RB Leipzig

RB Leipzig: Diese Abwehrreihe ist Rangnicks Sieggarant

Leipzig - Das Prunkstück von RB Leipzig ist eigentlich die Offensive. Mit Davie Selke, Marcel Sabitzer, Massimo Bruno und Yussuf Poulsen spielen die vier Spieler mit dem höchsten Marktwert der 2. Liga allesamt im RB-Angriff. Gemeinsam hatten alle RBL-Stürmer in der vergangenen Saison 65 Treffer erzielt. Doch der Sieggarant der vergangenen, durchweg knappen Partien waren nicht die Offensiv-Stars, sondern vor allem die sattelfeste ...

Von Ullrich Kroemer

Das Prunkstück von RB Leipzig ist eigentlich die Offensive. Mit Davie Selke, Marcel Sabitzer, Massimo Bruno und Yussuf Poulsen spielen die vier Spieler mit dem höchsten Marktwert der 2. Liga allesamt im RB-Angriff. Gemeinsam hatten alle RBL-Stürmer in der vergangenen Saison 65 Treffer erzielt. Doch der Sieggarant der vergangenen, durchweg knappen Partien waren nicht die Offensiv-Stars, sondern vor allem die sattelfeste Abwehr.

Wenn Rasenballsport mit der mittlerweile eingespielten und stabilen Viererkette Lukas Klostermann, Willi Orban, Marvin Compper und Marcel Halstenberg auflief, hat das Team jedes Spiel gewonnen. In den letzten vier Spielen mit dieser Abwehrreihe kassierte RB nur zwei Gegentore. Partien, in denen das Defensivquartett wegen Verletzungen, Rotation oder Sperren auseinander gerissen wurde, gingen wie in Unterhaching oder gegen den 1. FC Kaiserslautern verloren.

„Wir haben uns jetzt in der Abwehr gefunden, wobei vor allem wichtig ist, dass Marvin Compper seit zwei, drei Monaten seine Knieprobleme überwunden hat und wieder regelmäßig im Training ist”, sagte Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick. „Auch die anderen aus der Abwehrreihe entwickeln sich sehr gut, wir sind jetzt stabiler.” Klostermann steigere sich von Spiel zu Spiel, lobte der Chefcoach; Halstenberg spiele so, als sei er „schon länger bei uns” und Orban reifte neben Compper zur wichtigen Abwehrsäule.

Willi Orban steht stellvertretend für die Entwicklung der Abwehr von RB Leipzig. Während der Ex-Lauterer zu Beginn der Saison in Heidenheim oder bei 1860 München noch patzte, ist der 1,86-Meter-Mann inzwischen der erhofft starke Rückhalt für die Leipziger. „Willi hat sich seitdem deutlich weiterentwickelt, hatte zuletzt auch in Bielefeld viele starke Szenen, so gut wie jedes Kopfballduell gewonnen”, lobte Rangnick.

Orban selbst demonstrierte vor dem Auswärtsspiel beim Karlsruher SC Selbstvertrauen und Zuversicht. Seine Patzer, „über die ich mich selbst am meisten geärgert habe”, sind kein Thema mehr. Rangnick habe danach viel mit ihm gearbeitet, mit ihm in Gesprächen und Videoanalysen an Stellungsspiel und Spieleröffnung gefeilt.

„Wir haben uns jetzt in einer Defensivformation und unsere Balance gefunden und spüren, wann wir nach vorne verteidigen und wann wir die Tiefe sichern müssen”, sagte Orban. „Zuletzt war das Defensivverhalten der gesamten Mannschaft sehr gut, wir haben als Einheit verteidigt.” Und wenn doch einmal ein Ball in den Rücken der Viererkette durchrutsche, „haben wir ja noch die Maschine Fabio Coltorti drin”, sagt der Innenverteidiger. Zuletzt stellte die Verteidigung auch noch das schlechte Abwehrverhalten bei gegnerischen Standards ab, die zu Beginn der Saison zu etlichen Gegentoren geführt hatten.

Gegen den KSC jedoch müsse sich nun neben der starken Abwehrreihe auch das gesamte Team weiter verbessern, forderte Rangnick. „Die Mannschaft muss in Karlsruhe so auftreten wie in den guten Auswärtsspielen zuletzt, auch wenn in Bielefeld nicht alles perfekt war. Deshalb brauchen wir noch eine Steigerung”, sagte der 57-Jährige. „In Karlsruhe wird es wichtig, noch engere Abstände zu halten, Balleroberungen zu erzwingen und Zugriff zu bekommen, egal in welchem Mannschaftsteil.” Auf „Klosti”, Willi, Marvin, „Halsti” und nicht zuletzt Fabio wird auch beim KSC wieder Verlass sein.