RB Leipzig

RB Leipzig: 2:2 bei 1860 München - schon wieder nur ein Unentschieden

München - Zwei mal geführt, zwei Mal schnell den Ausgleich kassiert: RB Leipzig war beim Auswärtsspiel bei 1860 München defensiv zu anfällig, um einen Sieg mit nach Hause zu nehmen. Die Tore durch Forsberg (6.) und Selke (67.) konterten die „Löwen“ durch Treffer von Wolf (8.) und Okotie (78.). So stagniert RB durch das dritte Remis in Serie auf Rang fünf und hat vier Punkte Rückstand auf die Ränge zwei und drei. 1860 bleibt Vorletzter, schöpft aber durch den gefühlten Sieg Selbstvertrauen im Abstiegskampf und verschafft Trainer Torsten Fröhling wohl etwas ...

Von Ullrich Kroemer

Zwei mal geführt, zwei Mal schnell den Ausgleich kassiert: RB Leipzig war beim Auswärtsspiel bei 1860 München defensiv zu anfällig, um einen Sieg mit nach Hause zu nehmen. Die Tore durch Forsberg (6.) und Selke (67.) konterten die „Löwen“ durch Treffer von Wolf (8.) und Okotie (78.). So stagniert RB durch das dritte Remis in Serie auf Rang fünf und hat vier Punkte Rückstand auf die Ränge zwei und drei. 1860 bleibt Vorletzter, schöpft aber durch den gefühlten Sieg Selbstvertrauen im Abstiegskampf und verschafft Trainer Torsten Fröhling wohl etwas Luft.

Ausgangslage
Der Tabellenvorletzte 1860 München stand vor dem neunten Spieltag der 2. Liga bereits gehörig unter Druck. Zuletzt gelangen den „Sechzigern“ gegen Kaiserslautern und Sandhausen zumindest zwei Remis in Serie. Auch RB Leipzig musste sich in den ersten beiden Partien der englischen Woche jeweils mit einem Unentschieden begnügen,  mit dem 1:1 gegen den SC Freiburg.

Personalien
RB-Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick rotierte gegen den TSV 1860 München auf drei Positionen: Georg Teigl, Anthony Jung und Yussuf Poulsen rückten in die Startformation. Dafür mussten Stefan Ilsanker, Marcel Halstenberg und Massimo Bruno zunächst zuschauen. Für den leicht angeschlagenen Diego Demme rückte Innenverteidiger Stefan Ilsanker auf die „Sechser“-Position. Seine Position im Abwehrzentrum nahm Lukas Klostermann ein, der auf der rechten Seite Platz für Teigl machte. Poulsen rückte im 4-2-3-1-System auf die rechte offensive Position. Auch 1860-Coach Torsten Fröhling setzte auf drei neue Spieler in der Startaufstellung, unter anderem kehrte der torgefährliche Rubin Okotie zurück. Auch Innenverteidiger Rodnei, in der vergangenen Saison noch bei den Gästen aus Leipzig, stand in der Startelf.

Fans
Die Fans der Gastgeber unterstützten ihr Team trotz oder gerade wegen der angespannten Situation lautstark und emotional und hatten per Banner auch noch einen Getränkehinweis: „Wer Red Bull kauft, unterstützt den Feind.“ Aus Leipzig waren etwa 2.500 Fans mitgereist, viele wohl, um „Wies'n“- und Fußball-Vergnügen zu verbinden. 21.600 Zuschauer wollten die Partie in der Münchner Allianz-Arena sehen.

Spielverlauf und Analyse
Präsent, mutig und hellwach wollten sie spielen – und zwar von Beginn an: RB Leipzig hatte sich nach der verschlafenen ersten halben Stunde im Spiel gegen den SC Freiburg für die Auswärtspartie bei 1860 München einen kühnen Start vorgenommen. In der Offensive hätten die „Roten Bullen“ diesen Plan nicht besser umsetzen können. Nachdem Poulsen bereits eine gefährlichen Vorstoß (3. Minute) und Willi Orban eine gefährliche Kopfballmöglichkeit hatte (5.), führte die dritte Chance der Gäste zum frühen 1:0. Nach schöner Flanke von Davie Selke von der rechten Seite fiel Emil Forsberg der Ball vor die Füße, der aus kurzer Distanz einnetzte (6.).

