Niederlage gegen SV Sandhausen

Niederlage gegen SV Sandhausen: Blumige Vergleiche nach RB Leipzigs 0:4-Pleite

Leipzig - Als RB Leipzig in der 74. Minute das vierte Gegentor gefangen hatte, blieb den Fans nur noch Galgenhumor. „Einer geht noch, einer geht noch rein”, sangen die Anhänger des Red-Bull-Klubs. Die etwa 20 mitgereisten Fans des SV Sandhausen konnten ihr Glück dagegen kaum fassen und bejubelten das überraschende 4:0 (1:0) in der Fremde mit einer Polonaise durch den Gästeblock. Bei Abpfiff gab es dann gellende Pfiffe des Heimpublikums in Richtung ...

Von Ullrich Kroemer

Als RB Leipzig in der 74. Minute das vierte Gegentor gefangen hatte, blieb den Fans nur noch Galgenhumor. „Einer geht noch, einer geht noch rein”, sangen die Anhänger des Red-Bull-Klubs. Die etwa 20 mitgereisten Fans des SV Sandhausen konnten ihr Glück dagegen kaum fassen und bejubelten das überraschende 4:0 (1:0) in der Fremde mit einer Polonaise durch den Gästeblock. Bei Abpfiff gab es dann gellende Pfiffe des Heimpublikums in Richtung Rasen.

Beierlorzer reagiert ratlos

Die völlig desolate Leistung hinterließ nicht nur beim Publikum viele offene Fragen. Auch die Spieler und RB-Verantwortlichen rätselten in den Katakomben nach den Gründen für die höchste Niederlage der Ära Ralf Rangnick. „Wenn Leidenschaft, Lauf- und Zweikampfbereitschaft fehlen, verliert man gegen Sandhausen”, analysierte Interimstrainer Achim Beierlorzer. Weshalb sein millionenschweres Team so blockiert agierte und völlig wehrlos auseinanderbrach, wusste auch der 47 Jahre alte Gymnasiallehrer nicht zu deuten. „Ich kann es mir nicht erklären”, sagte Beierlorzer.

Papiertiger auf dem Platz

Sein Chef Ralf Rangnick fand deutliche Worte für das Auftreten seines Teams. „Wir waren heute ein Papiertiger auf dem Platz”, sagte Rangnick. „Wir hatten keine Wettbewerbsfähigkeit.” Die „Roten Bullen” hätten so erschöpft gewirkt, als käme das gerade „aus einem Militärcamp”, diktierte Rangnick den Journalisten in die Blöcke. Der mächtige Sportdirektor hatte eine „Mischung aus mentaler und körperlicher Müdigkeit” beobachtet. „Was zuerst da war, das gilt es jetzt herauszufinden”, sagte Rangnick.

Extra Trainingseinheiten

Beierlorzer hatte nach der Pleite gegen St. Pauli und dem Ende aller Aufstiegsträume am vergangenen Sonntag viele Einzelgespräche geführt und die Niederlage mit dem Team detailliert analysiert. Um fehlende Fitness zu vermeiden, habe er extra kurze Trainingseinheiten zu Spielphilosophie und Zweikampftraining angesetzt. Vor diesem Hintergrund ist körperliche Müdigkeit kaum zu erklären.

Gespräche mit der Mannschaft stehen an

Beierlorzer wolle nun auch in der kommenden Woche vor dem Auswärtsspiel bei Tabellenführer Ingolstadt wieder viele Gespräche führen, „in die Mannschaft reinhören, wie sie sich diese Niederlage erklärt”. Durch die völlig kopflose Vorstellung sind die Chancen des Chefcoachs, das Ohr auch in der kommenden Spielzeit ganz nah an der Mannschaft zu haben, freilich nicht gestiegen. Rangnick betonte jedoch, dieses Spiel losgelöst von der Trainerfrage zu betrachten – als „Eintagsfliege” und „Negativausrutscher.” (mz)