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RB Leipzig: Demme: "Mehr als Gas geben, kann ich nicht"

Leipzig - 27 Zweitligaspiele hat Tim Sebastian in der vergangenen Saison für RB Leipzig bestritten, auf je 30 Einsätze brachten es Georg Teigl und Diego Demme. Rani Khedira hatte in 22 Spielen in der Startelf gestanden. In der neuen Spielzeit nun müssen sich die einstigen Stammspieler zunächst hinten anstellen. Während im ersten Ligaspiel gegen den FSV Frankfurt gleich fünf Neuzugänge in der Startformation standen, saßen Teigl, Khedira und Sebastian nur auf der Bank. Demme durfte die Reise in Frankfurt gar nicht erst mit antreten. Mindestens 16 Spieler hatten sich vor dem Saisonstart einen Platz in der ersten „Bullen”-Elf ausgerechnet, doch auch bei Rasenballsport Leipzig dürfen nur elf Akteure von Beginn an ...

Von Ullrich Kroemer 30.07.2015, 11:35

27 Zweitligaspiele hat Tim Sebastian in der vergangenen Saison für RB Leipzig bestritten, auf je 30 Einsätze brachten es Georg Teigl und Diego Demme. Rani Khedira hatte in 22 Spielen in der Startelf gestanden. In der neuen Spielzeit nun müssen sich die einstigen Stammspieler zunächst hinten anstellen. Während im ersten Ligaspiel gegen den FSV Frankfurt gleich fünf Neuzugänge in der Startformation standen, saßen Teigl, Khedira und Sebastian nur auf der Bank. Demme durfte die Reise in Frankfurt gar nicht erst mit antreten. Mindestens 16 Spieler hatten sich vor dem Saisonstart einen Platz in der ersten „Bullen”-Elf ausgerechnet, doch auch bei Rasenballsport Leipzig dürfen nur elf Akteure von Beginn an auflaufen.

Mit der zweiten Garde gegen FC Ingolstadt

Dafür durften sich die Verlierer der Vorbereitung am Mittwoch beim Test gegen Bundesligaaufsteiger FC Ingolstadt von Beginn an zeigen. Trainer Ralf Rangnick hatte das Freundschaftsspiel hauptsächlich für seine zweite Garde vorgesehen. Yussuf Poulsen war der einzige Akteur in der Startelf, der auch am Samstag begonnen hatte. Dass selbst Leipzigs B-Elf den Erstligisten nach 20 Minuten gut im Griff hatte, viel Druck nach vorn entfachte und sich zahlreiche Chancen erspielte, spricht für die Ausgeglichenheit im RB-Kader. Und für die Mentalität der Reservisten.

Tim Sebastian spricht über neue Situation

Nach dem starken Testspiel äußerten sich Tim Sebastian & Co. sehr aufgeräumt und reflektiert über ihre neue Situation. Aufstecken oder Unruhe verbreiten – so der Eindruck – wird von diesen Musterprofis keiner so schnell. „Wichtig ist, dass alle da sind, wenn sie gefordert sind”, sagte Routinier Sebastian. „Es kann immer mal Sperren oder Ausfälle geben – die Saison ist lang. Das Spiel gegen Ingolstadt hat da sehr gut getan.” Der 31 Jahre alte gebürtige Leipziger hatte seinen Stammplatz in der Innenverteidigung an Willi Orban und Atinc Nukan verloren. Doch die Degradierung erklärte der gebürtige Leipziger so professionell, als hätte er sich selbst auf die Ersatzbank beordert: „Die Spieler, die neu dazugekommen sind, bringen eine unheimliche Qualität mit. Aber das ist auch notwendig, um unsere Ziele zu erreichen und besser zu sein, als im vergangenen Jahr. Da ist das der Weg, den wir gehen müssen”, sagte Sebastian. „Es treibt jeden zu Höchstleistungen, wenn er weiß, dass dahinter jemand ist, der die gleiche Leistung bringt.”

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Auch Rechtsverteidiger Georg Teigl präsentierte sich trotz seiner Reservistenrolle gut gelaunt und abgeklärt. „Die neue Situation ist eine Herausforderung für mich. Aber das trübt meine Stimmung nicht”, sagte der 24-Jährige. Der pfeilschnelle Teigl hatte sich im letzten Spiel der vergangenen Saison gegen die SpVgg Greuther Fürth eine Verletzung an der Fußsohle zugezogen, weshalb er in der Vorbereitung mehrere Tage gefehlt hatte. „Das macht bei unserer Konkurrenzsituation schon mal den Unterschied aus. Vor allem, wenn ein anderer Spieler die Chance wahrnimmt und nutzt”, erklärte Rangnick.

Den Testspieleinsatz verband Georg Teigl mit einer freundlichen Ansage an seine Konkurrenten Stefan Hierländer und Lukas Klostermann: „Da ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen, das wird noch ein enges Rennen.”

Demme hofft auf seine Chance

Auch Mittelfeldmotor Diego Demme hofft auf seine Chance. Der Torschütze zum 1:0 gegen Ingolstadt war in der Vorwoche mit Ersatzkeeper Benjamin Bellot zusammengeprallt und musste kurz vor Saisonstart mit dickem Sprunggelenk zwei, drei Tage pausieren. „Das war ein blöder Moment”, sagte Demme. „Klar nimmt der Trainer lieber gesunde Leute mit, als etwas angeschlagene. Aber jetzt bin ich wieder topfit.” Der 23-Jährige wirkte ob seiner neuen Rolle als Einwechselspieler etwas geknickter als seine Kollegen. „Ich kann nur nach vorne gucken, so wie heute Werbung für mich machen und nicht den Kopf in den Sand stecken – einfach weitermachen. Mehr als Gas geben kann ich nicht”, sagte der „Sechser”. Ähnlich gelagert sind die Fälle bei Rani Khedira und Neuzugang Massimo Bruno, der als neuer Spielmacher vorgesehen war, sich aber zunächst hinter Marcel Sabitzer und Emil Forsberg anstellen muss.

Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth

Im ersten Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am Montag werden die Leistungsträger der B-Elf wohl zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen dürfen. Angesichts der Qualität des knapp 40-Millionen Euro teuren Aufgebots von Rasenballsport Leipzig ist bereits eine Nominierung für den Kader keine Selbstverständlichkeit. Doch immerhin konnte die zweite Garde das Spiel gegen Ingolstadt dafür nutzen, um Werbung in eigener Sache zu machen. „Mir haben mehrere Spieler gut gefallen”, lobte Rangnick. (mz)