RB Leipzig gegen Fürth

RB Leipzig gegen Fürth: 2:2 - Rangnick-Elf gleicht zwei Mal Rückstand aus

LEIPZIG - Die 27.216 Fans in der Red-Bull-Arena wussten nicht, ob sie applaudieren oder pfeifen sollten. Das erste Heimspiel von RB Leipzig der Saison 2015/16 endete nach einem Spektakel-Spiel mit vielen Chancen und vielen Fehlern 2:2 (1:2). Davie Selke und Emil Forsberg sorgten mit zwei herrlichen Toren für den Punktgewinn der ...

Von Ullrich Kroemer 04.08.2015, 06:14

Die 27.216 Fans in der Red-Bull-Arena wussten nicht, ob sie applaudieren oder pfeifen sollten. Das erste Heimspiel von RB Leipzig der Saison 2015/16 endete nach einem Spektakel-Spiel mit vielen Chancen und vielen Fehlern 2:2 (1:2). Davie Selke und Emil Forsberg sorgten mit zwei herrlichen Toren für den Punktgewinn der Hausherren.

Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick hatte sein Team im Vergleich zum Auftakt beim FSV Frankfurt auf einer Position verändert: Für Stefan Hierländer durfte Youngster Lukas Klostermann als Rechtsverteidiger ran. Die Gäste aus Fürth begannen nach ihrem 1:0-Auftakterfolg gegen den Karlsruher SC mit zwei Veränderungen in der Viererkette.

Nach zehn ereignisarmen Minuten brauchte es erst einen Weckruf durch die Gäste aus Fürth, ehe RB die Partie voll annahm. Nach einer kurz ausgeführten Ecke flankte Jürgen Gjasula mitten vor das Tor, wo Sebastian Freis aus Nahdistanz unbedrängt einköpfte 12.). Leipzigs neue Innenverteidiger Willi Orban und Atinc Nukan schauten so reglos zu, als ginge sie der gegnerische Stürmer nichts an. Auch Keeper Fabio Coltorti hatte keine Anstalten gemacht, aus seinem Kasten herauszukommen, konnte nur noch hilflos auf der Linie reagieren.

Geld schießt doch Tore

Doch Rasenballsport machte den Blackout beinahe im direkten Gegenzug wieder wett. Der in der Anfangsphase sehr präsente Klostermann flankte RB-Torjäger Davie Selke in den Fuß; der Neuzugang von Werder Bremen fackelte nicht lange und zog aus extrem spitzem Winkel ins lange Ecke ab. Seinem früheren Bremer Kollegen Sebastian Mielitz im Tor der Fürther ließ der Jungstar keine Chance.

Nach seinem erstem Pflichtspieltor im Trikot von RB Leipzig blieb Selke cool, ballte die Fäuste und schob den Unterkiefer vor. Genauso erfolgreich und fokussiert wünscht sich Leipzigs Visionär Ralf Rangnick seinen Acht-Millionen-Euro-Mann. Geld schießt eben doch Tore – vorausgesetzt, man setzt es so clever ein wie RB Leipzig.

Nach dem Ausgleich hatte RBL die Partie in der Hand, schnürte die Fürther ein und hätte durch einen Distanzschuss von Linksverteidiger Anthony Jung (27.) in Führung gehen können. Doch diesmal war SpVgg-Keeper Mielitz zur Stelle. In der 39. Minute verfehlte Selke aus ähnlicher Position wie vor dem 1:1 das Tor nur knapp. Doch kurz darauf schockte Fürth die Hausherren erneut. Wieder war es Gjasula, der die erneute Gästeführung vorbereitete.

Der Mittelfeldmann spitzelte „Kleeblatt”-Stürmer Veton Berisha den Ball in den Fuß, der den erneut indisponierten Nukan abschüttelte und traf (40.). Zweite Chance, zweites Tor – effektiver als die Franken in Hälfte eins kann man kaum Fußball spielen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hätte es beinahe noch zum dritten Gästetreffer gereicht. Doch Berisha köpfte nach einem Freistoß nur knapp am Tor vorbei.

Poulsen nach Wechsel angefressen

Und auch in der zweiten Hälfte blieb das Team von Trainer Stefan Ruthenbeck am Drücker, verteidigte aufmerksam und robust, schaltete nach Ballgewinnen rasant um und brachte die Gastgeber immer wieder in Bedrängnis. So tauchte Freis zweimal allein vor dem RB-Keeper auf, scheiterte jedoch an Coltorti (49.) beziehungsweise schlenzte über den Kasten (53.).

Rangnick reagierte und nahm seinen nach einer Rangelei mit Gelb vorbelasteten und wenig wirkungsvollen Stürmer Yussuf Poulsen vom Platz. Der 21-Jährige setzte sich angefressen auf die Bank und warf wütend seine Trinkflasche auf den Boden. Der Saisonstart war für den Dänen persönlich so gar nicht nach Wunsch verlaufen. Für Sturmhoffnung Poulsen rückte der eingewechselte Belgier Massimo Bruno ins rechte Mittelfeld, Marcel Sabitzer nahm Poulsens Position im Sturm ein. Dazu opferte Rangnick Sechser Stefan Ilsanker und brachte mit Nils Quaschner einen dritten Stürmer ins Spiel.

Ein kluger Schachzug. Denn nachdem Fürths Berisha nach einem Konter abermals allein vor dem RB Tor stehend an Coltorti gescheitert war –  eine 100-prozentige Chance für die Gäste -, antwortete RB erneut. Quaschner leitete den Ball mit der Hacke genial auf den schwedischen Linksaußen Emil Forsberg weiter, der den Ball perfekt mitnahm und per Traumtor zum Ausgleich verwandelte (74.).

Auch für den 23-Jährigen, der bereits in der Winterpause zu RB gewechselt war, war es der erlösende erste Pflichtspieltreffer. Berisha (90. +1) hatte für die Gäste sogar noch den Siegtreffer auf dem Fuß, schoss aber neben das Tor. Nach einer Partie mit zwei wunderschönen Treffern, zahlreichen Abwehrschnitzern und zwei vermeidbaren Gegentoren hat das RB-Trainerteam jede Menge Arbeit bis zum DFB-Pokal-Spiel gegen den VfL Osnabrück in einer Woche. (mz)