RB Leipzig gegen Braunschweig

RB Leipzig gegen Braunschweig: 2:0 – Forsberg und Compper treffen für die Rangnick-Elf

Leipzig - „Sieg”, skandierten die Anhänger von Rasenballsport nach Abpfiff: RB Leipzig ist mit einem begeisternden (Hälfte eins) und defensiv souveränen Auftritt (zweite Halbzeit) in die Aufstiegsmission der Rückrunde gestartet. Beim hoch verdienten 2:0 (2:0) gegen Eintracht Braunschweig ließ das Team von Trainer Ralf Rangnick defensiv kaum etwas zu und bot den 28.112 Zuschauern begeisternde Angriffe und Torchancen. Doch die Treffer durch Forsberg (24.) und Compper (30.) fielen jeweils nach ...

Von Ullrich Kroemer

„Sieg”, skandierten die Anhänger von Rasenballsport nach Abpfiff: RB Leipzig ist mit einem begeisternden (Hälfte eins) und defensiv souveränen Auftritt (zweite Halbzeit) in die Aufstiegsmission der Rückrunde gestartet. Beim hoch verdienten 2:0 (2:0) gegen Eintracht Braunschweig ließ das Team von Trainer Ralf Rangnick defensiv kaum etwas zu und bot den 28.112 Zuschauern begeisternde Angriffe und Torchancen. Doch die Treffer durch Forsberg (24.) und Compper (30.) fielen jeweils nach Standards.

Ausgangslage
Die Bilanz der „Roten Bullen” gegen die „Löwen” aus Braunschweig war bereits vor der Partie positiv. In den bisherigen drei Begegnungen hatte RB sieben Zähler gegen die Eintracht geholt. Zuletzt gelang mit dem 2:0 im Hinspiel der wichtige erste Auswärtssieg dieser Saison. Und natürlich ging der Tabellenführer aus Leipzig auch in dieses vierte Aufeinandertreffen als Favorit. Für die vor dem Spieltag fünftplatzierten Gäste galt es, die Tuchfühlung auf Relegationsrang drei nicht zu verlieren.

Personalien
Das spannendste Personalduell bei Rasenballsport hat Marvin Compper für sich entschieden. Der 30 Jahre alte Routinier hat sich im Zweikampf um die linke Innenverteidigerposition gegen den fünf Millionen Euro teuren Atinc Nukan durchgesetzt. Sonst stellte Rangnick erwartungsgemäß im 4-2-3-1 auf; der derzeit formschwache Davie Selke musste zunächst auf der Bank Platz nehmen und Yussuf Poulsen den Vortritt lassen. Bei Braunschweig, das mit einem Defensiv-Bollwerk mit Fünfer-Abwehrkette antrat, stürmte Rückkehrer Domi Kumbela von Beginn an als einzige Spitze.

Fans
Mit 28.112 Zuschauern bestätigte RB fast genau den Besucherschnitt der bisherigen Saison. Zum Rückrundenauftakt hätte man durchaus mit etwas mehr Fans rechnen können. Doch der Beginn der Winterferien verhinderte wohl eine Besucherzahl jenseits der 30.000. Neben der tollen ersten Hälfte hatten die RB-Fans in der Halbzeitpause noch einen weiteren Grund zum Feiern. Tim Sebastian, in der Winterpause nach Paderborn verkauft, wurde offiziell verabschiedet. Der gebürtige Leipziger kostete den Moment intensiv aus, ließ sich minutenlang vor dem Fanblock feiern. Aus Braunschweig füllten etwa 1.500 faire Fans beinahe den kompletten Oberrang des Gästeblocks aus.

