RB Leipzig gegen Lotte

RB Leipzig gegen Lotte: Chaoten verletzen Balljungen mit Böllern

Leipzig/sid. - Den Frust über den Erfolg des verhassten „Retortenklubs“ mussten am Ende zwei unschuldige Balljungen ausbaden. Während knapp 30.000 Zuschauer den Treffer des ambitionierten Fußball-Regionalligisten RB Leipzig zum 2:0-Endstand gegen die Sportfreunde Lotte feierten, bewarfen einige Unverbesserliche die jugendlichen Helfer aus dem Gästeblock mit Böllern. Ein Knalltrauma und ein Aufenthalt im Krankenhaus waren die Folgen, der Sieg der Gastgeber im Hinspiel der Aufstiegsrunde zur 3. Liga hatte einen bitteren Beigeschmack bekommen. „Bei uns im Stadion Eintritt zu zahlen und dann solche Aktionen zu starten, ist für mich krank“, sagte RB-Sportdirektor Ralf ...

30.05.2013, 13:18

Den Frust über den Erfolg des verhassten „Retortenklubs“ mussten am Ende zwei unschuldige Balljungen ausbaden. Während knapp 30.000 Zuschauer den Treffer des ambitionierten Fußball-Regionalligisten RB Leipzig zum 2:0-Endstand gegen die Sportfreunde Lotte feierten, bewarfen einige Unverbesserliche die jugendlichen Helfer aus dem Gästeblock mit Böllern. Ein Knalltrauma und ein Aufenthalt im Krankenhaus waren die Folgen, der Sieg der Gastgeber im Hinspiel der Aufstiegsrunde zur 3. Liga hatte einen bitteren Beigeschmack bekommen. „Bei uns im Stadion Eintritt zu zahlen und dann solche Aktionen zu starten, ist für mich krank“, sagte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick.

Stefan Kutschke, Torschütze zum 1:0, ergänzte als Antwort auf einige Gesänge während des Spiels: „Bei solchen Aktionen fragt man sich doch, wer hier den Sport kaputt macht.“ Und auch der Lotter Trainer Maik Walpurgis distanzierte sich sofort: „Solche Chaoten braucht kein Mensch.“ Denn bei den Personen im Gästeblock handelte es sich zum Großteil nicht etwa um Fans des Meisters der Regionalliga West, sondern um eigens angereiste Anhänger verschiedenster Klubs, die sich gegen den finanzstarken Emporkömmling verbrüdert hatten.

Mehrere Hundert waren gekommen und hatten fast 90 Minuten gegen den finanzkräftigen Verein gewettert. Sympathiepunkte haben sie vor allem durch die Böllerwürfe aber nicht gesammelt. Im Gegenteil. Denn die Akzeptanz für das „Projekt“ eines österreichischen Getränkeherstellers scheint mittlerweile in Leipzig hoch zu sein. 30.104 Zuschauer sahen das Spiel in der WM-Arena von 2006, Rekord für ein Spiel zweier viertklassiger Mannschaften in Deutschland. „Am Anfang hat man gedacht, sie haben es schwer, dort Fuß zu fassen“, sagte auch Rainer Milkoreit, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), dem SID: „Aber sie haben inzwischen eine große Anhängerschaft gefunden.“ „Das war ein Ausrufezeichen, wenn so viele Zuschauer bei einem Spiel gegen einen Gegner kommen, der zumindest vom Namen her kein Magnet ist“, sagte Rangnick: „Daran sieht man, wie sehr diese Stadt auf den nächsten Schritt wartet.“

Und dieser ist nach den Treffern von Kutschke (47.) und Matthias Morys (84.) nicht mehr weit. In das Rückspiel am Sonntag in Lotte (14.00 Uhr/MDR) gehen die Leipziger als haushoher Favorit. „Die Ausgangsposition ist jetzt gut, aber wir sind noch nicht durch. Das dürfen wir aber jetzt nicht mehr aus der Hand geben“, sagte Rangnick: „Wenn wir in Lotte ein Auswärtstor schießen, ist das die halbe Miete.“ Für die beiden Balljungen dürfte dies erst einmal kein großer Trost sein. Laut Angaben der Polizei wurde bereits eine Anzeige gegen Unbekannt gestellt, mithilfe von Videomaterial sollen jetzt die Täter ausfindig gemacht werden. In den anderen Aufstiegsspielen hatte sich Holstein Kiel ebenfalls mit 2:0 gegen Südwest-Meister Hessen Kassel eine gute Ausgangsposition verschafft. Der SV Elversberg gewann das Hinspiel gegen 1860 München II mit 3:2.