Heimpremiere gegen Greuther Fürth

Heimpremiere gegen Greuther Fürth: RB Leipzig zwischen Vollgas und Sicherheit

Leipzig - Was RB Leipzig angeht, ist Macher Ralf Rangnick ehrgeizig und ungeduldig, drängelt unablässig auf der Überholspur in Richtung Bundesliga. Genau wie jeder seiner Spieler wolle er so „schnell wie möglich in die 1. Liga”, betont Rangnick stets. Schnell Auto zu fahren gehört jedoch nicht zu den Gewohnheiten des 57-Jährigen. Auf der Autobahn geht ihm Sicherheit vor Geschwindigkeit. Passend dazu bat er seine Spieler am Freitagnachmittag zum Fahrsicherheitstraining auf die Leipziger Teststrecke eines Sportwagenherstellers. Die Kombination aus Schnelligkeit und Wucht auf der einen sowie Sicherheit und Beherrschung auf der anderen Seite können Rangnick und seine Spieler womöglich nicht nur auf der Straße im Sportwagen, sondern auch beim rasanten Manöver in Richtung Bundesliga gut ...

Von Ullrich Kroemer 31.07.2015, 17:43
Ralf Rangnick spricht auf der Pressekonferenz
Ralf Rangnick spricht auf der Pressekonferenz dpa-Zentralbild

Was RB Leipzig angeht, ist Macher Ralf Rangnick ehrgeizig und ungeduldig, drängelt unablässig auf der Überholspur in Richtung Bundesliga. Genau wie jeder seiner Spieler wolle er so „schnell wie möglich in die 1. Liga”, betont Rangnick stets. Schnell Auto zu fahren gehört jedoch nicht zu den Gewohnheiten des 57-Jährigen. Auf der Autobahn geht ihm Sicherheit vor Geschwindigkeit. Passend dazu bat er seine Spieler am Freitagnachmittag zum Fahrsicherheitstraining auf die Leipziger Teststrecke eines Sportwagenherstellers. Die Kombination aus Schnelligkeit und Wucht auf der einen sowie Sicherheit und Beherrschung auf der anderen Seite können Rangnick und seine Spieler womöglich nicht nur auf der Straße im Sportwagen, sondern auch beim rasanten Manöver in Richtung Bundesliga gut gebrauchen.

Rangnick betrachtete die Fahrt in den hochmotorisierten Sportwagen nach Canyoning und Stahlseilrutsche in den Alpen (Flying Fox), Hüttenabend und Karaoke-Singen mit den Fans als weitere Teambuildingeinheit. „Fahrsicherheitstraining klingt erstmal entspannt”, sagte Rangnick. „Aber wenn ich sehe, mit welcher Geschwindigkeit die Wagen auf der Teststrecke unterwegs sind, war der Flying Fox dagegen Pillepalle.” In Zweiergrüppchen düsten die RB-Kicker einerseits über den Kurs und übten auf einem zweiten Parcours Bremsmanöver. Auch Rangnick wagte sich gemeinsam mit seinem Co-Trainer Achim Beierlorzer in einen der PS-Protze und hatte keine Probleme seinen Spielern zu folgen. Yussuf Poulsen, Davie Selke & Co. hatten offensichtlich ihren Spaß auf der Rennstrecke. Privat sollen die RB-Stars auf Anweisung von RB Leipzig weniger teure und schnelle Autos fahren.

Zusammenhalt im Team

Angesichts der heiteren Fahreinheit war denn auch der Zusammenhalt im Team Thema beim Mediengespräch vor dem ersten Heimspiel am Montagabend gegen die SpVgg Greuther Fürth (20.15 Uhr). „Obwohl wir viele neue Spieler im Team haben, fühlt es sich so an, als würden wir schon länger zusammenspielen”, sagte Torhüter Fabio Coltorti. „Wenn man sieht, wie der Zusammenhalt in der Kabine ist, ist das eine gute Basis.” Nun müsse das Team zum Saisonstart den nächsten Prozess durchlaufen, in dem sich Stamm- und Ersatzspieler herauskristallisieren. „Da müssen wir schauen, dass wir eine Einheit bleiben”, sagte der 34-Jährige. „Manchmal ist im Fußball zunächst Geduld notwendig, um später Schritte vorwärts zu machen.” Rangnick hob die Homogenität seines Teams heraus: „Es kann sich keiner erlauben, eine ruhige Kugel zu schieben. Dann läuft er Gefahr rechts überholt zu werden, ohne es zu merken.” Durch die gute Leistung einiger Reservisten im Testspiel gegen Ingolstadt am Mittwoch habe sich der „Konkurrenzkampf noch verschärft”.

Für die erste Heimpartie der Saison gab eine Leistungssteigerung im Vergleich zum Saisonauftakt beim FSV Frankfurt aus. „In Frankfurt war es zum Saisonauftakt ordentlich, aber noch keine Glanzleistung. Aber wir haben uns gewehrt, uns nicht beeindrucken lassen und zu null gespielt”, sagte Rangnick. „Am Montag wollen wir gegen Greuther Fürth die drei Punkte in Leipzig behalten und ein richtig gutes Spiel machen.” 

Dafür setzt Rangnick mehr als vielleicht vor der Saison zu erwarten war, auf die Defensive. „Immer, wenn wir kein Tor kassieren, reicht eines aus, um zu gewinnen”, rechnete der Lehrer vor. Ziel sei es vor allem, „dem Gegner so wenig Torschüsse wie möglich zu gewähren und im Umkehrschluss selbst Torchancen zu kreieren”. Die Gäste aus Fürth erwartet Rangnick „proaktiv statt reaktiv”. Rangnick sagte: „Fürth hat durch seinen Sieg zum Saisonauftakt sicherlich Selbstvertrauen gewonnen. Fußballerisch ist es eine gute Mannschaft mit technisch beschlagenen Spielern wie Jürgen Gjasula und Robert Zulj in der Offensive.” Keine Frage, für den ersten Heimsieg 2015/16 benötigen Rangnick und seine Spieler das richtige Setup aus Geschwindigkeit und Wucht sowie Sicherheit und Beherrschung – wie auf der Rennstrecke. (mz)