Die RB-Abwehr hingegen war in den ersten Minuten weniger konzentriert als die Offensivkollegen. Nur wenige Sekunden nach dem Führungstreffer patzte Innenverteidiger Orban gleich zweimal. Nachdem 1860-Stürmer Okotie lang geschickt wurde, verlor der Ex-Kaiserslauterer zunächst das Laufduell und ließ sich dann an der Grundlinie vernaschen. Orban spielte nur Begleitschutz für Okotie, der unbedrängt nach innen passen, wo Marius Wolf den Ball gegen die unsortierte RBL-Abwehr ins Tor schieben konnte (8.).

Durch die leichtfertige Aktion geriet RB etwas außer Tritt, war zwar dominant, kam erst in der zweiten Hälfte der ersten 45 Minuten wieder zu gefährlichen Szenen; unter anderem durch einen Distanzschuss von Kapitän Dominik Kaiser (20.), einem abgefälschten Schuss von Poulsen (36.) oder einer Doppelchance, als zunächst Forsberg aus 20 Metern an 1860-Keeper Vitus Eicher scheiterte und Poulsen den zweiten Ball über das Tor schoss (45.). Doch auch 1860 hätte in Führung gehen können. RB-Torhüter Fabio Coltorti musste sich mächtig strecken, um den gewaltigen Distanzschuss von Daniel Adlung aus etwa 30 Metern abzuwehren (34.).

In der Pause nahm Gästecoach Rangnick seinen Kapitän Dominik Kaiser vom Feld und brachte dafür den offensiveren Massimo Bruno und stellte auf ein 4-2-2-2-System um. Doch gefährliche Torsituationen blieben lange aus. Die Hausherren hatten erneut durch einen Distanzschuss von Adlung eine gefährliche Möglichkeit, doch Coltorti war auf dem Posten (65.). Kurz darauf brachte Rangnick mit der Einwechslung von Linksverteidiger Halstenberg den entscheidenden Impuls. Der Neuzugang vom FC St. Pauli stieß bis zur Grundlinie durch und flankte ins Zentrum, wo Sabitzer und Selke lauerten. Der Ex-Bremer reagierte am besten und erzielte aus wenigen Metern Torentfernung seinen vierten Saisontreffer (67.)

Als die Münchner bereits geschlagen schienen, lud Marcel Sabitzer die Fröhling-Elf mit einem Ballverlust im Zentrum zu einem Konter ein. Weder Orban noch Klostermann konnten Torjäger Okotie am Torschuss hindern, der flach im Kasten von Coltorti einschlug (78.).

Ausblick
In einer Woche tritt RB Leipzig daheim gegen den wiedererstarkten 1. FC Nürnberg an. 1860 muss bereits am Freitag bei Arminia Bielefeld ran.

Statistik:

TSV 1860 München - RB Leipzig 2:2 (1:1)

1860: Eicher – Kagelmacher, Schindler (C), Rodnei, Wittek – Degenek, Adlung – Vollmann (76. Mvibudulu), Liendl, Wolf (87. Mugosa) – Okotie
RB: Coltorti – Teigl, Klostermann, Orban, Jung (67. Halstenberg) – Ilsanker, Kaiser (C, 46. Bruno) – Poulsen (82. Quaschner), Sabitzer, Forsberg – Selke
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)
Tore: 0:1 Forsberg (6.), 1:1 M. Wolf (8., Okotie), 1:2 Selke (67., Sabitzer), 2:2 Okotie (78., M. Wolf)
Gelbe Karten: Wittek (2) | -
Zuschauer: 21.600 in der Allianz Arena | München