Fußball 2. Liga

Fußball 2. Liga: Rückschlag für RB Leipzig

Leipzig - Das teure Trainingslager im warmen Katar hat sich für RB Leipzig zum Zweitligastart nach der Winterpause nicht ausgezahlt. Der Klub startete mit einer Niederlage in die letzten 15 Spiele der Rückrunde. Vor 13.600 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Erzgebirgsstadion unterlagen die Gäste den Hausherren aus Aue mit 0:2 ...

Von Ullrich Kroemer

Das teure Trainingslager im warmen Katar hat sich für RB Leipzig zum Zweitligastart nach der Winterpause nicht ausgezahlt. Der Klub startete mit einer Niederlage in die letzten 15 Spiele der Rückrunde. Vor 13.600 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Erzgebirgsstadion unterlagen die Gäste den Hausherren aus Aue mit 0:2 (0:1).

Duell der Gegensätze

Nominell war es das Spiel des Teams mit dem geringsten Marktwert gegen die teuerste Mannschaft: Doch die Qualität des im Vergleich zu den Auern etwa 20 Millionen Euro teureren Leipziger Kaders war überhaupt nicht zu sehen. Im Gegenteil: Das Tabellenschlusslicht aus dem Erzgebirge präsentierte sich taktisch reifer als die strukturlosen Gäste. „Wir sind wie ein Team aufgetreten und haben nicht unverdient gewonnen“, meinte Aue-Coach Tomislav Stipic.

Die Auer, bei denen fünf neue Spieler in der Startformation standen, nutzen ihre Chancen durch gefährliche Pässe in die Nahtstellen der Abwehr und konterten immer wieder gefährlich. Der aus Karlsruhe ausgeliehene Selcuk Alibaz traf wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zur Führung.

Ballverluste und fehlende Übersicht im Mittelfeld

Auch bei RB Leipzig war ein Neuzugang noch einer der Besten: Der 3,8 Millionen Euro teure Schweden-Import Emil Forsberg setzte sich einige Male gut in Szene, traf in der 23. Minute aus halblinker Position aber nur den Pfosten.

Sonst machte Leipzig da weiter, wo das Team in der zähen Phase vor der Winterpause aufgehört hatte: viele Ballverluste, dafür wenig Übersicht im Mittelfeld. Diejenigen unter den 2 500 mitgereisten RB-Fans, die in den zweiten 45 Minuten auf eine Reaktion der „Roten Bullen“ gesetzt hatte, wurden schnell desillusioniert. „In der ersten Hälfte fehlte vielleicht die individuelle Klasse, aber es war ein Team da. In der zweiten Halbzeit hatten wir individuelle Qualität auf dem Platz, aber die Mannschaft hat nicht funktioniert“, sagte Leipzig-Trainer Alex Zorniger bei Sky.

Sebastian mit der Hand

Nach einem weiteren Auer Konter stoppte Innenverteidiger Tim Sebastian den Ball mit der Hand. Der Routinier beschwerte sich zwar heftig, dass er lediglich angeschossen worden war, doch Schiedsrichter Cortus entschied auf Strafstoß. Patrick Schönfeld ließ RB-Keeper Fabio Coltorti keine Chance (59.).

In dieser Form hat Aue alle Möglichkeiten, die Klasse zu halten. Für Aufstiegsaspirant RB Leipzig wird es derart unkreativ schwer, die ambitionierten Ziele zu erreichen. Von dem Spaß, den RBL-Coach Zorniger auf dem Weg Richtung Aufstieg beschwor, wird in der kommenden Trainingswoche nicht viel zu spüren sein. (mz)