vor allem die Schiedsrichter geschützt sind.”

...über die Spielweise: „Auf Wurfgeschosse kann man niemanden vorbereiten. Ich glaube nicht, dass unsere Mannschaft durch die Art und Weise, wie wir gespielt haben, zur Eskalation beigetragen hat. Nur in der Szene, als Atinc Nukan die Gelbe Karte bekommen hat, hätten wir uns besser zurückgehalten.”

Auf der nächsten Seite: "Sowas darf auf keinem Fußballplatz der Welt stattfinden." Dominik Kaiser über das Osnabrück-Spiel.

Auch Profispieler Dominik Kaiser schilderte seine Erlebnisse im Spiel beim VfL Osnabrück. Der RB-Kapitän...

...über den Spielabbruch: „Einen Spielabbruch haben wir als Mannschaft und ich persönlich noch nicht miterlebt. Das hat uns alle schockiert.”

...zu Anfeindungen auf dem Platz und auf dem Weg in die Kabine: „Selbst im Spielertunnel ging es noch zur Sache, auch da wurde noch extrem provoziert. Auf dem Weg zur Kabine wurden einige unserer Spieler aufgehalten. Dass das nicht nur auf dem Platz passiert, sondern danach auch noch so weitergeht, schockiert mich. Einige Spieler von Osnabrück haben auf dem Platz extrem provoziert. Da waren auch die Auswechselspieler beteiligt, wie sie Davie Selke angegangen sind. Das schürt Hass.”

...zum Verhalten der Fans: „Bereits in der ersten Halbzeit wurden unsere Auswechselspieler bespuckt und beworfen. Sowas darf auf keinem Fußballplatz der Welt stattfinden. Ich bin froh, dass das bei uns im Stadion in Leipzig nicht der Fall ist.”

...über das enge Stadion in Osnabrück: „Enge Stadien haben ihren Reiz. Aber wenn Spieler und Schiedsrichter in Gefahr sind, muss man sich was überlegen.” (mz)