Nach RB Leipzigs Pauli-Pleite

Nach RB Leipzigs Pauli-Pleite: „Bullen”-Stürmer Selke hadert mit seinem Fehlschuss

Leipzig - Davie Selke hat in der vergangenen Nacht nach dem 0:1 gegen den FC St. Pauli nicht gut geschlafen. Zu präsent war seine vergebene Großchance, als er in der 51. Minute brillant von Yussuf Poulsen bedient wurde und völlig frei stehend deutlich neben das Tor des FC St. Pauli schoss. Ein guter Freund und sein Bruder sind gerade in Leipzig und versuchten, Selke Trost zu spenden. Doch nach diesem verunglückten Spiel brauchte der Jungstar eher seine ...

Von Ullrich Kroemer 24.08.2015, 14:48

Davie Selke hat in der vergangenen Nacht nach dem 0:1 gegen den FC St. Pauli nicht gut geschlafen. Zu präsent war seine vergebene Großchance, als er in der 51. Minute brillant von Yussuf Poulsen bedient wurde und völlig frei stehend deutlich neben das Tor des FC St. Pauli schoss. Ein guter Freund und sein Bruder sind gerade in Leipzig und versuchten, Selke Trost zu spenden. Doch nach diesem verunglückten Spiel brauchte der Jungstar eher seine Ruhe.

„Mir tut es unglaublich Leid für die Jungs. Wir haben geackert und Gas gegeben, und da muss etwas Zählbares rauskommen. Deswegen habe ich mir auch dahingehend meine Gedanken gemacht und versuche, das jetzt aufzuarbeiten und beim nächsten Mal besser zu machen”, sagte Selke nach dem Training am Montag. Gemeinsam mit RB Leipzigs Videoanalyst Daniel Ackermann studierte Selke die Szene und prüfte, was er beim Abschluss hätte besser machen können. „Wenn man so eine Chance auf dem Fuß hat, muss es mein Anspruch sein, den Ball auch zu machen”, sagte Selke angenehm klar. „Da brauchen wir gar nicht drum herum zu reden.”

Wäre der Gegentreffer gefallen, so die einhellige Meinung von Spielern und Trainerteam wäre das Spiel mit hoher Wahrscheinlichkeit komplett gekippt. So aber lief RB dem Rückstand das gesamte Spiel über hinterher. „In so einer Druckphase muss man in der 2. Liga einfach ein Tor schießen”, sagte Selke, „das wäre uns entgegengekommen. Wenn ich meine Chance nutze, nehmen wir die Zuschauer mit, da läuft das Spiel anders.”

Nachdem Selke in der vergangenen Saison in der Bundesliga im Trikot von Werder Bremen zunächst unbeschwert aufspielen konnte und zum Shootingstar wurde, lastet nun viel größerer Druck auf RB Leipzigs Stürmer Nummer eins. RB Leipzig ist in jedem Spiel zum Gewinnen verdammt – und Selke zum Toreschießen.

Doch eine zu große Erwartungshaltung wollte der gebürtige Acht-Millionen-Euro-Mann nicht für seine vergebene Möglichkeit verantwortlich machen. Schließlich hat Selke bislang bereits zwei Mal getroffen und einen ordentlichen Einstand in der 2. Liga hingelegt. „Egal, ob im Training oder in den Spielen bisher – gerade die Bälle auf der halbrechten Seite auf dem rechten Fuß macht er normalerweise blind”, sagte RB-Trainer Ralf Rangnick.

So wie im ersten Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth, als Selke aus deutlich spitzerem Winkel perfekt einnetzte. Doch an diesem gebrauchten Tag für RBL brachte selbst der abgezockte Selke den Ball nicht im Tor unter.