Spielverlauf und Analyse
RB Leipzig benötigte eine gute Viertelstunde Zeit, um sich auf die kompakte Fünfer-Abwehr von Eintracht Braunschweig einzustellen. Was die „Roten Bullen” danach bis zur Halbzeit spielten, gehörte zum Besten, was das Team in dieser Saison anbot. Eine Kopfballablage von Lukas Klostermann auf Dominik Kaiser läutete das Offensivspektakel und Chancenfestival ein. Der Kapitän nahm den schwierigen Ball direkt an und verfehlte den Kasten per Dropkick nur knapp (19.). Kurz darauf prüfte Klostermann Gäste-Keeper Rafal Gikiewicz aus spitzem Winkel, doch der Pole war zur Stelle. Ebenso wie kurz darauf, als Emil Forsberg Kaiser per Traumpass auf die Reise in den Strafraum schickte. Der Spielführer verpasste den perfekten Ball in die Schnittstelle nur um eine Fußlänge, sodass Gikiewicz klären konnte (23.).

In atemberaubendem Takt reihte RB Chance an Chance und belohnte sich in der 24. Minute mit dem Führungstreffer nach einer trickreichen Standardvariante. Yussuf Poulsen ließ eine flach ausgeführte Kaiser-Ecke für den dahinter postierten Forsberg durch. Der Schwede zog von der Strafraumgrenze ab. Die Braunschweiger Abwehrbeine konnten den Knaller nur noch ins Tor abfälschen (24.). Wenig später erhöhte RB erneut nach einem Standard zum 2:0. Keeper Gikiewicz hatte sich verschätzt und stand bei einem Freistoß von Anthony Jung zu weit vor seinem Kasten. Der Eintracht-Torhüter kam nur noch mit den Fingerspitzen an den Ball; Marvin Compper stand goldrichtig und staubte zum zweiten Treffer ab (30.).

RB hätte noch in den ersten 45 Minuten das dritte oder vierte Tor nachlegen müssen, hatte durch Sabitzer und Poulsen (35.) sowie durch Poulsen und Demme (45.) nach Kontern noch zwei brandgefährliche Doppelgelegenheiten. Die einzige Chance der Eintracht in der ersten Hälfte vergab Jan Hochscheidt, als er fünf Meter vor dem Tor freistehend über den Kasten schoss (42.). Das RBL-Gehäuse hütete seit der 33. Minute Zweitliga-Debütant Peter Gulacsi. Der Ungar wurde für Fabio Coltorti eingewechselt, der nach einem Zusammenprall mit seinem Schweizer Landsmann Saulo Decarli (27.) mit einer Verletzung an der linken Schulter ausgewechselt werden musste.

In Hälfte zwei startete Braunschweig mit einer Kopfballmöglichkeit von Kumbela. Der 31-Jährige verfehlte das Tor nur um Zentimeter (48.). RB konterte ebenfalls mit einer Kopfballgelegenheit. Poulsen lenkte eine Flanke von Klostermann nur knapp neben den linken Pfosten. Gikiewicz wäre chancenlos gewesen (52.). Danach ließen es die Hausherren etwas ruhiger angehen, hielten das Team von Trainer Torsten Lieberknecht gut in Schach, erspielten sich jedoch selbst keine weiteren zwingenden Gelegenheiten, sodass die Partie in der letzten halben Stunde etwas verflachte. Am starken Eindruck der ersten 45 Minuten änderte das aber nur wenig.

Ausblick
RB muss bereits in fünf Tagen wieder ran, gastiert am Freitag beim FC St. Pauli (18.30 Uhr). Braunschweig hat zwei Tage mehr Zeit, sich vorzubereiten und empfängt am Sonntag Arminia Bielefeld (13.30 Uhr).

RB Leipzig – Eintracht Braunschweig: 2:0 (2:0)

RB Leipzig: Coltorti (33. Gulácsi) – Klostermann, Orban, Compper, Jung – Demme (89. Khedira), Ilsanker – Kaiser (C), Sabitzer, Forsberg – Poulsen (83. Quaschner)
Eintracht: Gikiewicz – Ofosu-Ayeh, Decarli, Baffo, Reichel (C) – Omladic, Boland (77. Matuschyk) – Khelifi, Hochscheidt (46. Ademi), Zuck (63. Holtmann) – Kumbela
Tore: 1:0 Emil Forsberg (24., Kaiser), 2:0 Marvin Compper (31., Jung); Chancenverhältnis: 10:3
Gelbe Karten: Orban (74.), Poulsen (76.) / Boland (64.)
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 28.112 in der Red Bull Arena